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Lippen-Kiefer-Gaumenspalte

Nadja
Nadja02.06.2020Lesezeit ca. 8 Minuten
Baby mit Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte

Die Lippen-Kiefer-Gaumenspalte ist eine der am häufigsten vorkommenden Fehlbildungen bei Neugeborenen. Etwa eins von 500 Kindern ist betroffen. Wie sie entsteht und welche Ursachen sie hat, erfahrt ihr im Folgenden.

Wie entsteht eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte ?

Es gibt verschiedene Ausprägungen der Fehlbildung, die eine oder beide Gesichtshälften betreffen können.

Lippenspalte
Spaltung
Lippen-Kiefer-Spalte
Spaltung der Lippe und des Kiefers
Lippen-Kiefer-Gaumenspalte
Spaltung der Lippe, des Kiefers und dem Gaumen
Gaumenspalte
Spaltung des Gaumens

Der Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalt ist mit über 50% die häufigste Form. Jungen sind zwei Mal häufiger betroffen als Mädchen und diese Fehlbildung entsteht zwischen der fünften und siebten Schwangerschaftswoche. Reine Gaumenspalten treten häufiger bei Mädchen auf und entstehen erst in der späteren Embryonalentwicklung zwischen der zehnten und zwölften Schwangerschaftswoche.

Zusätzlich wird noch der Schweregrad unterschieden. Hier gibt es die Mikroform, bei der Knochen/ Muskulatur betroffen sind aber die Haut und Schleimhäute intakt darüber verlaufen. Unvollständige Spaltformen bezeichnen Spaltbildungen mit zum Teil intakter Haut und Schleimhaut. Bei einer vollständigen Spalte sind Knochen/ Muskulatur und Haut / Schleimhaut komplett betroffen.

Mögliche Ursachen für eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte

Genetische Faktoren:

Äußerliche Faktoren

Mögliche Probleme einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte

Eine reine Lippenspalte kann operativ schnell korrigiert werden, hier entstehen kaum Einschränkungen für das Kind. Bei einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte kann es zu folgenden Problemen kommen:

Baby Haut

Lippen-Kiefer-Gaumenspalte: Diagnose

Nur 7 % der Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten werden durch eine Ultraschalluntersuchung in der Schwangerschaft erkannt. Die meisten fallen bei der ersten Untersuchung (U1) nach der Geburt auf. Bei einer Mikroform ist der Spalt nicht sichtbar, so dass die Diagnose oft erst gestellt wird, wenn das Kind Probleme bei der Sprachentwicklung zeigt.

Therapie bei Lippen-Kiefer-Gaumenspalte

Je nach Ausprägung und Schwere der Spalte ist die Behandlung sehr langwierig und aufwendig. Mit den heutigen medizinischen Behandlungsmöglichkeiten können die Kinder aber, nach erfolgreicher Therapie, ein normales Leben führen. Ziel ist hier, dass die Kinder bis zur Einschulung keine Probleme beim Sprechen und Hören und ein unauffälliges Aussehen haben. Das ist sehr wichtig für die Psyche der Kinder.

Mittlerweile gibt es spezielle Spaltzentren, hier arbeiten alle Experten eng zusammen. Bei einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte oder einer Gaumenspalte wird schon in den ersten Lebenstagen ein Abdruck des Gaumens durchgeführt. Hier wird eine Gaumenplatte hergestellt, die optimal passen muss. Damit trennt man den Mund- vom Rachenraum. Das erleichtert die Nahrungsaufnahme. In den ersten Tagen brauchen die Eltern Hilfestellung von erfahrenen Hebammen oder Stillberaterinnen, da die Kinder oft Zeit brauchen um effektiv zu trinken.

Die Gaumenplatte wird regelmäßig erneuert, da sie immer perfekt passen muss. Je nach Schweregrad findet zwischen dem 12. und 24. Lebensmonat ein operativer Eingriff statt, um den Gaumenspalt zu schließen. Eine zweite Operation ist oft zwischen dem zweiten und fünften Lebensjahr notwendig.

Die Lippenspalten werden zwischen dem dritten und sechsten Lebensmonat operativ verschlossen. Oft wird bei der Operation schon der Naseneingang geformt und die Nasenspitze korrigiert. Der Verschluss der Kieferspalte findet erst zwischen dem achten und zehnten Lebensjahr statt. Hier wird ein Knochenstück aus dem Beckenkamm entnommen und in die Lücke des Oberkiefers verpflanzt.

Die Zahnkorrektur erfolgt über eine Kieferorthopädische Behandlung. Die meisten Kinder benötigen eine Zahnspange. Je nach Vernarbung und Schweregrad der Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte können auch noch später Korrekturoperationen notwendig sein.

Die Diagnose bei der Geburt schockiert die Eltern. Wir sind heutzutage glücklicherweise mit der medizinischen Versorgung so weit, dass die Kinder ein normales Leben führen können. Betroffenen Familien empfehle ich gerne die LKG- Selbsthilfe. Hier kann man sich austauschen und alle Fragen stellen, die einen bewegen.

Wir wünschen eurem Baby alles Gute!

Eure Hebamme Nadja