Blockade beim Baby

Nadja
Nadja01.04.2020Lesezeit ca. 6 Minuten
Blockaden beim Baby

Leider sind Blockaden nicht immer sofort ersichtlich und viele junge Familien haben einen langen Leidensweg, bevor wirklich die Diagnose und damit auch die Behandlung erfolgt. Blockaden können starke Auswirkungen auf das Verhalten des Kindes haben, sie können aber auch nur geringe Probleme verursachen. Hier kommt es auf die Lokalisation und die Ausprägung an.

Was ist eine Blockade beim Baby?

Eine Blockade ist immer eine Verspannung  der Muskulatur und teilweise sind sogar ganze Wirbel betroffen. Bei Neugeborenen ist diese häufig im Schädel, Becken oder auch Halswirbelbereich zu sehen. 

Welche Ursachen gibt es für Blockaden beim Baby?

Es gibt schon vorgeburtliche Blockaden, diese können durch eine falsche Haltung im Mutterleib entstehen. Besonders betroffen sind Mehrlinge, sehr große Kinder und Beckenendlagen. Auch eine Uterusanomalie kann eine Ursache sein. Laut den Studien zeigt sich aber, dass viele Blockaden erst bei der Geburt entstehen.

Bei einer natürlichen Geburt wird das Kind durch den Geburtskanal gedrückt, so dass die Halsmuskulatur gestreckt wird. Hier wirken ca. 20 Kilogramm Gewicht auf den kindlichen Kopf. Bei einem Kaiserschnitt, einer Zangen- oder auch Saugglockengeburt wird aber an dem Kopf gezogen und das Gewicht auf den kindlichen Kopf steigt auf ca. 40 Kilogramm.

Baby weint und wird gewickelt

Wie erkennt man eine Blockade beim Baby?

Diese Symptome zeigen Babys mit einer Blockade:

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Wer kann bei Blockaden beim Baby helfen?

Einige Kinderärzte haben eine Zusatzausbildung und können die Blockaden lösen. In den meisten Fällen, ist aber der Gang zum Osteopathen angeraten.

Leider ist die Ausbildung und Therapiemethode noch nicht gesetzlich geregelt. Ihr könnt bei dem Verband der Osteopathen Deutschland (VOD) schauen, welcher Osteopath in eurer Nähe die Zusatzausbildung für Babys und Kinder hat.  Fragt auch gerne in der Geburtsklinik oder bei eurer Hebamme nach, hier werdet ihr Empfehlungen bekommen. Nicht alle Krankenkassen übernehmen die gesamten Kosten für die Behandlung, ihr müsst erfragen, wie es bei eurer Versicherung geregelt ist. Eine Behandlungseinheit kostet zwischen 50 und 140 €.

Je früher man die Blockaden bemerkt, desto besser kann man diese behandeln. Oft reichen dann schon ein bis zwei Termine aus, da die Behandlung sehr effektiv ist. Leider werden die Symptome der Kleinen oft lange ignoriert oder auf eine Verdauungsproblematik geschoben. Es ist wichtig auch an mögliche Blockaden zu denken, um dem Kind schnell und effektiv zu helfen. In Deutschland arbeiten schon einige Geburtskliniken mit Osteopathen zusammen. Hier werden die Kinder in den ersten zwei Lebenstagen auf Blockaden untersucht und bei Bedarf behandelt.

Bei schweren und langen Geburten, Kaiserschnittentbindungen, Saugglocken- oder Zangengeburten, Zwillingen, Beckenendlagengeburten oder sehr schweren Kindern, sollte man die Kinder in den ersten Wochen nach der Geburt bei einem Osteopathen vorstellen, auch wenn noch keine klaren Symptome ersichtlich sind.

Eure Hebamme, Nadja