Kinder streiten um die Fernbedienung

Kinder streiten – Was tun?

Ob in der KiTa, im Kindergarten oder Zuhause – wenn die lieben Kleinen sich zanken und kein Ende finden wollen, ist guter Rat teuer. Die Gründe dafür können ganz unterschiedlicher Natur sein. Hauptsächlich geht es um das geliebte Spielzeug, mit dem der Kindergartenfreund plötzlich spielen will oder auch nur um die Aufmerksamkeit der Bezugsperson. Gerade unter Geschwistern kann der Kampf um die Gunst von Mama und Papa schnell ausarten. Oft stehen die Eltern dann vor der Frage: Eingreifen oder nicht? Mit unseren Tipps und Regeln möchten wir euch eine Orientierung bieten, wie ihr euch beim nächsten Streit eures Kindes verhalten könnt.

Beim Streiten fürs Leben lernen

Bei jedem Streit ist Ruhe der Schlüssel zum Erfolg. Versucht – auch wenn es schwer fallen mag – geduldig zu bleiben und starke Nerven zu bewahren. Es mag anders erscheinen, aber ein Streit zwischen Kindern ist für deren soziale und psychische Entwicklung sehr wichtig. Deshalb solltet ihr stets versuchen, die Kinder sich streiten zu lassen, ohne direkt einzugreifen. Nur wer von Anfang an lernt, dass man seine Gefühle ausleben und seine Meinung äußern darf, entwickelt ein gesundes Selbstwertgefühl sowie die Kraft, sich selber zu vertreten. Natürlich kommt es hierbei auf den richtigen Umgang miteinander an. Doch wenn die Kids ihren Unmut verbal oder vielleicht sogar kreativ in Form eines Bildes ausdrücken, haben sie bereits viel gelernt. Sie begreifen, wie man sich selber behaupten kann. Auf der anderen Seite lernen sie ebenso, sich innerhalb eines Konfliktes zurückzunehmen. Darüber hinaus bereitet sich der Nachwuchs auf zukünftige Konflikte vor und wie man am besten mit ihnen fertig wird. In diesem Zusammenhang ist auch die Fähigkeit, Kritik aufzunehmen, ohne beleidigt zu sein, stark gefordert. Durch kleinere Streitereien entwickeln die Kinder eine stärkere Toleranz gegenüber Frustrationen. Neue Mitglieder in der Kindergartengruppe haben es meist besonders schwer. Die übrigen Kinder fürchten, Spielzeuge mit einem weiteren Kind teilen zu müssen, oder dass sich der hinzugekommene Kamerad in den Vordergrund schieben könne. Konflikte sind hierbei nicht weit. Doch gerade diese führen dazu, dass sich die Kinder einmal aneinander aufreiben und Grenzen abstecken. Schnell wird klar: Das ist mein Spielzeug und das ist deins. Auf diese Weise wird das neue Mitglied schneller in die Gruppe aufgenommen und akzeptiert. Eine schöne Art, auf die Konfliktbewältigung einzugehen, sind Kinder Streitgeschichten. Hier erzählen die Kinderhelden von Streitereien mit ihren Freunden und wie man sie am besten lösen kann.

Geschwisterstreit

Streit im Kindergarten oder in der KiTa ist nie eine schöne Angelegenheit. Doch ein entscheidender Vorteil ist, dass die Kinder sich, wenn sie nach Hause gehen dürfen, voneinander trennen. Auf diese Weise beruhigen sich die Gemüter und am nächsten Tag ist der Streit meist wieder vergessen. Anders verhält es sich bei einem Geschwisterstreit. Da Geschwister unter einem Dach wohnen, ist es weitaus schwieriger, einem Konflikt aus dem Weg zu gehen. Zudem wissen die Kinder genau um die Schwachstellen ihres Geschwisterkindes, auch die Hemmungen vor einer intensiven Auseinandersetzung sind geringer. Umso wichtiger erscheint es, dass die Kinder ihren Streit klären und sich in Ruhe aussprechen. Um einen Geschwisterstreit zu vermeiden, ist es besser, wenn jeder sein eigenes Spielzeug hat. Auch eine klare Aufgabenverteilung innerhalb der Familie und des Haushaltes hilft, um Reibereien im Vorfeld aus dem Weg zu räumen. Für weitere Tipps rund um die Geschwistererziehung lest euch gerne unseren passenden Ratgeber-Beitrag durch.

