Beikost

Beikost für Babys – Schmeckt besser, als es aussieht!

In den ersten Monaten ist das Stillen des Babys besonders wichtig für eine gesunde Entwicklung des Neugeborenen. Es versorgt die Kleinen optimal mit allen wichtigen Nährstoffen und stärkt so das Immunsystem. Doch euer kleiner Liebling ist hungrig und will wachsen. Daher reicht mit der Zeit die Muttermilch alleine nicht mehr aus, da mit zunehmendem Alter des Babys auch der Nährstoffbedarf steigt. Dies ist zumeist ab dem fünften Monat oder spätestens zu Beginn des siebten Monats der Fall. Und auch, wenn die Beikost nicht immer ganz so appetitlich aussieht – schmecken tut sie eurem kleinen Leckermäulchen allemal.

Früher (also vor der 17. Woche) solltet ihr vom Beikost-Start Abstand nehmen, da das Zufüttern das Risiko einer Allergie erhöhen kann und der Saugreflex zudem noch zu stark ausgebildet ist. So wird das Füttern mit dem Löffel erschwert, wenn euer Baby eigentlich denkt, dass es an eurer Brust nuckelt. Welche Voraussetzungen für Beikost erfüllt sein sollten und was ihr bei der Lebensmittelauswahl beachten solltet, erfahrt ihr in den folgenden Abschnitten.

Für Frühstarter und Spätentwickler

Babys entwickeln sich unterschiedlich. Dies ist vor allem bei dem Thema Beikost zu bemerken. Nicht jedes Baby ist zu Beginn des fünften Monats bereit für Brei und feste Nahrung. Damit ihr den richtigen Zeitpunkt bei eurem Baby erkennen, solltet ihr auf ein paar Dinge achten. Zunächst ist es wichtig, dass euer Baby gesund ist und dass es nicht genau zu diesem Zeitpunkt ein anderes wichtiges Entwicklungsstadium, wie z.B. die ersten Zähnchen oder die ersten Schritte, durchläuft. Ansonsten kann es schnell überfordert sein. Auch sollte euer Baby nahezu alleine sitzen und seinen Kopf selbstständig aufrecht halten können. Vor allem aber ist das Interesse an dem Essen der Erwachsenen wichtig und dass es bereits Gegenstände zum Mund führt. So wird das Füttern erleichtert.

Alle bereit?

Doch nicht nur die Bereitschaft eures Babys ist wichtig. Auch ihr selbst solltet euch die Frage stellen, ob ihr schon bereit seid. Manchen stillenden Müttern fällt es schwer, ihren kleinen Schatz loszulassen und ihm das eigenständige Essen beizubringen. Vor allem, wenn sich das Stillen anfangs schwierig gestaltet hat und sie sich gerade erst daran gewöhnt haben. In diesem Fall solltet ihr noch mit der Beikost warten. Zu guter Letzt sollte euch und eurem Baby auch genügend Zeit für den ersten Brei zur Verfügung stehen. Das Essen-Lernen ist ein mühsamer Prozess, der für beide mit viel Geduld und Ausdauer verbunden ist. Daher ist es sinnvoll, wenn euer Terminkalender zum Beikoststart nicht zu voll ist. Wenn euer Baby die Voraussetzungen erfüllt, kann es losgehen. Doch beginnt nicht, wenn euer Baby satt oder hungrig ist. Sehr wahrscheinlich kennt ihr aus eigener Erfahrung, dass dann nicht der richtige Zeitpunkt für Experimente ist.

Breiige Angelegenheit

Zum Start der Beikost empfiehlt sich Gemüsebrei. Dieser enthält im Gegensatz zu Obstbrei keinen Zucker. So gewöhnen sich die Kleinen nicht an den süßen Obstgeschmack und ziehen ihm anderen Breisorten vor. Häufig werden zum Start Karotten oder Pastinaken püriert. Ersetzt zunächst die Milchmahlzeit am Mittag durch ein paar Löffel Gemüsepüree. Wenn dies gut von eurem Baby angenommen wird, könnt ihr von Monat zu Monat eine weitere Milchmahlzeit durch Brei ersetzen, bis ihr schließlich vollständig zu Brei übergeht. Dies kann bis zu viereinhalb Monaten dauern.

Alles neu…

Wenn euer Baby den ersten Brei wieder ausspuckt oder sogar dabei anfängt zu jammern, verzweifelt nicht. Die Konsistenz, der Geschmack und die Art des Fütterns sind komplett neu für euren kleinen Schatz. Er muss sich erst an die neue Nahrung und an den Löffel gewöhnen. Also, keine Eile! Gebt ihm Zeit und versucht es eventuell nach ein paar Tagen noch einmal. Ihr könnt den Babybrei entweder kaufen oder selbst kochen. In unserem Online-Shop findet ihr eine große Auswahl an Babybrei und Beikost.

