Stuhlgang Baby

Alles kacke – Babys und ihr Stuhlgang

Aus dem Inspizieren des Stuhlgangs bei den Kleinen können so manche Eltern eine Wissenschaft machen. Farbe, Konsistenz und Häufigkeit des Windelinhalts – was ist denn nun normal? Woran erkenne ich, dass mein Kind krank ist? Welche Farbe sollte der Stuhlgang haben? Wie oft sollte der kleine Nachwuchs zur Toilette gehen? Ab wann spricht man von Verstopfungen oder Durchfall? Da viele Mamas und Papas bei diesen Unklarheiten ein großes Fragezeichen im Gesicht stehen haben, findet ihr in diesem Ratgeber-Beitrag die wichtigsten Infos zum Thema Babys Stuhlgang.

Stuhlgang bei Babys – Wie oft am Tag?

Generell kann man nicht konkret sagen, wie häufig euer kleiner Liebling die Windel voll machen sollte, um einen „normalen“ Stuhlgang zu haben. Wie bei so vielen Fragen in der Entwicklung gilt: Jedes Kind ist individuell. Manche Kinder verdauen ihre Mahlzeiten weitaus schneller und machen daher auch mehr in die Windel als andere. Auch die Art des Fütterns ist ein entscheidender Faktor. Bei Kindern, die gestillt werden, reicht die Spanne der Häufigkeit von mehrmals täglich bis hin zu einmal in der Woche. Da die Flaschennahrung nur teilweise verdaut, dadurch aber schneller wieder ausgeschieden wird, sollten diese Kinder etwa jeden Tag ihr Geschäft verrichten, da es sonst zu unangenehmen Verstopfungen kommen kann. Insofern euer Baby aber keine Symptome einer Verstimmung zeigt, nicht quengelt, sein Stuhl weich und ohne festes Drücken in der Windel landet, braucht ihr euch zunächst keine Sorgen zu machen. Zudem ändern sich die Gewohnheiten des Kindes simultan mit seiner Entwicklung. Mit der Zeit muss es seltener und regelmäßiger.

Stuhlgang bei Neugeborenen

Erschreckt euch nicht, wenn euer Baby das erste Mal die Windel voll hat. Dieses wie Motoröl aussehende, zähe, schwarze bis grünliche Sekret nennt man Mekonium, oder umgangssprachlich Kindspech. Auch wenn es nicht den Anschein erweckt, so ist diese Ausscheidung ganz natürlich. Euer Kind hat während seiner Zeit im Mutterleib etwas Fruchtwasser, Hautzellen und Ähnliches verschluckt, die es nun aussondert. Innerhalb der ersten Lebenstage und nach den ersten Stillvorgängen wird die schwärzliche Flüssigkeit aber immer heller – ein gutes Zeichen dafür, dass die Verdauungsprozesse bei eurem Baby funktionieren.

Stuhlgang bei Stillkindern

Die Farbe des Stuhls von gestillten Kindern hat einen gelb bis grünlichen Ton und ist eine brei-ähnliche, recht flüssige Masse. Mitunter lassen sich noch einige Stückchen vermerken, überwiegend ist die Konsistenz aber cremig. Der Geruch solle recht süßlich sein. Zudem schlägt sich euer Essverhalten auch unmittelbar in dem Verdauungstrakt eures Kindes nieder. Nach einem übermäßigen Verzehr von Zwiebeln oder Hülsenfrüchte leiden viele Säuglinge unter Blähungen. Spinat oder rote Bete können hingegen die Farbe des Stuhls entsprechend verändern. Überlegtdaher immer, was ihr selber gegessen habt, wenn ihr ungewöhnliche, zunächst besorgniserregende Färbungen erkennt.

  • Es ist wichtig, dass euer kleiner Liebling bestenfalls immer erst die Milch einer Brust leertrinkt, bevor ihr die Brust wechselt. Erst nach einigen Saugvorgängen gelangt euer Baby zu der kalorienreichen Muttermilch, wohingegen zu Beginn der Kalorien- und Fettanteil noch recht gering ist. Dadurch können eurem Kind wichtige Nährstoffe fehlen. Als Anzeichen präsentiert sich hierbei ein grünlich, schaumiger Stuhl.

  • Tipp: Viele Mütter berichten davon, dass ihr Baby direkt nach dem Stillen in die Windel macht. Es empfiehlt sich daher, mit dem Wechseln der Windeln bis nach dem Füttern zu warten.

Stuhlgang bei Flaschenkindern

Kinder, die Flaschennahrung gefüttert bekommen, verdauen die Milch etwas schlechter, als dies bei gestillten Säuglingen der Fall ist. Der Stuhl ist etwas fester, brauner, wirkt wie Erdnussbutter, riecht aber säuerlicher als der von Stillkindern. Für gewöhnlich sollte euer Kind einmal täglich Stuhlgang haben. Sollten sich die Abstände erhöhen, ist die Gefahr von Verstopfungen größer, sodass ihr auf die Regelmäßigkeit achten solltet.

  • Achtung: Wenn Ihr Kind unter Eisenmangel leidet und daher Eisenpräparate erhält, kann sich der Stuhl sehr dunkel, bis schwarz verfärben. Sollte sich diese Farbe zeigen, ohne dass Sie Ihr Kind mit Nahrungsergänzungsmitteln unterstützen, ist ein Arzt aufzusuchen.

