Wann ist es denn endlich soweit? – Wenn der Nachwuchs auf sich warten lässt

Julia
18.11.2018Lesezeit ca. 8 Minuten
Kleines Mädchen küsst Babybauch der Mama

Bei den ersten Untersuchungen bestimmt euer Gynäkologe oder eure Hebamme den Entbindungstermin. Dieser wird nach dem ersten Tag der letzten Periode oder auch mit Hilfe des Ultraschalles festgelegt. Doch wenn der große Tag ohne Wehen an einem vorbeizieht sind viele Eltern verunsichert. Wie lange ihr in Ruhe abwarten könnt und welche natürlichen Maßnahmen oft schon Wehen hervorrufen, erfahrt ihr hier.

Ihr seid schwanger, aber wisst noch nicht wo ihr gebären wollt? Wir zeigen euch drei beliebte Geburtsorte und deren Besonderheiten.


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    Wann geht es endlich los?

    Genau an dem Stichtag kommen nur circa vier Prozent der Kinder zur Welt. 12 bis 15 Prozent der Ungeborenen lassen sich Zeit und strapazieren damit oft die Geduld ihrer Eltern. Natürlich möchtet ihr die Geburt hinter euch haben und endlich euer kleines Baby in den Händen halten. Doch der errechnete Geburtstermin ist nur eine ungefähre Angabe und kein Versprechen. Die Natur hat es so eingerichtet, dass euer Kind entscheidet, wann es zur Welt kommen möchte. Die Wehen beginnen erst, wenn euer Kind ein bestimmtes Hormon ausschüttet.

    Besondere Vorsichtsmaßnahmen

    Wenn ihr noch über den Termin hinaus schwanger seid, solltet ihr alle zwei Tage zur Untersuchung gehen. Neben dem Abhören der kindlichen Herztöne und dem Aufzeichnen der Wehentätigkeit (CTG) wird auch ein Ultraschall durchgeführt. Bei dem Ultraschall achtet der Arzt besonders auf die Placenta und die Fruchtwassermenge. Das häufigste Problem bei einer Terminüberschreitung bietet der Mutterkuchen. Dieser kann altern und damit verkalken. Somit wird das Kind nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt. Wenn dies der Fall ist verringert sich auch das Fruchtwasser. Wenn der behandelnde Arzt diese Anzeichen bei euch feststellt, würde er euch eine Einleitung empfehlen. Solange es eurem Kind im Bauch aber gut geht und es durch die Placenta ausreichend versorgt wird, solltet ihr abwarten und euch in Geduld üben. Ab der 42. Schwangerschaftswoche solltet ihr täglich zur Untersuchung.

    Eure ganz besondere Wartezeit

    Viele Frauen klagen über Beschwerden in den letzten Wochen und Tagen vor der Geburt. Der Bauch wird größer und immer schwerer, man kann sich nur schlecht bewegen und auch die Nächte sind kurz. Sie sehnen sich nach dem Entbindungstermin und sind enttäuscht, wenn das Kind diesen nicht einhält. Doch seht es auch mal von der anderen Seite. Wenn ihr das erste Mal Eltern werdet, sind es die letzten Tage als Paar. Ihr steht kurz davor eine Familie zu werden, es wird sich viel verändern und die Zweisamkeit wird in den ersten Wochen und Monaten etwas zu kurz kommen. Nehmt euch jetzt Zeit für euren Partner, genießt die gemeinsamen Stunden und Momente. Zusammen noch einmal Essen oder ins Kino gehen, einfach die Zeit zu zweit voll auskosten.

    Und wenn ihr euer zweites oder drittes Kind erwartet, gilt die Zeit und Aufmerksamkeit euren Kindern. Ein kleines Geschwisterchen zu bekommen ist eine große Umstellung für euren Nachwuchs und er muss lernen die Eltern zu teilen. Da Mama die nächsten Wochen viel Zeit mit dem Baby verbringen muss, ist es doch schön, wenn die Tage vor der Geburt den großen Kindern gehören.

    Wie lange könnt ihr übertragen?

