Warum hat mein Baby Bauchschmerzen?

Julia
Julia17.03.2016Lesezeit ca. 10 Minuten
Baby wickeln

Wenn Babys sich unwohl fühlen, Hunger haben oder sich nach Zuneigung sehnen, passiert es nicht selten, dass sie anfangen zu weinen. Schließlich können sie sich nicht anders ausdrücken und nur so auf sich aufmerksam machen. Dabei können schon kleinste Veränderungen Babys Gemüt belasten. Während der ersten Lebensmonate entdeckt es die Welt, nimmt alle Reize auf, die sich ihm bieten und lernt neue Menschen und Dinge kennen. Da ist es klar, dass auch die plötzlich eigenständige Nahrungsaufnahme nicht immer problemlos verläuft. Der Magen und Darm muss sich erst an die ungewohnte Ernährung gewöhnen und reagiert mit Bauchweh, Blähungen oder gar Durchfall und Erbrechen. Damit ihr in jeder Situation genau wisst, was zu tun ist, haben wir für euch die wichtigsten Aspekte zusammengetragen.

3-Monats-Koliken beim Baby

Im Zusammenhang mit schreienden Kindern, die augenscheinlich von Bauchschmerzen geplagt sind, tritt nicht selten der Begriff der 3-Monats-Koliken auf.

Was sind 3-Monats-Koliken?

Wie der Name schon vermuten lässt, sind meist Babys bis zum dritten Lebensmonat betroffen. Eine Kolik ist ein krampfartiger Schmerz im Verdauungstrakt. Es ist nicht leicht die Dreimonatskoliken von „normalen“ Bauchschmerzen zu trennen. Koliken sind vielmehr die Folge von Bauchweh und Blähungen. Ab dem dritten Lebensmonat gehen die Symptome dann rasch wieder zurück.

Die Ursachen für die 3 Monats-Koliken

Als Grund für die 3-Monats-Koliken wird häufig der noch nicht eingespielte Verdauungstrakt des Babys genannt, der sich erst an Nahrung gewöhnen muss. Blähungen sind häufig die Folge. Erkennbar ist dies an einer typischen Bewegung des Kindes: Es zieht die Beinchen zum Körper hin, um sie anschließend mit einem Ruck wieder von sich zu strecken. Neben den Verdauungsproblemen ist aber auch ein seelisches Unbehagen als Ursache möglich. Während der neun Monate im Mutterleib war das Baby rundum versorgt und geschützt, nun sehnt es sich nach Wärme und Nähe. Daher sind ausgiebige Kuscheleinheiten häufig die beste Alternative, um die kleinen Erdenbürger zu besänftigen. Schließlich tun Blähungen eurem Liebling weh, selbst wenn er ansonsten putzmunter ist. Die damit einhergehenden Schreiattacken rauben den Eltern den letzten Nerv, obwohl sie bereits alles versucht haben. Dennoch weint der Säugling in einer Tour. Da hilft letztlich nur Ruhe bewahren, das Baby wiegen oder herumtragen.Für weitere Tipps lest unseren Ratgeberbeitrag, wie ihr euer Baby beruhigen könnt.

Blähungen beim Baby

Vorbeugung: Blähungen durchs Baby-Stillen?

Um Koliken und Blähungen vorzubeugen bzw. sie im Ernstfall schnell zu beheben, gibt es einige Maßnahmen, die ihr ergreifen könnt. Da sich eure Ernährung auch direkt auf die Muttermilch auswirkt, ist es ratsam, wenn ihr zunächst auf Zwiebeln, Hülsenfrüchte oder Kohlsorten verzichtet. Diese gelten als besonders aufblähend und sind demnach auch für euren Säugling nicht angenehm. Zudem solltet ihr beobachten, ob die Blähungen nur nach bestimmten Mahlzeiten, die ihr zu euch genommen habt, auftreten. So kann es sein, dass euer kleiner Schatz auf Gluten allergisch reagiert, welches hauptsächlich in Lebensmitteln mit Getreide enthalten ist. Ihr müsst daher eure Ernährung nicht radikal umstellen, sondern eher auf gewisse Lebensmittel einige Tage verzichten, um gezielt auf Unverträglichkeiten aufmerksam zu werden.

