Baby hat Schmerzen, weil es zahnt

Zahnen bei Babys – DIE Ausrede für Schreihals-Eltern

Auch schon mal dabei ertappt? Euer Kind schreit den ganzen Supermarkt zusammen. “Was hat es denn?” fragen alle besorgt. Wohl genährt, gesund und liebevoll betüdelt – was der Nachwuchs jetzt noch hat, wüsstet ihr selbst gern. Da flüstert ein Teufelchen in euer Ohr: “Sag ‘er zahnt’. Das zieht immer!”.

Beim Stichwort ‘Zahnen’ sind sich schließlich alle einig: Der arme kleine Schatz darf brüllen soviel er will, das Zahnen ist schließlich eine schreckliche Bürde!

Jeder Zahn hat ganz schön zu kämpfen

Infografik zu Babys erste Zähnchen

Die ersten Milchzähne bahnen sich meist ab dem 6. Monat den Weg durch den kleinen Kiefer. Der allererste Schneidezahn wird frenetisch gefeiert. Wenn zwischen dem 20. und 30. Monat dann der letzte Backenzahn von 20 Milchzähnen durchkommt, bemerkt es schon keiner mehr. Dabei hat jeder Zahn ganz schön zu kämpfen, um zu seinem Einsatzort zu gelangen.

Dass die ersten Zähnchen des kleinen Lieblings kommen, merken viele Eltern bereits einige Wochen im Voraus. Denn der Durchbruch der Beißerchen kündigt sich bei den meisten Kindern durch innere Unruhe, Nörgelei und Unzufriedenheit an. Sobald sich die Zähne an die Oberfläche drücken wollen, fängt der Kieferknochen bei den Kleinen an zu spannen, das Zahnfleisch schwillt an und rötet sich. Dies führt nicht selten zu Schmerzen bei eurem kleinen Schatz.

Aber keine Sorgen: Es gibt Zahnungshilfen

    • Massiert mit Fingerlingen aus Silikon oder gut gewaschenen Fingern vorsichtig den Kiefer eures Kindes. Auf diese Weise nehmt ihr den Druck.
    • Zudem könnt ihr gekühlte Beißringe verwenden, welche das Zahnfleisch sanft massieren und so die Schmerzen während des Zahnens lindern. Wichtig dabei ist, dass ihr den Beißring nicht in das Eisfach, sondern nur in den Kühlschrank legt.
    • Ab dem Beikostalter tut es auch gut, wenn ihr eurem Baby kalte Möhren- oder Gurkensticks sowie Apfelstückchen oder Brotkrusten anbietet, auf denen es herumkauen kann. Dies wirkt ähnlich zu einer Massage und verhindert gleichzeitig, dass euer Kind ständig auf seine eigenen Finger beißt. Lasst euer Kind während des Essens nicht alleine, da es sich an den Stückchen und Sticks verschlucken kann.
    • hartes Holzspielzeug zum Kauen schafft ebenfalls Linderung
    • Zahngel aus der Apotheke enthält ein Lokalanästhetikum, dieses betäubt die eingeriebene Stelle. Hier besteht die Gefahr, dass euer Kind dieses Gel schluckt und dadurch auch der Hals betäubt wird, Schluckbeschwerden können hier die Folge sein. Daher solltet ihr immer nur wenig Gel exakt auf das betroffene Zahnfleisch geben.
    • Eine Alternative zum Zahnungsgel bietet die Veilchenwurzel. Das Kind kann auf der Veilchenwurzel herumkauen und sich so das Zahnfleisch massieren. Die Veilchenwurzel sondert ein Enzym ab, das an der Stelle eine natürliche Schmerzlinderung durch leichte Betäubung schafft. Diese Linderung wirkt nur auf dem Zahnfleisch und kann nicht durch das Schlucken in den Hals wandern. Eine Veilchenwurzel solltet ihr mindestens einmal in der Woche abkochen, um die Bakterien abzutöten.
    • Ein gutes homöopathisches Mittel speziell für das Zahnen ist OSANIT, welches ihr in der Apotheke bekommt.
    • Wenn euer Kind die Schmerzen nicht aushält, könnt ihr auch Viburcol Zäpfchen (Heel) oder die Fieber- und Zahnungszäpfchen (Weleda) geben.
    • Wenn sich euer Kind sehr quält oder Temperatur entwickelt, solltet ihr bei Bedarf auch Schmerz- und Fieberzäpfchen verwenden. (Beachtet die Packungsbeilage und besprecht es mit eurer Hebamme oder eurem Arzt.)

