Familie schläft im Familienbett

Familienbett – Familienglück oder Lebensgefahr?

Das Thema „Schlaf“ ist seit jeher ein beliebtes – und heiß diskutiertes – Thema bei allen Eltern. Wann ist Schlafenszeit, was sollten die Kinder während des Schlafens tragen, wie viele Stunden Schlaf braucht ein Kind? Eine Frage scheidet aber besonders die Gemüter: Schlafen Mama, Papa und das Kind oder sogar mehrere Kinder gemeinsam in einem Bett? Das sogenannte Familienbett stellt für manche Eltern die perfekte Möglichkeit dar, so viel Zeit wie möglich mit dem kleinen Liebling zu verbringen. Auf der anderen Seite werden Skeptiker laut, die vor den nicht zu unterschätzenden Gefahren des Familienbetts warnen. Auf unserer Facebook-Seite haben wir euch gefragt, was ihr vom Familienbett haltet. Herausgekommen sind ganz unterschiedliche Ansichten.

  • Was ist das Familienbett?

    Als Familienbett wird das Bett beschrieben, in dem Eltern mit ihrem Kind bzw. ihren Kindern gemeinsam schlafen.

Familienbett als Traum aller Familien?

Auf die Frage, wie lange der kleine Schatz schon im Familienbett schläft, erklärt Lisa: „2 Jahre und zeitweise noch immer, wenn mein Minimensch es braucht“. So offen und positiv eingestimmt gegenüber dem Familienbett reagieren viele Eltern. Über Jahre hinweg genießen sie die gemeinsame Nachtruhe mit ihrem Kind. Und erleben es auch als genau diese: Ruhe. Ließen sie ihren Sprössling alleine schlafen, würde er doch nur nachts wieder ins Bett der Eltern krabbeln. Manche Familien schlafen sogar zu viert in einem Bett und bereuen keine Minute.

Gemeinsamer Schlaf

Mamas berichten, dass sich ihr Schlafrhythmus an den des Kindes angepasst hat. Auf diese Weise werden sie nicht mehr unbedingt mitten aus einer Tiefschlafphase gerissen, wenn der kleine Liebling ebenfalls wach wird. Leider haben Babys mitunter während des Schlafens Atemaussetzer. Im Familienbett aber reguliert sich die Atmung des Babys mit den Atemzügen seiner Eltern. Außerdem seid ihr direkt zur Stelle, wenn ihr etwas Ungewöhnliches merkt. Insbesondere Mütter haben diesen besonderen Instinkt, dass sie jegliche Auffälligkeiten direkt spüren. Weiterer Pluspunkt: das Stillen erscheint gleich viel einfacher. Wenn der kleine Fratz Hunger hat, könnt ihr ihm gleich die Brust geben.

  • Toller Vorteil

    Stillen ist mehreren Studien zufolge das Beste für euer Kind. Wenn ihr also ohne Stress und stattdessen mit viel Zeit und Ruhe euren Schatz stillt, unterstützt dies in hohem Maße seine gesundheitliche Entwicklung. Lest dazu auch gerne mehr in unserer Themenwelt Stillen.

Einmal Liebe für alle, bitte!

Jedes Baby hat das Grundbedürfnis nach Liebe, Zuneigung und Aufmerksamkeit. Die Nähe von den Eltern, wenn es im gemeinsamen Bett schlafen kann, gibt ihm das Gefühl von Sicherheit. So weiß der Sprössling, dass Mama und Papa direkt bei ihm sind, wenn der Bauch mal drückt oder das erste Zähnchen sich an die Oberfläche schieben will. Das viele Kuscheln, gemeinsame Einschlafen und Aufwachen stärken die Bindung mit eurem Kind. Schließlich „gibt es nichts Schöneres“, als wenn der Partner und die Kinder neben einem schlafen, findet auch Maike. Wenn ihr mehrere Kinder habt, kann das Familienbett auch das Zusammengehörigkeitsgefühl fördern. Die Geschwisterchen fühlen sich verbunden und kommen besser miteinander zurecht.

