Mundfäule

Vera
Vera08.06.2020Lesezeit ca. 3 Minuten
Mundfäule Bläschen im Mund

Haben Babys und Kleinkinder den ersten Kontakt mit dem Herpes-Simpex-Virus (Typ1) tritt bei ihnen häufig die Mundfäule, auch Stomatitis aphtosa genannt, auf. Im Erwachsenenalter treten dann später oft Herpesbläschen an den Lippen auf, wenn man als Kind Mundfäule hatte. Die meisten Erkrankungen treten in den ersten drei Lebensjahren auf. Erwachsene erkranken sehr viel weniger an Mundfäule.

Wie wird die Infektion übertragen?

Der Herpesvirus wird sehr schnell übertragen. Hier reicht schon ein Küsschen, das Trinken aus demselben Glas, die gemeinsame Nutzung des Bestecks etc. aus. Der Herpesvirus kann dann beim Kind die Mundfäule auslösen. Gerade in öffentlichen Einrichtungen und Kindergärten führt dies häufig zu einer schnellen Ausbreitung. Die Inkubationszeit beträgt dabei 1 bis 26 Tage.

Woran erkenne ich Mundfäule?

Die meisten Kinder reagieren als erstes mit Fieber und ggf.  geschwollenen Lymphknoten. Das Zahnfleisch schwillt an, schmerzt anfangs aber noch nicht. Das Wort Mundfäule stammt von dem sehr starken Geruch, den die Blasen in der Mundschleimhaut und am Zahnfleisch produzieren. Platzen diese Bläschen auf, entzünden sich Zahnfleisch und Mundschleimhaut. Es bilden sich Krusten, die extrem schmerzhaft sind. Essen und Trinken wird von Kindern daher häufig verweigert. Die Dauer der Erkrankung liegt im Schnitt bei zwei bis drei Wochen. Danach trocknen die Blasen aus und die Schmerzen werden weniger. Nach der Infektion sind die Betroffenen für den Rest ihres Lebens  immun. Die Viren bleiben, wie bei anderen Herpesinfektionen, im Körper. Sie ruhen aber vorerst und verursachen keine Symptome. Ist die Immunabwehr jedoch geschwächt, werden sie erneut aktiv und verursachen dann Herpesinfektionen, wie beispielsweise den Lippenherpes.

Fieber durch Mundfäule

Wie wird Mundfäule behandelt?

Sollte der Verdacht einer Mundfäule bestehen, muss unbedingt der Kinderarzt aufgesucht werden. Da die Mundfäule in ihren Symptomen anderen Krankheiten ähnelt, kann nur eine Laboruntersuchung eine sichere Diagnose stellen. Eine schnelle und richtige Behandlung ist wichtig, damit sich der Virus nicht weiter im Körper ausbreiten kann. Das Wichtigste ist die Symptom- und Schmerzlinderung. Virushemmende Medikamente müssen nur in ganz schweren Fällen eingesetzt werden. Meistens werden Präparate wie Paracetamol oder Ibuprofen eingesetzt werden, da sie neben der Schmerzlinderung auch fiebersenkend wirken. Auch Mundduschen, Spülungen, etc. die Lokalanästhetika enthalten, werden eingesetzt, da diese die Schmerzen lindern.

Durch die starken Schmerzen im Mund verweigern gerade Kinder häufig die Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme. Hier sind kalte Speisen und Getränke oft besser als warme. Auf scharfe Gewürze sollte unbedingt verzichtet werden. Auch säurehaltige Sachen, wie beispielsweise Obstsäfte, sollten gemieden werden. Ein Flüssigkeitsmangel kann, gerade bei kleinen Kindern, schnell gefährlich werden. Somit ist ein Krankenhausaufenthalt für eine Infusionstherapie nicht auszuschließen, wenn ein Kind nicht genügend trinkt. Eine gute Mundhygiene ist jetzt auch sehr wichtig.

Wir wünschen euren Kleinen alles Gute!

Eure Hebamme, Vera