Mädchen schaut auf Schwangerschaftstest

Teenimütter – Wenn Kinder Kinder kriegen

Teenagerschwangerschaften sind für alle Beteiligten häufig ein Schock. Die „Kleinen“ sind selbst noch nicht erwachsen und sollen schon ein eigenes Kind bekommen? Kann das überhaupt gut gehen? Wir helfen euch und eurem Kind mit praktischen Tipps. Erfahrt hier, wie ihr als Eltern mit dieser Situation umgehen solltet und wie ihr euer Kind am besten unterstützen könnt.

Wie häufig kommen Teenie-Schwangerschaften in Deutschland vor?

Im Vergleich zu Ländern wie den Niederlanden, Schweden oder Dänemark liegt die Teenagerschwangerschaft in Deutschland prozentual höher. Auf 1000 Geburten kommen neun Schwangerschaften von Müttern zwischen 15 und 19 Jahren.

Teenager Schwangerschaft überfordert viele Eltern

Auch wenn nachvollziehbar ist, dass Eltern fassungslos bei der Nachricht einer Schwangerschaft ihrer minderjährigen Tochter reagieren, benötigt das Mädchen und ebenfalls der Partner Unterstützung seitens der Eltern. Partnerschaften in jungen Jahren überstehen eine ungewollte Schwangerschaft oft nicht. Umso wichtiger ist, dass Hilfe in Form von Gesprächen, Ratschlägen und Informationen innerhalb der Familie angeboten wird. Wut und Verzweiflung der Eltern sind zwar verständlich, wirken auf das schwangere Mädchen aber verletzend und tragen nicht dazu bei, adäquate Lösungen zu finden. Ein Rauswurf kann für Eltern sogar strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Stattdessen solltet ihr euch lieber Zeit nehmen und euch in Ruhe mit eurem Kind zusammensetzen. Redet miteinander und zeigt eurem Kind auf, was sie/ihn in den nächsten Monaten erwartet. Fühlt euch in die Situation eures Kindes ein und bleibt ruhig.

Junge Frau liegt beim Arzt und hält den Bauch fest

Schwangere Teenager: Abbruch darf nicht erzwungen werden

Wenn sich euer Kind gegen das Baby entscheidet, gilt es ebenfalls Einfühlungsvermögen zu zeigen. Vor allem aber, zwingt euer Kind nicht zu einen Abbruch! Die Entscheidung für eine Abtreibung stellt auch bei einer erwachsenen Frau eine große Belastung dar. Ungleich schwieriger ist es für eine Minderjährige, eine derartige Entscheidung zu treffen. Seitens der Eltern muss im Fall einer geplanten Abtreibung eine Einwilligungsfähigkeit attestiert werden. Diese besagt, dass das Mädchen in der Lage ist, die Konsequenzen seines Handelns zu überschauen. Bei Weigerung der Eltern, kann auch ein Arzt diese Reife anerkennen. Besteht das Mädchen auf die Austragung, darf ein Schwangerschaftsabbruch seitens der Eltern nicht erzwungen werden. Bei einer Nötigung droht sogar eine Freiheitsstrafe.

Adoption oder Pflegschaft

Viele Mädchen fühlen sich der Herausforderung, ein Kind aufzuziehen, nicht gewachsen. Im Jahr 2013 entschieden sich 3.600 Minderjährige für einen Schwangerschaftsabbruch. Adoption und Pflegschaft können Möglichkeiten sein, die Schwangerschaft fortzuführen. Dabei sollte nicht vergessen werden, dass je nach Alter der Mutter, eine Geburt nicht nur eine seelische, sondern ebenfalls eine starke körperliche Belastung darstellt. Auch innerhalb einer Schwangerschaft ist ein Mädchen mit sichtbarem Bauch in Schule oder Ausbildung nicht selten erheblichen Anfeindungen ausgesetzt.

Im Gegensatz zur Adoption kann die Mutter ihr Kind bei einer Pflegschaft regelmäßig sehen. Der Aufbau einer Beziehung wird so ermöglicht. Auch die eigene Versorgung des Kindes ist zu einem späteren Zeitpunkt, wenn die Frau dazu in der Lage ist, möglich. Nehmt euch also Zeit, um alle Varianten durchzusprechen und die beste Lösung für euer Kind zu finden.

Teenimütter: Beratung erforderlich

Wenn ihr nicht an euer Kind rankommt oder ihr selbst überfordert seid, solltet ihr euch zusammen Hilfe suchen. Dort könnt ihr mit außenstehenden und geschulten Personen über die Schwangerschaft reden und den weiteren Weg besprechen. Wie bei einer erwachsenen Frau steht auch einem Mädchen unter 18 Jahren die Möglichkeit offen, eine Schwangerschaft straffrei zu unterbrechen. Erforderlich dafür ist jedoch eine entsprechende Beratung bei der Familienhilfe. Diese Beratung wird von unterschiedlichen Trägern (z. B. pro familia, Caritas) angeboten. In diesem Beratungsgespräch wird nicht nur der geplante Abbruch erörtert. Ziel ist ebenso, umfangreiche Informationen über Hilfsgebote zu geben, die im Fall des Austragens angeboten werden.

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