    Je nach Klinik und Standard wird die Geburt zehn bis 14 Tage nach dem errechneten Termin eingeleitet. Der genaue Zeitpunkt richtet sich immer nach dem Befinden und der Untersuchungsergebnisse beim Kind und dem Gesundheitszustand der Schwangeren. Es gibt verschiedene Einleitungsmethoden, die je nach Muttermundbefund und Krankengeschichte von den Ärzten und Hebammen passend für dich angeboten werden. Bedenkt, dass auch eine Einleitung drei bis fünf Tage dauern kann.

    Natürliche Maßnahmen zur Wehenanregung:

    Ein warmes Bad
    Wenn ihr keine Kreislaufprobleme habt, kann ein warmes Bad Wunder wirken. Badet bitte niemals, wenn ihr alleine zu Hause seid, da der Kreislauf in der Schwangerschaft oft unbeständig ist. Um die Wirkung noch zu verstärken, könnt ihr ätherische Öle oder Kräuter verwenden. Zimtblätter, Nelkenöl oder Ingwerwurzelöl wirken wehenfördernd.
    Geschlechtsverkehr
    Gleich mehrere Faktoren wirken wehenanregend beim Geschlechtsverkehr.
    Oxytocin, das Liebes- und Wehenhormon, wird ausgeschüttet. Hinzu kommt das Sperma, das Prostaglandine enthält. Dies macht den Muttermund weich und wird auch in künstlich erzeugter Form bei Einleitungen verwendet. Durch einen Orgasmus zieht sich die Gebärmutter zusammen und kann auch somit Wehen auslösen. Regelmäßiger Geschlechtsverkehr zwei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin verhindert fast immer eine Übertragung.
    Körperliche Aktivität
    Spazierengehen, Bauchtanz, Yoga oder auch kreisende Bewegungen auf dem Gymnastikball helfen eurem Kind den Weg ins Becken zu finden. Das Köpfchen kann dann leichter auf den Muttermund drücken und somit die Wehen auslösen. Wichtig ist, dass ihr euch nicht überanstrengt, ihr braucht eure Kräfte noch für die Geburt. Stundenlanges Treppensteigen ist einfach nur kräftezehrend und überflüssig. Ihr solltet dabei auch auf bequeme Umstandmode achten, damit nichts drückt oder zwickt.
    Alternativmethoden
    Eure Hebamme hilft euch gerne mit homöopathischen Mitteln, Akupunktur oder auch verschiedenen Massagetechniken weiter. Diese wirken auf unterschiedliche Weise und können den Muttermund weich machen oder aber auch Wehen auslösen.
    Teemischungen
    Es kursieren sehr viele verschiedene Teerezepturen in Büchern und im Internet. Unbedenklich ist Himbeerblättertee, den ihr ab der 36./37. Schwangerschaftswoche trinken könnt. Vier bis fünf Tassen am Tag können Wehen stimulieren.
    Geburtstees mit anderen Zutaten solltet ihr immer mit euer Hebamme absprechen. Die Zusammensetzung variiert je nach Muttermundsbefund und eurem Befinden.
    Brustwarzenstimulation
    Hierbei werden die Brustwarzen massiert und stimuliert. Eine Brustwarzenstimulation sollte nur nach Absprache mit der Hebamme durchgeführt werden. Diese Methode ist nur sinnvoll, wenn der Muttermund geburtsreif ist. Durch die Brustwarzenstimulation können schnell starke Wehen hervorgerufen werden, die bei einem Kind, das noch nicht bereit ist geboren zu werden, Stress auslösen kann.
    Wehencocktail
    Der Wehencocktail ist vielen Frauen ein Begriff. Hierbei wird Rhizinusöl mit Alkohol und anderen Zutaten gemischt. Der Wehentrank wirkt aber auch negativ auf Darm und Kreislauf der Schwangeren und wird von Ärzten und Hebammen nur nach genauer Absprache empfohlen!

    In unserer Infografik" zum Thema "Geburt” erfahrt ihr, wie lange eine Geburt im Durchschnitt dauert, wie sich die Geburtenrate in den letzten Jahren entwickelt hat oder auch wie viele Kinder eine Frau im Schnitt in der EU gebärt.

    Wir wünschen euch und eurem Baby alles Gute!

    Euer Team von babymarkt.de