Euer Baby schluckt Luft beim Trinken aus der Flasche?

Viele Experten sind der Meinung, dass Kinder, die die Flasche bekommen, häufiger zu Blähungen und Unverträglichkeiten neigen als Stillkinder. Schaut daher unbedingt auf die für euren Säugling passende Saugergröße. Sie darf nicht zu groß sein, da euer Baby ansonsten zu viel Luft mittrinkt. Außerdem solltet ihr die Flasche mit der Milch nicht durchschütteln, um auch hier keine unnötige Schaumbildung zu provozieren. Falls ihr befürchtet, dass euer kleiner Liebling die Milch nicht verträgt, könnt ihr die Sorte wechseln. Ein zu häufiges Springen zwischen verschiedenen Produkten führt aber wiederum eher zu Problemen. Um euren Nachwuchs bei Blähungen zu unterstützen, könnt ihr die Milch auch mit etwas Fencheltee verrühren. Dieser wirkt sich beruhigend auf die Darmaktivitäten aus.

Was hilft bei Blähungen beim Baby?

Ätherische Öle
Mit ätherischen Ölen den Bauch eures Babys massieren. Nutzt hierzu Zeige- und Mittelfinger und fahrt langsam im Uhrzeigersinn um den Nabel eures Lieblings.
Bewegungen
Zudem könnt ihr euer Baby auf den Rücken legen, und mit seinen Beinchen vorsichtig in der Luft „Fahrrad fahren“. Die Bewegungen entspannen seinen Bauch.
Spazieren tragen oder fahren
Frische Luft kann Abhilfe schaffen.
Gymastikball
Wippt auf einem Gymnastikball mit eurem Schatz im Arm.
Wärmflaschen/Kirschkernkissen
Sie können die Schmerzen lindern. Beachtet hierbei aber unbedingt, dass die Wärmespender nicht zu heiß sein dürfen! Eine große Auswahl an Kirschkernkissen findest du hier.
Fliegergriff ausprobieren
Hierbei liegt euer kleiner Schatz bäuchlings auf eurem Unterarm oder alternativ auf eurem Oberschenkel. Der sanfte Druck von Arm oder Bein hilft, die Luft aus dem Bauch entweichen zu lassen.
Anti-Kolik-Flaschen/Spezial-Nahrung

Was hilft bei Durchfall beim Baby?

Etwas problematischer wird es bei Durchfall sowie Magen-Darm-Infektionen. Sobald der Stuhl grünlich ist oder Blut enthält, solltet ihr direkt einen Arzt aufsuchen. Gleiches gilt bei länger anhaltendem Fieber über 38,5° Celsius. Wenn euer Kind nicht genug trinkt bzw. keine Flüssigkeit bei sich behalten kann, ohne sie zu erbrechen, ist ebenso höchste Vorsicht geboten. Kinder trocknen sehr viel schneller aus als Erwachse und benötigen daher ärztliche Unterstützung.

Fazit

Bauchschmerzen von Dreimonatskoliken und Blähungen sind bei vielen Kindern üblich und verschwinden mit Regulierung der Darmflora nach einigen Wochen meist ebenso schnell, wie sie gekommen sind. Wenn ihr unseren Tipps nachgeht, könnt ihr dem Leiden eures kleinen Schatzes schnell Abhilfe verschaffen. In allen anderen Fällen solltet ihr zunächst ruhig bleiben, sodass eure Nervosität nicht auf euren Sprössling abfärbt. Insofern sich die Tonlage eures schreienden Kindes jedoch merklich verändert, es über mehrere Stunden brüllt und auch sein Bauch steinhart wird, ist sofort ein Arzt aufzusuchen. Auch bei ernsten Magen-Darm-Infekten solltet ihr nicht zu lange zögern. Wenn ihr unsicher seid, ist die Meinung eines Experten stets die beste Methode, um euch Sicherheit zu verschaffen.

Wir wünschen eurem kleinen Schatz alles Gute!

Euer Team von babymarkt.de