Das Stillen

Julia
Julia04.10.2014Lesezeit ca. 5 Minuten
Mutter stillt Baby

Stillen ist viel mehr als eine reine Mahlzeit. Stillen bedeutet für euer Kind Nähe, Geborgenheit, Sicherheit und Schutz. Neben dem intensiven Körperkontakt, dem Geruch euer Haut und dem Blickkontakt, wird durch das Stillen auch die Bindung und das Vertrauen gestärkt. Das Stillen ist nicht nur die natürlichste Sache der Welt, sondern auch sehr praktisch. Man hat die Muttermilch immer in der richtigen Temperatur und der ausreichenden Menge dabei und sie belastet den Geldbeutel nicht. Alle Produkte rund ums Stillen findet ihr in unserem Online Shop.

Themenwelt Stillen

Das Stillen: Optimale Nährstoffversorgung durch Muttermilch

Die Muttermilch ist perfekt auf die Bedürfnisse eures Kindes abgestimmt. Ab der Geburt bis zum Milcheinschuss bekommt das Kind das Kolostrum (Vormilch). Das Kolostrum ist sehr leicht verdaulich und optimal auf den unreifen Verdauungstrakt des Kindes abgestimmt. Zusätzlich enthält sie wichtige Abwehrstoffe, die eurem Kind einen Schutz gegen Krankheiten bietet. Nach dem Milcheinschuss und in den ersten zwei bis drei Wochen wird euer Kind mit der Übergangsmilch versorgt, die weniger Eiweiß enthält, dafür aber mehr Kohlenhydrate und Fett beinhaltet und euer Kind länger sättigt. Ab der dritten bis vierten Lebenswoche steht dann die „reife“ Muttermilch für euer Kind bereit, die es optimal mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt.

Vorteile des Stillen

Durch die in der Muttermilch enthaltenen probiotischen Milchsäurekulturen wird die Darmreifung unterstützt und die Darmflora gestärkt, so dass die Abwehrkräfte gestillter Kinder nachweisbar größer sind. Zudem ist der Eiweißgehalt immer perfekt abgestimmt und die besondere Form des Muttermilcheiweißes ist für die Kinder am einfachsten aufzunehmen und zu verdauen. Studien haben ergeben, dass ein Eiweißüberschuss die Nieren belastet und Übergewicht im Erwachsenenalter provoziert. Ein ganz wichtiger Bestandteil der Muttermilch sind die langkettigen-mehrfach ungesättigten Fettsäuren (LC-PUFA), die zuständig für die Gehirnentwicklung der Kinder zuständig sind. Kinder können die LC-PUFA im ersten Lebensjahr noch nicht selber bilden und werden durch das Stillen neben den Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen auch damit versorgt. In mehreren Studien wurde auch nachgewiesen, dass bei Stillkindern, die sechs Monate nur durch Muttermilch ernährt worden sind, das Allergierisiko um 50 % sinkt. Und ein weiterer Vorteil ist, dass das Brustkrebsrisiko bei Frauen die Stillen rapide verringert wird.

Der Start ins Stillen

Für einen guten Start ins Stillen ist es ganz wichtig Ruhe zu bewahren. Ihr müsst euch erst einmal als Familie kennenlernen und euch Zeit nehmen. Was für ein Gemüt hat euer Kind an der Brust? Ist es hastig und trinkt gierig oder eher verträumt und ein Genießer? Ihr müsst zusammen finden und euch viel Zeit für das Stillen nehmen. Sucht euch einen ruhigen Platz und macht es euch so bequem wie möglich, denn das Stillen soll auch für euch entspannend sein. Um wunde Brustwarzen und Brustentzündungen zu vermeiden, ist es von großer Bedeutung auf das richtige Anlegen zu achten:

– Am Anfang ist es am einfachsten, im Sitzen zu stillen. Legt euch ein Stillkissen unter den Arm und unter das Kind, so ist es einfacher für euch beide. Der Bauch des Kindes liegt in dieser Position immer am Bauch der Mutter. Für den Start bietet sich der C-Griff an. Dabei liegen die Finger flach unter der Brust und der Daumen liegt oberhalb der Brustwarze. Ihr stützt die Brust mit eurer Hand, ohne den Warzenhof zu berühren. Jetzt bietet eurem Kind die Brust an. Wichtig ist es darauf zu achten, dass das Kind die komplette Brustwarze und einen Großteil des Warzenhofes ansaugt. Haltet die Brustwarze an den kindlichen Mund und wartet, bis euer Kind den Mund weit öffnet und seine Zunge am Boden der Mundhöhle ist, dann führt euer Kind mit einer zügigen Bewegung an die Brust.

– Wenn ihr merkt, dass euer Kind nicht mehr trinkt, sondern nur noch an der Brust nuckelt, solltet ihr das Kind ablösen, um eure Brustwarzen zu schützen. Um das Vakuum zu lösen, schiebt euren kleinen Finger vorsichtig in den Mundwinkel eures Kindes. Nach dem Stillen verreibt die an der Brustwarze verbleibende Muttermilch und lassen es kurz lufttrocknen. Dies ist der beste Schutz vor eindringenden Bakterien und hilft auch bei gereizten Brustwarzen.

Gewöhnung ans Stillen

Die Muttermilchmenge muss sich eurem wachsenden Kind anpassen. Angebot und Nachfrage ist hier das Stichwort. Euer Kind darf nach Bedarf trinken, soviel und so oft es möchte. So passt sich die Menge automatisch an die Bedürfnisse an. Auch wenn euer Kind mal Tage hat, an denen es fast stündlich trinken möchte, heißt es durchhalten. Dadurch steigert sich die Milchmenge in den nächsten Tagen und das Kind kommt wieder in seinen normalen Rhythmus. Nach den anfänglichen Stillschwierigkeiten in den ersten zwei Wochen, in denen sich die Brustwarzen an die neue Situation gewöhnen müssen, sollte das Stillen für euch und euer Kind eine Auszeit sein. Mit viel Ruhe, Geduld und Nähe werden Sie bald ein unschlagbares Team.

Wir wünschen euch eine angenehme Stillzeit!

Euer Team von babymarkt.de