Kind sagt Nein zur Angst

Mit Kindern über Ängste sprechen

Ängste sind in unser aller Leben ein fester Bestandteil. Jeder hat sich bereits vor irgendetwas gefürchtet und sich an manche Herausforderungen nicht direkt herangetraut. Bei einigen sind es traumatische Ereignisse, die Ängste hervorrufen, bei anderen, vornehmlich kleinen Mitmenschen, sind es unheimliche Monster oder der erste Tag in einer neuen Schule, die Furcht verbreiten. Auch euer kleiner Liebling wird mit der Zeit mit schwierigen Aufgaben konfrontiert. Versucht nicht, euer Kind in einer angstfreien Umwelt aufziehen zu wollen. Zum einen ist dies kaum möglich, zum anderen ist die Bewältigung von Ängsten ein wichtiger Entwicklungsschritt, da es die Eigenständigkeit sowie die Kompetenz zur Gefahrenerkennung stärkt. Damit ihr genau wisst, wie ihr euren kleinen Schatz bei seinen Sorgen unterstützen könnt, haben wir für euch wertvolle Tipps zusammengestellt.

Vertrauen aufbauen

Schon der Philosoph Erik Erikson führte im Jahr 1950 den Begriff des Urvertrauens ein. Dies bedeutet, dass bereits in den ersten Lebenstagen eines Babys der Grundbaustein für seine spätere Fähigkeit gelegt wird, anderen Menschen und insbesondere seinen Eltern zu vertrauen. Daher ist es überaus wichtig, dass euer Schatz weiß, dass er sich überall und zu jeder Zeit auf euch verlassen kann. Auf diese Weise treten zukünftig weitaus weniger Ängste auf, da euer Kind weiß, dass es jemanden hat, der ihn in jeder Lebenslage unterstützt. Schenkt ihm die nötige Geborgenheit und Sicherheit, die euer Sprössling braucht – insbesondere, wenn es schon unter Ängsten leidet. Gerade dann sollte euer Kind wissen, dass es zu euch kommen und sich euch anvertrauen kann. Ihr als Eltern habt eine zentrale Rolle im Leben eures Nachwuchses, wenn es um Vertrauen geht.

Verständnis zeigen

Verstädnis zeigenWenn sich euer verängstigtes Kind an euch wendet, habt ihr bereits schon einiges richtig gemacht. Nun steht Verständnis im Fokus. So abstrakt, irrational oder naiv die Angst für euch auch sein mag – Euer Kind hat diese Angst und will ernst genommen werden. Lacht es daher keinesfalls aus. Auch Bestrafungen sind natürlich der völlig falsche Weg, um mit Sorgen umzugehen. Aussagen wie „Was hast du denn nun schon wieder?“ oder „Andere Kinder in deinem Alter haben solche Ängste nicht“ solltet ihr unbedingt vermeiden, da diese die Furcht nur noch mehr schüren. Stattdessen sind Umarmungen und ein offenes Ohr die bessere Methode. Auf der anderen Seite dürft ihr seine Ängste auch nicht zu dramatisch darstellen oder sich zu sehr auf sie fixieren.

Zeit lassen

Beachtet, dass jedes Kind individuell ist und dementsprechend auch anders mit bestimmten Situationen umgeht. Bei der Auseinandersetzung mit Ängsten dürft ihr euer Kind zu nichts drängen. Lasst ihm hingegen seine Zeit. Es soll sein eigenes Tempo bestimmen, mit dem es über seine Situation sprechen möchte. Geht es hingegen um schwerwiegende Vorfälle, wie Trennung und Tod, dürft ihr euch gerne vorsichtig an seine Gefühle herantasten und das Thema ansprechen, insofern euer kleiner Liebling sich selber nicht traut. Anschließend solltet ihr nicht versuchen, die Probleme eures Sprösslings zu bewältigen. Im Gegenteil ist es ratsamer, wenn ihr ihn dazu ermutigt, Wege zu finden, wie er mit der Situation umgehen kann und ihn loben, wenn er Erfolg hat bzw. ihn weiter ermutigen, wenn das gewünschte Ergebnis noch nicht eingetroffen ist. Auch in Bezug auf die Kleinsten solltet ihr Ruhe walten lassen. Damit euer Kind später nicht allzu viel fremdelt, ist es empfehlenswert, es von Säuglingsalter an noch an eine oder zwei weitere Personen zu gewöhnen. Diese können sich ebenso vertrauensvoll wie ihr um ihn kümmern und ihn somit an neue Reize und Menschen gewöhnen. Seid hierbei aber behutsam und vorsichtig, um euren kleinen Liebling nicht zu strapazieren.

