Kind und Hund: Gefährliche Kombination oder Freunde fürs Leben?

Diana
Diana19.03.2017Lesezeit ca. 7 Minuten
Hund küsst Kind

„Wachhund biss Kind, das über den Zaun kletterte“, „Pitbull ging im Park auf Kleinkind los“ – es wird immer wieder von schrecklichen Vorfällen zwischen Kind und Hund berichtet. Gerade Eltern haben deshalb schnell ein ungutes Gefühl, wenn Hunde in der Nähe ihrer Kleinen sind. Ist das Zusammenleben von Kind und Hund wirklich so gefährlich? Wenn einige Dinge beachtet werden, können Hund und Baby ein tolles Team werden und viel voneinander lernen. Lest unsere Tipps!

Nichts überstürzen

Auch wenn Kinder von den Vierbeinern meist so begeistert sind, dass sie am liebsten direkt mit ihnen toben und kuscheln möchten – Hunde müssen sich an Kinder erst einmal gewöhnen. Sie verhalten sich schließlich anders als Erwachsene. Kinder sind lauter, hektischer und häufig auch nicht so vorsichtig im Umgang mit Hunden. Es kommt beispielsweise häufig vor, dass Kinder die Tiere am Fell ziehen. Die Knirpse können einfach noch nicht richtig einschätzen, ob ihr Verhalten für die Familienhunde unangenehm ist.

Um Familienhunde an ein zukünftiges Baby zu gewöhnen, hilft es tatsächlich, einige Wochen vor der Geburt ein Bündel vor sich herzutragen. So können Sie schon mal die neue Situation mit ihrem Vierbeiner üben. Kommt der Hund dem Bündel zu nahe, schickt ihr ihn vorsichtig weg. Ist das Kind auf der Welt und etwa zwei Wochen alt, sollten Hund und Baby sich vorsichtig „beschnuppern“ dürfen. Der Lärm, die neuen Gerüche und die geteilte Aufmerksamkeit von Herrchen und Frauchen bedeuten für den Hund Stress. Deshalb sollte er unbedingt an positiven Erlebnissen, wie einem gemeinsamen Spaziergang oder einem entspannten Nachmittag im Wohnzimmer, teilnehmen dürfen. Das Baby darf für den Vierbeiner auf keinen Fall zum Tabu werden!

Kind streichelt Hund

Familienhunde brauchen Freiräume

Ist eine Situation mit einem Kind für den Hund unangenehm, wird er zunächst versuchen, dem Kind aus dem Weg zu gehen. Dann ist es besonders wichtig, euren Sprössling dafür zu sensibilisieren, dass der Hund seine Ruhe haben möchte. Denn wenn der Vierbeiner in diesem Fall nicht in Ruhe gelassen wird, könnte seine Reaktion sein, dass er knurrt oder sogar nach dem Kind schnappt, um sich endlich seine erhoffte Ruhe zu verschaffen. Andere Möglichkeiten, um seine Unzufriedenheit auszudrücken, bleiben dem Hund in einer derartigen Situation schließlich nicht. Für ein harmonisches Miteinander zwischen Hund und Baby ist es also wichtig, Ausweichmöglichkeiten für das Tier zu schaffen. Zudem kann durch etwas Extrazuwendung für den Hund eine Konkurrenzsituation verhindert werden.

Kind und Hund niemals unbeaufsichtigt lassen
Hunde sind Babys und Kleinkindern gegenüber in der Regel sehr tolerant. Trotzdem sollte man eine Auseinandersetzung nicht riskieren und deshalb Hund und Baby niemals alleine lassen, auch wenn sie aneinander gewöhnt sind. Sicher ist sicher.

Hund und Baby – Ein Team fürs Leben

Kind und Hund können viel voneinander lernen. Das Tier gewöhnt sich an das Kind und lernt mit neuen Situationen umzugehen. Familienhunde fördern das Verantwortungsbewusstsein sowie das Mitgefühl von Kindern. Hierbei sollte den Eltern allerdings bewusst sein, dass sie den großen Teil der Verantwortung selber tragen. Kleine Aufgaben können zwar von Kindern übernommen werden, sie sollten sie allerdings nicht überfordern. Neben der Naturverbundenheit fördert das Miteinander von Kind und Hund noch viele weitere Kompetenzen des Kindes.

Hund und Kind kuscheln

Vorteile, die das Zusammenleben von Kind und Hund bietet

Hund passt auf Kind auf

Was ist zu tun, wenn das Kind Angst vor Hunden hat?

Nicht alle Kinder sind neugierig und aufgeschlossen gegenüber Hunden. Viele Kinder fürchten sich vor den Vierbeinern und auch insgesamt scheint die Angst vor Hunden zuzunehmen. Viele Menschen haben im Laufe ihres Lebens keinerlei Erfahrungen mit Tieren gesammelt und sind deshalb häufig ängstlich. Oft überträgt sich diese Angst auch von den Eltern auf die Kinder. Es kann außerdem vorkommen, dass im Vorschulalter relativ plötzlich eine entwicklungsbedingte Angst vor Hunden entsteht. Diese vergeht aber meist genauso schnell wieder, wie sie gekommen ist. Um diesen Prozess zu beschleunigen, sollte möglichst viel Wissen über Hunde an das Kind vermittelt werden. Zudem hilft der Kontakt zu besonders friedlichen Hunden. Wenn Kinder lernen, die Tiere besser zu verstehen und einzuschätzen, ist die Angst sicher bald verflogen.

Hund und Baby unter einen Hut zu bekommen, bedeutet in jedem Fall viel Arbeit. Für die innige Beziehung und die Freude, die sie dann zusammen haben, lohnt es sich aber allemal. Wir wünschen euch eine tolle Zeit mit Hund und Baby!

Euer Team von babymarkt.de