Kind hat Lolli in der Hand und freut sich

Belohnungssystem für Kinder

Wie kann ich mein Kind belohnen?

Ihr seid unsicher, wie und ob ihr eure Kinder belohnen sollt? Dieser Beitrag kann euch dabei helfen, die für euch beste Entscheidung zu treffen. Belohnungssysteme sind für Kinder ab ca. drei Jahren geeignet. Welche Belohnungsysteme es gibt und warum Lob nicht immer die richtige Wahl ist, erfahrt ihr hier.

Was sind Belohnungssysteme?

Ein Belohnungssystem, auch als Verstärkerplan oder Tokensystem bezeichnet, ist ein Verfahren, bei dem eine Person für ein bestimmtes Verhalten belohnt wird. Mithilfe von Belohnungen, auch positive Verstärkung genannt, kann eine Handlungsweise gefestigt bzw. vermieden werden. Was genau Belohungssysteme sind erklären wir euch im Folgenden.

Mutter und Kind mit einer Belohnungstafel

Kindererziehung: Lernen durch Verstärkungen

Unter Lernen durch Verstärkung (auch operante Konditionierung genannt) versteht man, dass das Verhalten von Kindern Konsequenzen mit sich bringt und sie durch diese lernen. Wie ihr sicher von euren Kinder bereits wisst, wiederholen sie ihr Verhalten, wenn es angenehme Konsequenzen nach sich zieht. Verhalten, das unangenehme Konsequenzen hat, vermeiden sie hingegen.

Beachtet: Jedes Kind und jede Erziehungssituation sind anders. Deswegen gibt es verschiedene Arten von Belohnungssystemen:

Positives Verhalten verstärken

Es ist euch wichtig, dass euer Kind sich eine Verhaltensweise aneignet? Wenn euer kleiner Liebling beispielsweise sein Kinderzimmer aufräumt, dann lobt ihn für diese Anstrengung. Für jedes Mal Zimmeraufräumen, bekommt euer Schatz dann einen Sticker. Diesen klebt ihr dann gemeinsam auf eine Tafel, die ihr beispielsweise im Kinderzimmer an die Wand hängt. Ihr könnt euch ziemlich sicher sein: Als Konsequenz wird euer Kind sein Zimmer jetzt öfter aufräumen.

Token-Systeme in der Erziehung

Wenn ihr Token-Systeme in der Erziehung anwenden möchtet, so beachtet Folgendes:

  • Belohnungssysteme mit materiellen Werten vermeiden

    Übertriebene materielle Belohnungen (wie etwa ein teures, neues Fahrrad) sind nicht sinnvoll, da die Freude über ein neu gekauftes Spielzeug schnell wieder verschwindet. Außerdem wird mit dieser Form der Belohnung das Konsumverhalten der Kinder gefördert.

  • Gemeinsame Zeit als Belohnung

    Das wertvollste Geschenk ist, gemeinsam Zeit mit euren Kindern zu verbringen. Bietet eurem Kind nach dem Zimmeraufräumen zum Beispiel an, gemeinsam eine tolle Geschichte zu lesen. So habt ihr beide etwas, über das ihr euch freuen könnt.

  • Das Kind sollte gewünschtes Verhalten ansatzweise beherrschen

    Bei der Sauberkeitserziehung beispielsweise bringt es nichts, wenn ihr euer Kind durch ein Belohnungssystem dazu bringt aufs Töpfchen zugehen, obwohl dies noch nicht dem Entwicklungsstand eures Kindes entspricht. Dies führt dann zur Frustration und ihr kommt gemeinsam nicht an das gewünschte Ziel. Bleibt realistisch!

  • Richtig Loben

    Lobt euer Kind zeitnah und erklärt, warum ihr es lobt – so erhält euer Kind obendrein die Bestätigung, dass es sinnvoll war, das erwünschte Verhalten zu zeigen. Wenn euer Kind beispielsweise sein Gemüse aufisst, lobt es direkt nach dem Essen und erklärt ihm, warum Gemüse so wichtig ist.

Lernen mit einer Belohnungstafel

Häufig werden Belohnungstafeln verwendet, um den Fortschritt mit Stickern oder anderen “Prämien” festzuhalten. Diese Systeme lassen sich super selbst basteln, es gibt aber auch viele Vorlagen im Internet.

Wir haben für euch eine schöne Vorlage für eine Belohnungstafel erstellt, die ihr hier ganz einfach downloaden könnt!

