High Need Baby – ist mein Kind zu anspruchsvoll?

Jessica
Jessica16.03.2018Lesezeit ca. 15 Minuten
Baby weint

Euer Baby weint sehr oft und will andauernd getragen werden? Es bringt euch permanent an eure Grenzen? Vielleicht ist euer Nachwuchs dann ein sogenanntes "High Need Baby". Woran ihr ein High Need Baby erkennt, erfahrt ihr hier. Zudem geben wir euch Tipps, wie ihr den Alltag mit den Kleinen meistern könnt.

Was ist ein High Need Baby?

Unter High Need Baby versteht man Babys mit ausgeprägten Grundbedürfnissen, die diese teilweise sehr laut und konsequent einfordert. Der Begriff „High Need Baby“ stammt von Dr. Williams Sears, Professor für Kinderheilkunde aus Kalifornien.

Zitat von Dr.Sears:
„Vertraue deinem Kind – vertraue darauf, dass es schreit, weil es ein Bedürfnis hat.Vertraue dir selbst, wenn du fühlst, dass du auf das Schreien eingehen musst.Vergiss nicht, dass es eine Person ist, die weint.“

Daran erkennt ihr, ob euer Kind ein High Need Baby ist

Wenn die Kleinen mehr Nähe und Aufmerksamkeit fordern, sind sie dann direkt ein High Need Baby? Laut Dr. Sears gibt es zwölf Kriterien, die für die meisten High Need Babys typisch sind:

Sie sind intentsiv
Euer Baby schreit viel und laut und lässt sich nur schwer wieder beruhigen. Es wirkt zudem sehr verspannt und ballt oft die Hände zu Fäusten.
Mit diesem Verhalten sollen aber auch positive Eigenschaften einhergehen. Laut Sears nimmt euer Liebling seine Umwelt besonders intensiv wahr und entwickelt dadurch eine ganz besondere Kreativität.
Sie sind hyperaktiv
Euer Sprössling scheint immer in Bewegung zu sein. Die Entspannung durchs Tragen oder durch Berührungen hält nicht lange an. Die Hyperaktivität ist aber keineswegs immer ein Nachteil: Sie kann dazu führen, dass euer Kind in bestimmten Bereichen schnell Entwicklungsschritte zeigt.
Sie "entziehen" Energie
Ihr fühlt euch, als würde euer Baby euch alle Energie entziehen? Das ist ebenfalls ein typisches Merkmal bei High Need Babys. Bedenkt jedoch: Alles was wir ihnen an Energie abgeben, hilft ihnen zu wachsen und sich zu entwickeln.
Sie wollen ständig gefüttert werden
Auf den ersten Blick sieht es so aus, als ob euer Baby sehr häufig Hunger hat. Dabei genießt es vielmehr die Nähe und den Körperkontakt beim Stillen.
Sie sind fordernd
Euer Baby kommuniziert seine Bedürfnisse deutlich und laut. Es lässt sich nur beruhigen, wenn sein Bedürfnis direkt befriedigt wird.
Sie wachen ständig auf
Eurem Baby fällt es schwer, sich zu entspannen . Es wacht daher ständig auf.
Sie sind unzufrieden
Euer Kind lässt sich einfach nicht zufriedenstellen. Das kann ganz schön frustrierend sein. Versucht trotzdem weiter es zu beruhigen und bietet ihm viele verschiedene Möglichkeiten an, in den Schlaf zu finden. Hier gilt: viel ausprobieren kann auch viel helfen!
Sie sind unvorhersehbar und unberechenbar
Was euer Baby gestern noch beruhigt hat, kann am nächsten Tag bereits nicht mehr helfen. Zudem hat euer Nachwuchs häufig plötzliche Stimmungsschwankungen. Hierbei überwiegen die Extreme: Entweder ist euer Baby total glücklich oder extrem wütend.
Sie sind super sensibel
Euer Baby ist unglaublich aufmerksam und schnell verunsichert, wenn sich etwas in seiner Umgebung verändert. Das Positive daran: Wenn es älter wird, entwickelt es dadurch oft ein ausgeprägtes Empathie-Verhalten.
Sie lassen sich nicht ablegen
Euer Sprössling möchte ständig auf den Arm und dort am liebsten den ganzen Tag bleiben.
Sie beruhigen sich nicht selbst
Die größte Hürde für euer Baby ist es, sich selbst zu beruhigen und in den Schlaf zu finden.
Sie reagieren sensibel auf Trennung
Euer Schatz leidet an Trennungsangst. Mit der Zeit erweitert sich jedoch der Personenkreis, zu dem es Vertrauen fasst.
Info
Nicht jedes Baby, das in den ersten Wochen viel weint, ist automatisch ein High Need Baby. Hinter den vielen Tränen können viele Dinge, wie zum Beispiel auch eine 3-Monats-Kolik stecken. Dazu erfahrt ihr in unserem Beitrag „Bauchweh beim Baby” mehr.
Frau trägt Baby beim Geschirrspülen in Babytrage