Stuhlgang bei Beikost

Nach der Umstellung von Milch auf feste Nahrung wird sich auch der Stuhl eures Lieblings merklich verändern. Er wird nach und nach fester, riecht stärker und nimmt eine braune bis dunkelbraune Farbe an. Da sich euer Kind aber erst an die neue Nahrungsaufnahme gewöhnen muss, seht ihr noch häufiger stückchenhafte Überreste der letzten Mahlzeit. Sein Verdauungssystem ist noch nicht entsprechend ausgereift, um alle Lebensmittel direkt zu verarbeiten, sodass Tomaten, Orangen oder Rosinen noch in der Windel sichtbar sind. Falls ihr jedoch immerzu unverdaute Nahrung vorfindet, solltet ihr einen Arzt konsultieren und darauf achten, dass euer kleiner Liebling sein Essen gut kaut. Lest für nähere Infos zum Thema Beikost die folgenden Ratgeberbeiträge:

Achtung bei Babys Stuhlgang, wenn…

  • Blut im Stuhl

    Es gibt mehrere Ursachen, die zu Blut im Stuhl führen. Zum einen kann eine blutige Ausscheidung auf eine Allergie auf Milcheiweiß deuten. Ebenfalls möglich sind rote Tupfer durch kleinere Verletzungen des Afters bei starken Verstopfungen oder durch Hämorrhoiden. Wenn ihr selber bemerkt, dass eure Brustwarzen wund sind und euer Liebling dadurch Blut beim Saugen mit verschluckt hat, was sich nun im Stuhl zeigt, ist dies für euer Kind erstmal ungefährlich. Dennoch sollte eine durch Bakterien hervorgerufene Infektion ausgeschlossen werden. Daher ist in jedem Fall die Meinung eines Arztes einzuholen.

  • Schleim im Stuhl

    Ist der Stuhl grün und mit schleimigen Streifen versehen, liegt das eventuell daran, dass euer Kind beim Essen viel Speichel mit verschluckt. Diese Art des Stuhls tritt aber auch auf, wenn euer Kind, wie bereits beschrieben, nicht lange genug an einer Brust nuckelt, um an die nährstoffreiche Milch zu gelangen. Zudem kann es ein Anzeichen einer Unter- oder Überernährung sein.

  • Weißlicher Stuhl

    Ein weißlich wirkender Stuhl kann auf eine fehlerhafte Funktion der Galle hinweisen. Handelt es sich eher um weiße Striche im sonst bräunlichen Stuhl, ist eine nähere Untersuchung auf einen potenziellen Wurmbefall erforderlich.

Durchfall

Da die Muttermilch zu Beginn wie eine Art Abführmittel wirkt, um das Mekonium, die schwarze Flüssigkeit, ableiten zu können, ist auch der Stuhl des Babys dünnflüssiger und stellt zunächst keinen Grund zur Sorge dar. Sollte euer Kind mit zunehmendem Alter jedoch mehr als einen Tag Durchfall haben, ist es besser, mit ihm zum Arzt zu gehen, um eine Infektion auszuschließen. Da mit der Flasche gefütterte Kinder häufiger zu Durchfall neigen als Stillkinder, ist es unabdingbar auf eine ausreichende Hygiene zu achten. Jegliches Zubehör des Fläschchens muss sauber sein und bestenfalls mit entsprechenden Sterilisatoren gereinigt werden. Wascht euch vorm Zubereiten der Nahrung und dem anschließenden Füttern sorgfältig die Hände, um Bakterien nicht zu übertragen. Gleiches gilt für die Arbeitsplatten, auf denen ihr die Milch anrichtet. Zudem ist es möglich, dass euer Nachwuchs durch Medikamente wie Antibiotika Durchfall bekommt. Um die genaue Ursache diagnostizieren zu können, ist ein Besuch beim Kinderarzt erforderlich.

  • Achtet bei Durchfallerkrankungen stets darauf, dass ihr eurem kleinen Liebling viel zu trinken gebt, um einer Dehydration entgegenzuwirken.

Ausbleibender Stuhlgang

Wenn euer Baby mehrere Tage keinen Stuhlgang hat oder der Stuhl sehr hart und steinähnlich ist, leidet es offensichtlich an Verstopfungen. Dies erkennt ihr auch an einem aufgeblähten, verhärteten Bauch und an der großen Anstrengung, die es eurem kleinen Liebling bereitet, sein Geschäft zu machen. Nicht selten passiert es dabei, dass ihr Blut im Stuhl findet, da sich beim starken Pressen Risse im Anus bilden können. Die Gründe für Verstopfungen können zahlreich sein. Insbesondere nach der Umgewöhnung auf feste Nahrung bleibt bei Kindern häufig der Stuhl aus. Manchmal steckt aber auch eine Unverträglichkeit hinsichtlich bestimmter Lebensmittel dahinter. So reagieren manche Kinder auf Laktoseprodukte mit Blähungen, Durchfall oder Verstopfung. Um den Stuhl wieder weicher zu machen, können Pflaumensaft oder Birne erste Abhilfe schaffen. Bei länger anhaltenden Symptomen solltet ihr aber einen Arzt aufsuchen.

Wir wünschen euch und eurem Kind alles Gute!

Euer Team von babymarkt.de

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