Weitere Zahnungshilfen finden Sie in unserem Shop.

Rotbäckchen

Ein weiteres Anzeichen sind die so genannten Zahnungsbäckchen. Beim Zahnen ist die Partie rund um den Kiefer stärker durchblutet, wodurch sich die Wangen röten. Zudem wird die Speichelproduktion angeregt, sodass zahnenden Babys häufig Spucke aus dem Mund rinnt. Ein Lätzchen hilft, damit die Kleidung nicht feucht wird. Einige Eltern berichten, dass ihr Sprössling während des Zahnens kaum mehr Hunger hat und unter Durchfall oder Verstopfung leidet. Auch die Haut wird sensibler, wodurch sich wunde Stellen insbesondere am Po und im Gesicht bilden können.

  • Greift vermehrt zu Wundsalben, wechselt die Windeln häufiger und haltet das Gesicht schön trocken.

Geschwächter Körper

Der Körper eures Nachwuchses fokussiert sich in dieser Zeit hauptsächlich auf das Zähne kriegen, sodass das Immunsystem überfordert ist. Sobald zu unüblichen Darmaktivitäten und Hautausschlägen auch Fieber hinzukommt, oder euer Kind Nahrung gänzlich verweigert, solltet ihr aber einen Arzt aufsuchen. In allen anderen Fällen hilft Zuwendung, Ruhe und ganz viel kuscheln.

Kleines Mädchen zeigt ihre Zähne

Richtige Zahnpflege von Anfang an

Eine gute Zahnhygiene ist sehr wichtig für die Gesundheit eures Kindes, denn die Bakterien, die im Mund entstehen, können in den Organismus geraten und somit zu Krankheiten führen. Um das zu vermeiden muss euer Kind bereits während des Zahnens an die tägliche Routine des Zähneputzens gewöhnt werden.

    • Schon vor dem ersten Zahndurchbruch könnt ihr das Zahnfleisch mit einem Zahnfingerling massieren und säubern. So erhält euer Kind schon einmal das Gefühl für das Zähne putzen.
    • Ab dem ersten Zähnchen solltet ihr mit einer weichen Kinderzahnbürste mindestens zweimal am Tag Zähne putzen. Wenn ihr Vitamin D in Kombination mit Fluor als Tablette geben möchtet, solltet ihr nur Zahnpasta ohne Fluor verwenden. Falls ihr reines Vitamin D gebt ist es wichtig, dass die Zahnpasta eures Kindes Fluorid enthält. Fluorid stärkt den Zahnschmelz und ist sehr wichtig, sollte aber nicht überdosiert werden. Zahnärzte plädieren für die Zahnpasta mit Fluorid, da diese lokal am Zahn besser aufgenommen werden kann, als in Tablettenform. Ein kleines Kind kann noch nicht ausspülen oder ausspucken, sondern saugt und schluckt die Zahnpasta automatisch. Deshalb ist es wichtig eine Zahnpasta zu benutzen, die auf das Alter eures Kindes ausgelegt ist – sprich, ihr solltet eine Zahnpasta verwenden, die eine Altersangabe von null bis zwei Jahren trägt.
    • Ganz wichtig für die Zahnpflege ist es, dem Kind keine gesüßten Getränke durch die Flasche anzubieten. Hierzu zählen auch Säfte, gesüßte Tees oder Kakao. Auf vielen Getränken steht aufgedruckt, dass sie ohne Zuckerzusätze sind. Beachtet aber immer, dass trotzdem Fruchtzucker enthalten sein könnte!
    • Ab etwa dem 18. Lebensmonat möchten die Kleinen sich die Zähne selber putzen. Kontrolliert immer und putzt gründlich nach. Mit 30 Monaten sollten alle 20 Milchzähne da sein. Die Milchzähne fallen in der Regel mit dem sechsten Lebensjahr aus und werden durch die bleibenden Zähne ersetzt.

Wie ist das Zahnen bei eurem Baby verlaufen und was hat ihm am besten geholfen? Wir freuen uns auf eure Erfahrungen und Tipps.

Euer Team von babymarkt.de

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