Ab wann Familienbett?

Viele Eltern haben Angst, dass sie im Schlaf versehentlich über ihren gerade erst auf die Welt gekommenen Säugling rollen und er dadurch nicht mehr atmen kann. Er wirkt noch so klein und zerbrechlich. Trotzdem ist er dennoch in der Lage, sich zu wehren und mit lautstarken Geschrei oder durch Zappeln und Trampeln auf sich aufmerksam zu machen, sodass ihr eure Position schnell verändern könnt. Als Alternative eignet sich ein Beistellbett. Hier hat der junge Erdenbürger genügend Platz für sich alleine und ist trotzdem nah bei euch.

  • Wie lange Familienbett?

    Wie lange ihr gemeinsam im Familienbett schlafen solltet, lässt sich kaum anhand der fleißigen Facebook-Kommentare festmachen. Paula lässt ihren Liebling so lange bei sich schlafen, bis er sein eigenes Bett wünscht. Für andere ist nach einem Jahr sicher Schluss. Letztlich muss es darum gehen, dass allen Beteiligten die Schlafumgebung gefällt.

Aber wird das Kind dann nicht verwöhnt?

In Asien ist es ganz normal, dass Mutter und Kind in einem Bett schlafen. Völlig selbstverständlich nennen die Frauen hier die Erklärung, dass sie so am besten ihr Kind schützen können. Warum sollte es dann also in Deutschland etwas anderes sein? Jedes Baby braucht Liebe, das ist quasi eines ihrer Grundbedürfnisse. Auch ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass früher das Familienbett schon existierte, und die Kinder trotzdem selbstständig wurden und letztlich in ihrem eigenen Bett schlafen wollten. Die Kinder werden noch schnell genug groß und wollen ihr eigenes Leben führen. An dieser Stelle sagen einige Mütter, dass sie lieber zwei Jahre schlechteren Schlaf in Kauf nehmen, solange ihr Kind ruhig schläft und sich wohlfühlt.

Familienbett: Grund vieler schlafloser Nächte?

Gut, soweit die Theorie. Doch was machen all die Eltern, deren Kinder sich des Nachts doch auf Wandertour machen, um sich treten und schlagen und Mama und Papa den letzten Schlaf rauben? Leider sieht auch so die Realität aus. Müssen sich Eltern dann trotzdem „aufopfern“, wenn sich letztlich alle am nächsten Morgen gerädert aus dem Bett quälen? Sicher nicht, sofern auch das Kind nicht recht in den Schlaf findet.

Auch mal Zeit für sich nehmen!

Ihr seid erwachsene Menschen und habt das Recht auf etwas Ruhe und Zweisamkeit mit eurem Partner, wenn ihr das wünscht. Je älter euer Kind wird, desto besser könnt ihr ihm erklären, dass abends ab einer bestimmten Uhrzeit Eltern-Zeit ist. Entweder ihr bringt euer Kind bereits ins Bett, lest ihm eine Geschichte vor und kuschelt noch ausgiebig. Oder euer Sprössling beschäftigt sich noch selber, wenn er erst später ins Bett muss. Zwar ist Eltern-Sein ein Vollzeit-Job, doch ist eine Pause trotzdem erlaubt. Schließlich möchtet ihr auch am nächsten Tag frisch und erholt wieder tolle Abenteuer mit euren Liebsten verbringen. Natürlich wird es nicht von heute auf morgen klappen, dass euer Nachwuchs alleine schlafen wird, doch mit etwas Geduld, Verständnis und Nachsicht klappt es bestimmt schon bald.