  • Denkt daran, eurem Kind auch etwas zu trinken bereitzustellen, wenn ihr mit Beikost anfangt. Geeignet sind Wasser, ungesüßter Kindertee oder ungesüßte Fruchtsaftschorlen. Mit Hilfe des Getränks kann die feste Nahrung besser rutschen und die Verdauung wird unterstützt.

Beikost – Auch für die kleinsten Gourmets das Richtige dabei

Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei

Nach den ersten Löffeln Gemüsebrei könnt ihr den Brei mit Kartoffeln und Fleisch oder Fisch kombinieren und euer Baby so langsam zu der neuen Mittagsmahlzeit hinführen. Schneidet dazu das Gemüse (100 g) und die Kartoffeln (50 g) einfach in kleine Stücke und gart sie zusammen mit klein geschnittenem Fleisch (30 g) (z.B. Schwein, Kalb, Rind, Lamm oder Geflügel) oder Fisch (z.B. Lachs) wenige Minuten in einem Topf. Anschließend püriert ihr die Stücke und den Sud mit einem Pürierstab und rührt zum Schluss etwas Rapsöl (1EL) unter. Bei der Wahl der Gemüsesorte könnt ihr frei nach eurem eigenen und dem Geschmack eures Babys wählen – ganz nach dem Motto: Erlaubt ist, was schmeckt!

  • Neben Karotten und Pastinaken eignen sich ebenfalls Kürbisse, Kohlrabi, Blumenkohl, Brokkoli und Zucchini. Diese Sorten sind gut verträglich und somit ideal für den Beikost-Start. Auch bei der Kartoffel als Grundlage könnt ihr variieren und sie ab und zu durch Vollkornnudeln oder Naturreis ersetzen. Verzichtet jedoch darauf, den Brei nachzuwürzen. Salz und weitere Gewürze sind nichts für Babys.

Milch-Getreide-Brei

Nach einem Monat, also frühestens zu Beginn des 6. Monats und spätestens Anfang des 8. Monats, kommt eine weitere Breisorte auf den Speiseplan eures Babys – der Milch-Getreide-Brei. Dieser ersetzt das abendliche Stillen oder das Fläschchen. Er enthält viele wichtige Nährstoffe und sättigt gut, sodass die Nächte wieder erholsamer werden. Bei den Bestandteilen achtet ihr auf Vollmilch (3,5 % Fett) und Vollkornprodukte, wie zum Beispiel Haferflocken, Dinkelflocken oder Vollkorngrieß. Falls Allergien in eurer Familie bekannt sind, müssen die Kleinen bei dem Brei dennoch nicht auf die Kuhmilch verzichten. Ihr könnt euer Baby mit allen gesunden Lebensmitteln füttern, auch wenn ihr vorher auf hypoallergene Milchnahrung (HA) zurückgegriffen habt. Die HA-Milchnahrung dient nur zur Prävention von Allergien bei Babys, die allergiegefährdet sind. Ist allerdings schon eine Allergie gegen Kuhmilch bei eurem Baby aufgetreten, haltet vorab Rücksprache mit eurem Kinderarzt.

Finger weg von unnötigen Süßmachern!

Verzichtet beim Selberkochen vom Milch-Getreide-Brei unbedingt auf Zucker, Honig und andere Süßungsmittel! Honig kann aufgrund eines Darmerregers sogar gefährlich für euer Kind werden und dessen Körper vergiften. Bei Fertigbreien werft vor dem Kauf einen Blick auf die Zutatenliste, um entsprechende Bestandteile auszuschließen. Für die eigene Zubereitung nehmt ihr einen Topf und rührt 200 ml kalte Vollmilch zusammen mit 20 g Vollkorngetreide. Wenn ihr lieber Grieß verwenden möchtet, kocht die Milch vorher und rührt den Grieß dann unter. Anschließend lasst ihr das Milch-Getreide-Gemisch aufkochen und danach für ein paar Minuten weiterkochen. Jetzt fehlen nur noch 2 EL Fruchtsaft oder Fruchtpüree und dann kann das Geschmackserlebnis beginnen: Mund auf – Löffelchen rein – mhhh lecker!

Getreide-Obst-Brei

Nach einem weiteren Monat kann die Nachmittagsmahlzeit durch einen Getreide-Obst-Brei ersetzt werden. Dieser besteht ausschließlich aus Vollkornflocken oder Grieß gemischt mit Obstmus. Er enthält keine Milch. Damit euer Kind ausreichend Vitamine und Eisen zu sich nimmt, mengt etwas Fett unter die Breimasse. Auch im Getreide-Obst-Brei hat Zucker nichts zu suchen. Bei der Zubereitung geht ihr genauso vor wie beim Milch-Getreide-Brei, nur, dass ihr anstatt Milch Wasser (90 ml) verwendet. Getreideflocken (20 g) vermischt ihr mit kaltem Wasser, Grieß mit kochendem Wasser. Anschließend die Masse aufkochen lassen und dann das pürierte oder zerdrückte Obst (100 g) dazugeben. Abschließend mischt ihr 1 TL Rapsöl unter und fertig ist der leckere Brei.

