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Das Wechselmodell

Jessica
Jessica16.01.2020Lesezeit ca. 5 Minuten
Kind sitzt in der Mitte von streitenden Eltern

Wenn Eltern sich trennen, leiden häufig ihre Kinder darunter: Sie müssen damit zurechtkommen, dass sie in aller Regel die meiste Zeit nur noch bei einem Elternteil leben werden. Das Wechselmodell ermöglicht hingegen Vätern und Müttern auch nach der Trennung gleichberechtigt an der Erziehung des Kindes beteiligt zu sein.

Wir zeigen euch im Folgenden Vor- und Nachteile des Modells auf und klären die Frage, unter welchen Umständen das Wechselmodell die bessere Alternative zum herkömmlichen Modell ist.

Was ist das Wechselmodell?

Beim Wechselmodell, auch Pendelmodell oder Paritätsmodell, soll der Aufenthalt des Kindes gleichmäßig aufgeteilt werden. So können die Kinder trotz Trennung eine intensive Betreuung beider Elternteile erfahren. Es wird zwischen dem echten und unechten Wechselmodell unterschieden. Ein echtes Wechselmodell liegt nur dann vor, wenn sämtliche Betreuungsleistungen von beiden Elternteilen annähernd zu gleichen Teilen erbracht wird. Von einem unechten Wechselmodell spricht man, wenn die Zeitaufteilung der Betreuung um mehr als 10 % abweicht. Zum Beispiel betreut der Vater das Kind 40% der Zeit und die Mutter 60 %. Hier liegt also keine gleiche Verteilung vor. Das unechte Wechselmodell ist eine Erweiterung der herkömmlichen Betreuungsmodell.

Weitere Betreuungsmodelle nach einer Trennung und Scheidung:

Das Residenzmodell ist das herkömmliche Betreuungsmodell für getrennt lebende Eltern. Das Kind lebt bei einem Elternteil und wird hauptsächlich von diesem betreut und erzogen.

Das Nestmodell ist eine Sonderform des Wechselmodells. Das Kind lebt weiterhin in der Familienwohnung und wird dort abwechselnd von den Eltern betreut. Diese haben eine zusätzliche Wohnung und pendeln zwischen den beiden Haushalten.

Wer erhält beim Wechselmodell Kindergeld?

Ist die Betreuungszeit nicht gleich zwischen den Eltern aufgeteilt, bekommt der Elternteil, bei dem das Kind mehr Zeit verbringt, das Kindergeld. Sind die Zeiten gleich verteilt, müssen die Eltern untereinander klären, wer das Kindergeld bekommt. Wichtig ist in jedem Fall, dass es für das Kind genutzt wird.

Die Unterhaltsberechnung gestaltet sich übrigens komplizierter:

Kann das Wechselmodell nachträglich beendet werden?

Nein, das Wechselmodell kann nicht einfach so beendet werden. Denn es handelt sich hierbei um eine bewusste und rechtlich bindende Entscheidung für die Betreuung und Fürsorge.

Frau umarmt Mädchen

Vor- und Nachteile des Wechselmodells

Ein ganz klarer Vorteil ist, dass das Kind regelmäßig beide Elternteile sieht. Das Kind muss nicht entscheiden, bei wem es in Zukunft leben möchte. Zudem übernimmt jeder Elternteil automatisch die finanzielle Verantwortung für das Kind.

Ein Nachteil dieses Modells ist das hohe Konfliktpotential. Beide Elternteile müssen sich auch nach der Trennung über Entscheidungen in Hinblick auf das Kind einigen können. Denn bei dem Wechselmodell haben beide Elternteil ein geteiltes Sorgerecht. Außerdem verlangt das Modell ein hohes Maß an Organisation und Absprache. Auch bei der Erziehung sollten sich beide Parteien einig sein, damit es nicht zu weiteren Auseinandersetzungen kommt.

Kritik am Wechselmodell

Kaum ein Elternteil kann sich vorstellen auf längere Sicht zwischen zwei Haushalten pendeln zu müssen. Doch viele möchten dieses Modell nach der Trennung für ihr Kind. Dabei sollte beachtet werden, dass das Kind kein Besitz der Eltern ist, den es im Trennungsfall einfach aufzuteilen gilt.

Entscheidend ist es, dass die Eltern auch nach der Trennung auf das Wohlergehen und die Bedürfnisse des Kindes achten. Es kommt nicht so sehr auf eine exakte Zeitverteilung zwischen Mutter und Vater an, sondern die konkreten Bedürfnisse des Kindes müssen im Mittelpunkt stehen.

Voraussetzungen für das Wechselmodell

Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, kann das Wechselmodell gelingen:

Kann das Wechselmodell gerichtlich angeordnet werden?

In einigen europäischen Ländern ist das Wechselmodell der gesetzliche Regelfall. In Deutschland hingegen hat sich der Rechtausschuss dagegen ausgesprochen. Das Wechselmodell kann nur unter den oben aufgeführten Voraussetzungen gelingen. Dies ist jedoch nicht der Fall, wenn eine Partei das Modell ablehnt.

Fazit zum Wechselmodell

Das Wechselmodell ist eine Alternative zum herkömmlichen Residenzmodell und soll dafür sorgen, dass sich getrenntlebende Eltern die Betreuung und Erziehung des Kindes teilen. Hierbei ist wichtig, dass beide Elternteile kooperationsfähig sind und die Wohnorte nicht zu weit auseinander liegen, sodass das Kind keine zwei unterschiedliche Leben in unterschiedlichen sozialen Umfeldern führt.