“Unser Zwerg (18 Monate) schläft fast immer in seinem Bett. Er kommt selten nachts zu uns ins Bett und dann kann außer ihm auch keiner wirklich schlafen, dann nimmt er gleich das ganze Bett ein. Wir sind dann quasi sowas wie ein “Seitenschutz”. Dafür kuscheln wir abends und morgens in dem großen Bett, das möchte der kleine Mann so haben und das ist voll in Ordnung.”

Susanna

Gestörtes Sexleben?

Für die meisten Eltern ist das ein wesentliches Argument gegen ein Familienbett. Und so groß die Liebe auch ist, wer hat keine Hemmungen, wenn das Baby einen von der anderen Bettseite mit Kulleraugen anschaut. Und das ist auch gut so! Wenn die Kinder etwas älter sind und ihre Umwelt noch bewusster wahrnehmen, können solche Eindrücke und Anblicke sie sogar ängstigen. Sex vor den Kids ist deshalb für die meisten Eltern tabu! Doch wie heißt es so schön – wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Daher ist das Liebesleben sicher nicht nur an das Bett gebunden.

Auch beim Schlafen gelten Regeln

Was gilt es im Familienbett zu beachten? Wenn ihr einige Regeln einhaltet, ist ein sicherer, tiefer Schlaf für alle gewährleistet.

  • Starke Raucher sollten ein gemeinsames Familienbett vermeiden, da die gesundheitsschädlichen Stoffe meist noch an Händen, Haaren und Kleidung festsitzen. Andere Drogen wie Beruhigungsmittel aller Art können eure Wahrnehmung und Reaktion beeinträchtigen und dadurch euren kleinen Schatz nicht nur nachts in Gefahr bringen.

  • Tiere haben im Familienbett nichts zu suchen. Sie könnten sich auf das Gesicht des Kindes legen und ihm die Sauerstoffzufuhr verwehren.

  • Das Bett muss soweit gesichert sein, dass euer kleiner Turner nicht hinausfallen kann, zum Beispiel mit einem Gitter oder Polster. Bestenfalls lasst ihr euer Kind nicht zwischen euch schlafen, sondern nur zwischen euch und dem Polster, der Wand oder einer ähnlichen Begrenzung.

  • Ist genügend Platz für alle vorhanden? Euer Kind darf sich nicht in eurer Decke verfangen können. Stattdessen reicht für ihn lediglich ein Schlafsack. Erfahrt dazu mehr in unserer Themenwelt Schlafenn.

  • Eure Matratze darf nicht zu weich sein. In einem Wasserbett besteht die Gefahr, dass euer Kind darin versinkt oder sich nicht aufrichten kann.

  • Alle müssen einverstanden sein, das Bett zu teilen! Ist auch der Papa glücklich, seine Frau nicht mal für sich zu haben?

  • Mehrere Menschen bedeuten mehr Wärme. Im Zimmer sollte eine Raumtemperatur von 16-18 Grad herrschen. Zudem müsst ihr eurem Sprössling mitunter weniger anziehen, als wenn er alleine schläft.

  • Auch wenn es schwer fällt, solltet ihr es akzeptieren, wenn euer Kind den Wunsch äußert, alleine zu schlafen.

Wie wäre es mit einem Zwischenweg?

Zum einen ist es für den jungen Erdenbürger genauso schön, wenn er auch mal beim Geschwisterchen oder bei Oma und Opa schlafen kann. Auch das bereits beschriebene Beistellbett schließt einige Gefahren aus und bietet dennoch genügend Nähe. Mit Babyphone ausgestattet könnt ihr euren Liebling zudem immer beobachten, wenn er alleine schläft. Vielleicht einigt ihr euch auch gemeinsam darauf, dass euer Sprössling bei euch im Bett schlafen darf, wenn er krank ist, es gewittert oder er sich vor etwas anderem sehr fürchtet.

Wir wünschen eurem Kind und euch einen guten, entspannten Schlaf!
Euer Team von babymarkt.de

Aus datenschutzrechtlichen Gründen wurden die Namen in diesem Artikel verändert.

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