  • Bei der Obstsorte könnt ihr wieder frei wählen. So eignen sich Äpfel, Birnen, Bananen, Nektarinen, Pfirsiche oder Aprikosen aufgrund ihrer Verträglichkeit am besten. Achtet jedoch darauf, dass ihr nur eine Obst- und Getreidesorte pro Mahlzeit verwendet.

Familienkost

Verschiedene Tageszeiten – verschiedene Gerichte

Ab dem 10. Monat bis zum Ende des 1. Lebensjahres entwächst euer Baby immer mehr dem Breialter und kann allmählich zu festerer Nahrung übergehen. Vielleicht hat es in den letzten Wochen schon vermehrt mit eurem Essen geliebäugelt und Interesse gezeigt. Dies ist ein gutes Zeichen für den Übergang zur Familienkost. Natürlich ist dieser Zeitpunkt auch abhängig von dem Wachstum der Zähne. Ihr müsst das Essen nun nicht mehr pürieren – zerdrücken oder klein schneiden reicht. Bisher wurden Monat für Monat die Milchmahlzeiten am Mittag, Nachmittag und Abend ersetzt. Mit Übergang zum Essen der Großen entfällt nun auch das Stillen oder das Fläschchen am Morgen und Vormittag. Das Ende der Stillzeit ist erreicht. Weitere Informationen dazu erfahrt ihr sowohl in unserem Ratgeber als auch in unserer Themenwelt.

Morgens, mittags, abends…

Reicht eurem Kind zum Frühstück Milch aus einem Trinklernbecher und Vollkornbrot ohne Rinde mit Butter bestrichen. Als Alternative könnt ihr auch Müsli wählen. Mittags solltet ihr eurem Kind wie gewohnt Gemüse, Kartoffeln/Nudeln/Reis und Fleisch/Fisch in Form des Familienessens anbieten. Das Abendessen besteht aus Milch, Brot und Obst. Als Zwischenmahlzeit am Vor- und Nachmittag eignen sich Fingerfood in Form von Obst- und Gemüsesticks und Brot oder Zwieback. So seid ihr, zuhause oder unterwegs, wenn der kleine Hunger kommt, auf der sicheren Seite. Mit Hilfe eines praktischen und bunten Esslernsets macht das Essen noch mehr Spaß. Passende Esslern-Sets und Trinklernbecher findet ihr in unserem Onlineshop auf babymarkt.de.

Euer Team von babymarkt.de wünscht euch und eurem Kind einen guten Appetit!

2 Antworten
  1. Mini-lili@web.de'
    Henrietta says:

    Sorry aber: Was für ein Schwachsinn. Die Muttermilch passt sich den Erfordernissen des Babys an. Sie ist nicht von jetzt auf gleich plötzlich nicht mehr “genug”. Wenn man es darauf anlegen würde könnte man sein Kind locker 4 Jahre voll Stillen, ohne dass es ihm an etwas mangeln würde.
    Also da solltet ihr echt noch mal nacharbeiten und das anders Formulieren, statt die Pferde scheu zu machen!!!

    Antworten
    • fabrizius@babymarkt.de'
      Jacqueline says:

      Hallo liebe Henrietta,

      vielen Dank für deine Nachricht. Natürlich hast du recht und es ist in vielen Ländern dieser Welt normal bis zum zweiten Lebensjahr und darüber hinaus voll zu stillen.
      Die WHO und auch das Institut für Kinderernährung sagt aber in der Empfehlung ganz klar:
      Ausschließliches Stillen für ungefähr ein halbes Jahr ist wünschenswert und sinnvoll, geeignete Beikost soll abhängig vom individuellen Entwicklungsstand des Kindes frühestens ab dem 5. Lebensmonat und spätestens ab dem 7. Lebensmonat angeboten werden, wobei parallel noch im gesamten zweiten Lebenshalbjahr weitergestillt werden sollte. Diese Empfehlung gilt für die Industrieländer.
      Wie oben erwähnt, ist der Beikost-Start abhängig vom individuellen Entwicklungsstand. Ist ein Kind wirklich bereit für die Beikost und erfüllt die Beikostreifezeichen?
      Hierfür haben wir ein Hebammentipp in unserem Blog :
      https://www.babymarkt.de/ratgeber/baby/flasche-beikost/ab-wann-ist-mein-kind-bereit-fuer-beikost/

      Wir möchten mit dem Text keinen Druck aufbauen, sondern geben lediglich die aktuellen Empfehlungen an die Eltern weiter.

      Liebe Grüße,
      Jacqueline

      Antworten
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