  • Wenn ihr euch dafür entscheidet, Belohnungstafeln zu arbeiten, dann bespricht vorher mit eurem Kind, was es sich wünscht und wofür es eine Belohnung erhalten wird. Beachtet: Versprochen ist versprochen! Ihr müsst eure aufgestellten Regeln auch einhalten.

Belohnungstafel mit Sickern

Negatives Verhalten bestrafen

Wenn ihr möchtet, dass euer kleiner Schatz ein negatives Verhalten ablegt, ist diese Methode dafür geeignet. Denn durch kleine Bestrafungen (wie z.B. Hausarrest, Taschengeldkürzung, kein Fernsehen mehr schauen dürfen) soll euer Kind das unerwünschte Verhalten vermeiden. Die Bestrafung sollte unbedingt im Verhältnis zur „Tat“ stehen. Macht euer schon älteres Kind beispielsweise absichtlich einen Gegenstand kaputt, so könnt ihr darüber nachdenken, dass es an der Neuanschaffung finanziell mit einem kleinen Taschengeld-Anteil beteiligt wird.

  • Natürlich solltet ihr das Fehlverhalten nicht auf euer Kind projizieren. Macht ihm deutlich, dass ihr es lieb habt, aber sein Verhalten nicht duldet. Ihr solltet reine Bestrafung lediglich als letzte Möglichkeit der Erziehung in Betracht ziehen und sorgsam mit dem Thema umgehen. Andernfalls könnten eure Kinder Minderwertigkeitsgefühle aufbauen.

Probleme von Belohnungssystemen

Lob und Belohnungen klingen im ersten Moment nach einer guten Alternative zu Bestrafung, doch auch Belohnungssysteme können Gefahren bergen. Warum ihr nicht immer nur auf Lob zurückgreifen solltet und wie ihr stattdessen eure kleinen Lieblinge bestärken könnt, ohne sie zu manipulieren, erfahrt ihr im Folgenden:

  • Belohnungssysteme funktionieren nicht ohne Strafe

    Wollt ihr komplett auf Strafen verzichten? So sind die Tokensysteme nichts für euch. Es ist nämlich eine Art Bestrafung, NICHT belohnt zu werden. Wenn euer Kind seine Belohnung für ein erwünschtes Verhalten nicht erhält, so ist es sicherlich frustriert.

  • Ihr nehmt eurem Kind die Möglichkeit, selbstständig Probleme zu lösen

    Da ihr bestimmt, wie das gewünschte Verhalten auszusehen hat, übernehmt ihr die Konfliktlösung. Euer Kind wird demnach von außen gesteuert.

  • Wirkliche Gründe hinter einem Verhalten sind unklar für das Kind

    Der größte Kritikpunkt an den Belohnungssystemen ist, dass eure kleinen Lieblinge möglicherweise nicht verstehen, warum sie gelobt werden. Deswegen ist es wichtig, dass ihr ihnen kindgerecht erklärt, warum ihr sie lobt und dabei auch konsequent seid.

  • Durch Belohnungen werden versteckte Botschaften gesendet

    Bei eurem Kind kommen unterschiedliche Botschaften an, wenn ihr ihm Belohnungen für ein bestimmtes Verhalten bietet. Ihr signalisiert ihm, dass es ohne die in Aussicht gestellte Belohnung, die entsprechende Aufhabe nicht erfüllen würde. Außerdem wird betont, dass die belohnte Aufgabe schwierig bzw. unangenehm sein wird. Schließlich bekommen eure Kinder fürs Spielen auch keine Belohnung.

Belohnung in Maßen

Ihr seht, es gibt eine Menge Probleme, die das Belohnen mit sich bringen kann. Doch was brauchen eure Kinder stattdessen?

  • Tretet eurem kleinen Liebling immer authentisch und empathisch entgegen.

  • Bestärkt euer Kind mit liebevollen Worten, mit denen ihr es nicht manipulieren wollt, sondern schätzt es wert.

  • Kündigt vorher an, wofür und warum ihr euren Schatz lobt. Und bedenkt immer: versprochen ist versprochen, auch als Elternteil!

Unser Tipp

Natürlich braucht ihr nicht komplett auf Belohnungen verzichten. Lobt einfach in Maßen. Eine genaue Richtlinie gibt es hierbei nicht. Eine ausbalancierte Mischung zwischen Lob und Bestärkung ist eine gute Alternative zu Bestrafungen.

Wir wünschen euch eine entspannte Zeit als Eltern und viel Verständnis!

Euer Team von babymarkt.de

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