Auslöser finden

Macht eurem Kind und euch selber genau klar, wovor es Angst hat. Gibt es vielleicht einen neuen Lehrer an der Schule? Ist es durch ein anderes Kind oder eine ältere Person eingeschüchtert? Fürchtet es sich vor Spinnen? Oder gibt es ein Monster in seinem Schrank, das einfach nicht verschwinden möchte? Was es auch ist, ihr solltet möglichst einfach verständliche, klare Antworten auf seine Fragen und Sorgen finden. Schaut aber durchaus auf die Intensität der Angst sowie die Gründe. In gewissen Phasen sind Ängste völlig normal. So haben die meisten Kinder zwischen zwei und vier Jahre Sorge, es könne sich in einer Ecke ein Ungeheuer verstecken. Auch Ängste vor Veränderungen sind normal. Ob der erste Tag im Kindergarten ohne Mama und Papa, der erste Schultag, das erste Mal woanders schlafen oder gar ein Umzug in eine neue Stadt – Kinder brauchen Zeit, um gewisse Situationen zu verarbeiten.

  • Besteht eine Furcht über mehrere Jahre, solltet ihr über eine therapeutische Behandlung nachdenken. Ebenso, wenn sich Ängste zu regelrechten Phobien entwickeln und das Kind panisch wird. In solchen Fällen sind Verhaltenstherapien oft eine gute Hilfe.

Strategien finden

Reden allein hilft manchmal nicht, um die fest verankerten Ängste zu vertreiben. Insbesondere dann nicht, wenn euer kleiner Schatz seine Gefühle nicht in Worte fassen kann. Es gibt aber verschiedene Alternativen, die ihr je nach Vorliebe eures Kindes ausprobieren könnt. Zum Beispiel ist Malen eine gute Art der Bewältigung, da die Kinder hier leichter ihre Emotionen ausdrücken können. Hilfreich ist es auch, wenn sie zeichnen, wie sie ein Monster bekämpfen. Anschließend darf euer Sprössling auch gerne das Blatt in Stücke reißen, um seine Angst symbolisch zu eliminieren. Wenn euer Kind sowieso vom letzten Piraten-Kostüm ein Kunst-Schwert zuhause hat, könnt ihr dieses auch neben sein Bett legen. So weiß es, dass es sich selber wehren kann, falls ihn tatsächlich ein Unwesen angreift. Alternativ gibt es auch Monstersprays, die jeden Geist in die Flucht schlagen. Vielleicht helfen eurem Liebling auch beruhigende Hörspiele oder Bücher zum Thema Angst, die ihr ihm vorlesen könnt. Schon bald fühlt sich euer Schatz wie die Helden aus den Geschichten.

Rituale gründen

Sofern eurem Liebling mal wieder die Angst überkommt, helfen häufig auch kleinere Rituale, die zum einen gut ablenken und zum anderen an eine glückliche Zeit erinnern. So könnt ihr gemeinsam etwas singen, tanzen oder spielen. Auch Sport ist ein guter Angstvertreiber. Natürlich sind auch ausgiebige Kuscheleinheiten immer von Vorteil und schenken eurem Sprössling erneut die bereits erwähnte, nötige Geborgenheit. Damit auch unterwegs alles sorgenfrei bleibt, könnt ihr gemeinsam mit eurem Schatz einen Talisman aussuchen, der Kraft und Sicherheit ausstrahlt. Wenn es Schlafenszeit wird, schaltet ihr einfach jeden Abend, wenn ihr das Kinderzimmer verlasst, ein Nachtlicht ein, sodass ein beruhigender Schein auch dunkle Ecken etwas erhellt. Insbesondere, wenn sich euer Kind gerade an sein eigenes Bett gewöhnt, könnt ihr es kaum verhindern, dass es ab und zu ins Elternbett gekrochen kommt. Dagegen ist auch nichts einzuwenden, wenn es bei einigen wenigen Ausnahmen bleibt, zum Beispiel, wenn es gewittert oder euer Kind krank ist.

Probiert einfach aus, was euer Kind am besten beruhigt und redet immer offen mit ihm über seine Ängste.

Wir wünschen eurem Kind und euch alles Gute!

Euer Team von babymarkt.de

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