Mutter liest kleinem Mädchen ein Buch vor

Märchenstunde – Warum Vorlesen so entscheidend für die Entwicklung eures Kindes ist

Zur Märchenstunde werden Kinderaugen groß: Es ist doch nichts spannender, als einer guten Geschichte zu lauschen. Dabei dient das regelmäßige Vorlesen von Geschichten nicht nur der Unterhaltung. Es fördert auch die Entwicklung von Kindern. Also greift zum Buch und macht euer Kind schlau!

  • Denn wer nicht (richtig) lesen und schreiben kann, hat es heutzutage schwer:

    Verträge, Anleitungen, Dokumente – hier kann es ohne die Fähigkeit zu lesen schnell zu Problemen kommen. Einer Studie der Universität Hamburg zufolge konnten 2011 in Deutschland ungefähr 7,5 Mio. Erwachsene im Alter von 18 bis 64 Jahren nicht richtig lesen und schreiben. Viele dieser Betroffenen haben das Lesen als Kind nie richtig gelernt und leiden mit zunehmenden Alter an ihrer Schwäche.

Wir zeigen euch, ab wann und wie ihr euer Kind spielerisch darin unterstützen könnt, sich auf das Lesen vorzubereiten.

Welchen Einfluss hat das Vorlesen auf die Entwicklung von Kindern?

Der aktive Umgang mit Sprache bildet die Grundlage für die frühkindliche (Sprach-)Entwicklung und die spätere Beziehung zum Lesen. Durch das gemeinsame Betrachten von Bilderbüchern und das Erzählen von Geschichten entsteht ein sprachlicher Austausch, bei dem sich schon die Kleinsten kommunikativ beteiligen können. Hierdurch erweitert euer Kind nicht nur seinen Wortschatz, sondern lernt auch schon vor Beginn des zweiten Lebensjahres zwischen der Abbildung eines Gegenstands und dem realen Gegenstand zu unterscheiden. Das Vorlesen und das gemeinsame Betrachten von Bilderbüchern fördern auch das Einfühlungsvermögen von Kindern: So lernen sie sich in andere Personen aus der Geschichte hineinzuversetzen und entwickeln ein Gefühl für die Empfindungen anderer. Und natürlich regt das Erzählen nicht zuletzt die Kreativität und Vorstellungskraft an. Im Gegensatz zum passiven Anschauen von Filmen ist hier die eigene Fantasie gefragt, was zu einem intensiveren Auseinandersetzen mit dem Geschehen führt.

Mutter liest kleinem Mädchen ein Buch vor

Was ihr beim Vorlesen beachten solltet

Wenn Kinder das Vorlesen und Erzählen von Geschichten als etwas Positives in ihrem Erfahrungsschatz abspeichern, werden sie später höchstwahrscheinlich offener und interessierter an das eigene Lesen herangehen. Deshalb ist es sehr wichtig, dass schon die frühesten Begegnungen mit Büchern und Geschichten als angenehm und schön empfunden werden. Ein kuscheliges Umfeld und der Schoß einer geliebten Bezugsperson helfen euren Kleinen, das (Vor-)Lesen mit dem Gefühl der Liebe und Geborgenheit zu verknüpfen. Wer wagt sich nicht gern in unbekannte Fantasiewelten vor, wenn die Arme der Eltern jederzeit Zuflucht bieten?

Die folgenden Tipps helfen euch dabei ein optimales Vorlese-Vergnügen zu schaffen, bei dem sich eure Kleinen wohlfühlen:

  • Der richtige Ort

    Schafft ein möglichst ruhiges Umfeld, in dem euer Kind zur Ruhe kommen kann und sich geborgen fühlt. Hier kann das große Familiensofa ebenso wie die Spielhöhle oder das eigene Bett geeignet sein.

  • Die richtige Zeit

    Viele Kinder genießen das Vorlesen vor allem am Abend vor dem Einschlafen, da sie die Aufregungen des Tages so langsam abbauen können. Es eignet sich aber natürlich auch jeder andere Zeitpunkt des Tages, an dem eure Kleinen das Bedürfnis nach Ruhe und Entspannung haben. Wichtig ist nur, dass euer Kind selbst Lust auf das Vorlesen hat, denn mit Zwang erreicht ihr keine positive Einstellung zum Lesen.

  • Die richtige Geschichte

    Lasst euer Kind selbst entscheiden, welche Geschichte es hören möchte. Viele Kinder entwickeln schon sehr früh eine Vorliebe für ein bestimmtes Buch und möchten dieses dann wieder und wieder vorgelesen bekommen. Das ist vollkommen in Ordnung, denn auch Kinder können schon aus ihrer Stimmung heraus entscheiden, welches Buch gerade das passende ist.

  • Das richtige Tempo

    Beim Erzählen oder Vorlesen ist es nicht wichtig, dass ihr eine Geschichte unbedingt zu Ende lest. Manchmal möchte euer Kind vielleicht länger auf einer Seite verweilen oder setzt sich intensiver mit bestimmten Inhalten auseinander. Dann stellt es Fragen oder wirft eigene Erlebnisse ein, die ihm gerade einfallen. Das ist gut, denn so wird das Interesse an der Geschichte verstärkt und der Bezug zum eigenen Leben hergestellt.

  • Die richtige Stimme

    Mit einer ausdruckstarken Erzählweise und unterschiedlichen Stimmlagen könnt ihr euer Kind dabei unterstützen aus dem gesprochenen Wort bunte Bilder im Kopf entstehen zu lassen. Scheut euch also nicht mit besonderer Betonung zu lesen und unterschiedlichen Figuren verschiedene Stimmen zu verleihen.

Kinderbücher: Unsere Tipps

Für jedes Alter und jeden Geschmack gibt es das passende Buch. Erste Orientierung bieten hier oft Krabbelgruppen und Kindergärten, die in der Regel schon ein erprobtes Angebot an geeigneten Kinderbüchern zur Verfügung haben. Weitere Tipps und Empfehlungen – insbesondere für neu erschienene Bücher – erhaltet ihr außerdem in einer Buchhandlung eures Vertrauens. Und wenn die Leselust eurer Kleinen besonders groß ist, bieten örtliche Stadtbüchereien mit ihrem großen Leihangebot eine preiswerte Alternative zum Kaufen.

Wir wünschen euch und euren Kleinen viel Spaß beim Vorlesen und Zuhören.

Euer Team von babymarkt.de

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