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5. Tipps für eine sichere Schlafumgebung

In den Industrienationen ist die häufigste Todesursache bei Kindern unter einem Jahr der plötzliche Kindstod, auch SIDS (Sudden Infant Death Syndrom) genannt. Doch aufgrund der neuesten Empfehlungen sind die Fälle in Deutschland um rund 80 Prozent zurückgegangen. Dieser hohe Rückgang der Todesfälle bestätigt, dass man mit den folgenden Maßnahmen seinem Kind einen guten Schutz davor bieten kann.

1. Die Schlafposition

Empfohlen wird nur die Rückenlage als Schlafposition. Bei der Seitenlage ist das Risiko, in die Bauchlage zu rollen, zu groß. Von der Bauchlage als Schlafposition wird komplett abgeraten. Viele Eltern haben Angst, dass das Kind sich in der Rückenlage am Erbrochenen verschlucken und daran ersticken kann. Dies konnte jedoch widerlegt werden. Da die Luftröhre vor der Speiseröhre liegt, ist diese Gefahr sogar eher in der Bauchlage gegeben. Ihr solltet euer Kind nur in Wachphasen in Bauchlage legen, damit es die Nackenmuskulatur und Motorik trainieren kann.

2. Schlafumgebung

Kinder gehören im ersten Lebensjahr in das Schlafzimmer der Eltern. Sie werden durch die Atem- und Schnarchgeräusche zum Atmen animiert und Eltern merken schneller, wenn es ihrem Kind nicht gut geht. Viele Eltern nehmen ihr Kind auch mit ins eigene Bett, dies erhöht jedoch das Risiko des SIDS. Davon ist abzuraten, besonders wenn einer der beiden Elternteile Raucher ist. Unsere Hebammen empfehlen das babybay Beistellbett.
Das Bett des Kindes ist mit einer festen und luftdurchlässigen Matratze auszustatten, die nicht einsinkt. Felle, Spielzeug, Nestchen und Himmel haben am Kinderbett nichts zu suchen. Es sieht natürlich hübsch aus, um aber den SIDS vorzubeugen, empfiehlt sich eher ein schlichtes Bett ohne Wärmedämmer und Staubfänger.
Ein Kissen und eine Decke benötigt euer Kind im ersten Lebensjahr nicht. Die Gefahr, dass euer Kind sich die Decke oder das Kissen über den Kopf zieht besteht damit nämlich. Empfohlen wird nur ein passender Schlafsack. Dabei muss beachtet werden, dass der Halsumfang des Schlafsackes nicht größer als der Kopfumfang ist, damit euer Kind nicht reinrutscht. Passende Schlafsäcke und Mäxchen findet ihr in unserem Shop. Man berechnet immer die Körperlänge des Kindes minus Kopflänge plus 10-15 Zentimeter zum Strampeln und Wachsen. Zum Schlafen reicht eine Windel und ein Schlafanzug plus Schlafsack vollkommen aus. Wenn ihr euer Kind puckt, lasst den Schlafsack weg.
Die ideale Zimmertemperatur beträgt 16-18 Grad, Kinder mögen es eher kühler. Dies könnt ihr ganz leicht mit Hilfe eines Zimmerthermometers messen. Wir raten davon ab das Bett in die pralle Sonne oder an die Heizung zu stellen. Legt besonders viel Wert darauf, dass der Kopf frei bleibt (das heißt keine Mützchen, Kapuzen etc.). Denn das Kind gibt überschüssige Wärme über den Kopf ab.

3. Rauchfrei

Ein großer Risikofaktor für den plötzlichen Kindstod ist das Rauchen. Achtet auf eine absolut rauchfreie Umgebung, besonders in der Wohnung.

4. Stillen

Verschiedene Studien haben ergeben, dass gestillte Kinder seltener an SIDS versterben, da sie nachts leichter und häufiger aufwachen. Damit ist die Gefahr eines Atemstillstandes im Zusammenhang mit einer schweren Erweckbarkeit geringer als bei Flaschenkindern.

5. Arztbesuche

Zur Vorbeugung des plötzlichen Kindstodes gehören auch regelmäßige Arztbesuche. Haltet die U-Untersuchungen ein und kontaktiert den Kinderarzt direkt bei folgenden Warnhinweisen und Problemen:

Folgende Symptome können Anzeichen dafür sein, ob euer Kind eventuell gefährdet ist:

  • Euer Kind wird um den Mund herum oder im ganzen Gesicht blau, schwitzt nachts stark oder wirkt im Schlaf auffallend blass.

  • Fieber tritt ohne ersichtlichen Grund auf (Zähne, Impfung).

  • Das Kind verweigert das Essen.

  • Ihr bemerkt, dass euer Kind Atempausen über 15 Sekunden oder kürzere Atempausen einlegt, die mit stärkerer Blässe oder blauen Lippen einhergehen.

  • Euch fallen Flecken am Körper eures Kindes auf.

  • Euer Kind schreit auffallend schrill und lässt sich nicht beruhigen

  • Euer Kind schläft tiefer und fester und ihr könnt es nur sehr schwer wecken.

  • Beim Trinken verschluckt oder erbricht sich euer Kind häufig.

  • Euer Kind hat starkes Untergewicht. Hier ist das SIDS-Risiko höher, als bei anderen Kindern. Eine intensive Betreuung durch eure Hebamme oder euren Kinderarzt ist hier sehr wichtig.

Mehr zum plötzlichen Kindstod findet ihr hier.

Dies sind die wichtigsten Empfehlungen nach den neuesten Richtlinien. Wenn ihr weitere oder detailliertere Fragen habt, wendet euch an eure Hebamme oder an euren Kinderarzt.

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