Tipps für den Alltag mit eurem High Need baby

Ihr habt euer Kind in vielen Kriterien wiedererkannt? Dann haben wir einige Tipps, die euch und eurem kleinen Liebling das Leben leichter machen:

Fordert Unterstützung ein, wenn ihr sie braucht
Wenn ihr merkt, dass ihr Hilfe braucht, so holt euch diese. Es bringt eurem Baby und auch euch nichts, wenn ihr total erschöpft seid. Ihr könnt sowohl in der Familie als auch beim Jugendamt Unterstützung finden. Eure Hebamme oder euer Kinderarzt können euch ebenfalls zu Anlaufstellen beraten und euch Tipps für den Alltag geben. Auf der Internetseite der Caritas findet ihr neben den verschiedenen Anlaufstellen auch eine Online Beratung.
Reagiert immer, wenn euer Baby weint
Das ist oft gar nicht so leicht. High Need Babys brauchen besonders viel Liebe und Zuwendung. Wenn ihr schnell reagiert, bietet ihr eurem Baby ein Gefühl von Sicherheit und Verständnis. So könnt ihr vermeiden, dass es sich in die völlige Verzweiflung reinsteigert und sich nicht mehr beruhigen lässt.
Zieht ein Familienbett in Erwägung
Wenn die Kleinen sehr wenig schlafen und bei jedem kleinsten Geräusch wach werden, empfehlen wir euch ein Familienbett. Durch eure Nähe kann euer Baby schnell wieder in den Schlaf finden. In unserem Ratgeberbeitrag Familienbett findet ihr alle Vor- und Nachteile zu diesem Thema.
Struktuiert euren Alltag
Ein gut strukturierter Tagesablauf bietet eurem Baby Sicherheit. High Need Babys reagieren oft sehr sensibel auf kleine Veränderungen.
Denkt an euch und euren Partner
Wenn euer Baby besonders viel Aufmerksamkeit braucht, vergesst euch und euren Partner dabei nicht. Ihr seid als Paar wichtig und könnt euch gegenseitig Kraft geben!
Tragt euer Baby viel
Der enge Körperkontakt wirkt auf euer Kind beruhigend.

Damit ihr euer Baby nicht den ganzen Tag auf den Arm tragen müsst, geben wir euch Infos zu Babytragen an die Hand:

Schultertrage

Mit einer Schultertrage habt ihr die Arme und den Rücken komplett frei. Für euer Kind ist sie ab ca. 6 Monaten geeignet.

Babytrage

Sie ist einfach und schnell anzulegen und auch andere Personen können schnell euer Kind tragen. Komforttragen sind zudem auch für ältere und schwerere Kinder geeignet.

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Geprüft und ausgezeichnet
Gefertigt mit Stoffen aus 100 % Bio-Baumwolle, streng schadstoffkontrollierten Komponenten und ausgezeichnet mit dem German Design Award Special Mention 2016.

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Tragetücher könnt ihr individuell angepasst um euch und euer Kind binden. Mehrere Wickeltechniken ermöglichen das Tragen in verschiedenen Tragepositionen.

Babys werden als Traglinge geboren. Dies bedeutet, dass ihr das Bedürfnis nach Nähe und Geborgenheit eures Babys befriedigt, wenn ihr es tragt. Weitere Informationen rund um das Thema Babytrage findet ihr in unserem Produktberater. Welche ist die richtige Babytrage für euch?

Ist High Need schon fast ADHS?

ADHS Kinder zeigen oft bereits als Baby Smyptome der Erkrankung. Sie sind hyperaktiv und weinen oft. Sowohl High Need als auch ADHS sind Extremverhalten. Der Unterschied liegt aber ganz klar darin, dass ADHS als eine Krankheit diagnostiziert wird und behandelt werden kann, während High Need keine Erkrankung ist und dementsprechend nicht medikamentös behandelt wird. ADHS-Kinder leiden oft ihr ganzes Leben unter ihrer Störung. In unserem Ratgeber zu ADHS bei Kindern erfahrt ihr mehr über die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung. High Need Babys hingegen zeigen zwar im Kleinkindalter noch typische Verhaltensweisen, diese schwächen aber mit der Zeit ab.


Auch wenn ihr kein "Anfängerbaby" habt, wünschen wir euch viel Kraft!

Euer Team von babymarkt.de