Geschwister erziehen – Wenn die Aufmerksamkeit geteilt werden muss

Julia
Julia31.08.2014Lesezeit ca. 7 Minuten
Mädchen und Junge liegen im Gras

Der Streit unter Geschwistern ist oft unvermeidbar und gehört einfach dazu. Eine gesunde Rivalität ist sogar gut für die Entwicklung der Kinder und stärkt ihr Selbstbewusstsein. Sie lernen ihre Bedürfnisse auszusprechen und Probleme zu lösen. Die Ursachen für Auseinandersetzungen zwischen Geschwistern liegen meist darin, dass sie sich von ihren Eltern ungleich behandelt fühlen. Viele Kinder sind der Meinung, im Vergleich zu ihren Geschwistern benachteiligt zu werden. In dem Fall haben Eltern die Aufgabe eine gewisse Gerechtigkeit zu vermitteln. Da jedoch jedes Kind sehr individuell ist und seine eigenen Charaktereigenschaften entwickelt, ist eine Gleichbehandlung meist nicht das beste Mittel. Vielmehr kommt es darauf an, jedes Kind individuell zu behandeln und seine Bedürfnisse, Fähigkeiten und Stärken dabei zu berücksichtigen. Gemeinsame Spielzeiten und Aktivitäten mit den Geschwistern sind trotzdem wertvoll und wichtig.

Tipp:
Versucht also nicht jedem Kind gleich viel zu geben, sondern fragt sie gezielt, wie viel Stück Apfel beispielsweise jeder möchte.
Tipp:
Auch die Zeit für Zuwendung sollte nach Bedarf und nicht mehr nach Minuten verteilt werden. Es ist dabei wichtig, zu erklären, warum das Schwesterchen oder Brüderchen gerade viel mehr Zeit in Anspruch genommen hat.

Geschwister erziehen: Geschwisterposition

Ob ein Kind Erstgeborenes, Zweitgeborenes oder Nesthäkchen ist, wirkt sich auf seine Charaktereigenschaften aus. Die Geschwisterposition färbt sich oft auf das Verhalten und die Entwicklung der Kinder ab. Was zeichnet also erstgeborene, zweitgeborene Kinder und Nesthäkchen aus und wie könnt ihr als Eltern eure Kinder gezielt unterstützen?
Wenn das zweite Kind geboren wird, leiden Erstgeborene oft darunter. Sie müssen die Aufmerksamkeit und die Zuneigung der Eltern, die sie vorher alleine genossen haben, nun mit dem Baby teilen. Häufig haben sie gewisse Vorzüge gegenüber ihren jüngeren Geschwistern und übernehmen auch viel Verantwortung für sie. Eigenschaften wie Vernunft, Perfektionismus und Verantwortungsbewusstsein charakterisieren eher erstgeborene Kinder. Dies hängt damit zusammen, dass sie schon früh mit ihren Leistungen die Eltern beeindrucken wollen.

Im Gegensatz zum Erstgeborenen, hat das mittlere Kind oder das so genannte Sandwich-Kind keine Probleme damit, die Aufmerksamkeit zu teilen. Diese Kinder sind daher entspannter. Da mittlere Kinder sowohl ältere als auch jüngere Geschwister haben, fällt es ihnen oft schwer, eine klare Position zu finden. Sie sind fordernder und kämpfen aggressiver um die Beachtung der Eltern. Dies ist zudem oft mit einem provokativen Verhalten verbunden. Auch das Gegenteil kann der Fall sein. Die Kinder zeigen ein eher geschlossenes Verhalten und fangen schon früh an, Kontakte nach außen zu pflegen. Vor allem als einziger Sohn oder einzige Tochter genießen mittlere Kinder jedoch eine besondere Aufmerksamkeit der Eltern.

Das Nesthäkchen genießt oft ganz viel Aufmerksamkeit von den Eltern. Das letztgeborene und jüngste Kind wird von allen verwöhnt und bedient. Oft sorgt das für eine starke Eifersucht der älteren Geschwister. Darüber hinaus fühlen sich die Geschwister ungerecht behandelt, da Nesthäkchen schon früh gewisse Privilegien genießen. Der Grund dafür liegt darin, dass Eltern entspannter sind und dass Nesthäkchen nicht mehr unter einer starken Beobachtung stehen. Trotz alledem können die Jüngsten das Gefühl haben, zu wenig beachtet zu werden.

So sagt ihr eurem Kind, dass es ein Geschwisterchen bekommt:

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Wir wünschen euch und eurem Liebling alles Gute!

Euer Team von babymarkt.de