Regeln einhalten – Konflikte vorbeugen

Um die sozialen Kompetenzen des Kindes zu fördern, ist es besser, die Streithähne in Ruhe zu lassen und das Geschehen aus einiger Entfernung zu beobachten. So könnt ihr im Zweifelsfall eingreifen. Damit der Streit gar nicht erst aus dem Ruder läuft, solltet ihr von vorneherein mit eurem Kind einige Regeln besprechen, die es einhalten soll.

  • Jegliche Art der Gewalt ist tabu

    Schlagen, Spucken, Schubsen oder Kneifen können das Gegenüber arg verletzen. Aber auch verbale Angriffe und Beleidigungen sind verboten. Wer seinem Ärger Luft machen möchte, greift lieber auf humorvolle Schimpfwörter wie „Zwergnase“ zurück.

  • Ausreden lassen

    Nur wer sein Gegenüber anhört und ausreden lässt, kann seinen Standpunkt verstehen und darauf eingehen.

  • Faire Verhältnisse bewahren

    Natürlich hat kein Kind eine Chance, wenn es sich gegenüber einer Gruppe mehrerer Kinder behaupten muss. Zudem sollten sie möglichst gleichaltrig und auch von der Statur her vergleichbar sein, um identische Voraussetzungen zu ermöglichen.

  • Gefühle zulassen

    Dass ein Streit vor allem ein Kind aufwühlen kann, ist völlig normal. Es soll wissen, dass es Gefühle wie Wut und Trauer zulassen, dabei aber nicht die anderen Regeln und somit sein Gegenüber verletzen darf.

  • Eine Einigung finden

    Kompromisse sind stets die beste Wahl, um beiden Kindern das Gefühl zu geben, beachtet worden zu sein. Dazu gehört aber auch, dass die Parteien nachgeben können und ein Ende finden möchten.

Auf die Art und Weise kommt es an

Dass Auseinandersetzungen und Konflikte für Kinder wertvoll hinsichtlich ihrer Entwicklung sind, steht außer Frage. Dennoch seid ihr als Eltern in der Pflicht, die Streitenden zu beobachten und Rückschlüsse aus deren Verhalten zu ziehen. Wie geht euer Kind mit seinen Freunden oder dem Geschwisterkind um? Ist es sehr aggressiv oder vermeidet es gar jegliche Konfrontation? Streitet es sich bloß, um Aufmerksamkeit zu erlangen? Fühlt es sich vielleicht vernachlässigt? Möchte es sich nur profilieren? Achtet es auf die Gefühle des anderen Kindes? Wenn ihr diese Fragen beantworten könnt, habt ihr die Möglichkeit, in Zukunft präventive Maßnahmen gegen erneute Streitereien zu ergreifen. Stärkere Zuwendung oder klärende Gespräche sind dabei wichtige Schritte, die eurem kleinen Liebling helfen können.

  • Schaut euch aber auch gerne eure eigenen Streitgewohnheiten an. Kinder adaptieren das Verhalten ihrer Eltern sehr schnell. Wenn ihr selber aufbrausend seid oder mit Kritik nicht umgehen könnt, kann sich diese Einstellung auf euer Kind übertragen. Des Weiteren solltet ihr die oben aufgeführten Regeln ebenso beherzigen.

Frau schlichtet Streit

Konflikte lösen und Streit schlichten

Wenn die beteiligten Kinder handgreiflich werden oder partout zu keiner Lösung finden wollen, solltet ihr als Erwachsene einschreiten. Den passenden Zeitpunkt dabei zu finden, ist sehr schwierig. Da jeder Streit anders ist, müsst ihr intuitiv in jeder Situation entscheiden. Wichtig ist, dass ihr nicht zu voreilig in die Streitschlichtung übergeht. Versucht euch vorher ein Bild davon zu machen, aus welchem Grund es zu dem Streit gekommen ist. So könnt ihr gezielt nach einer Lösung mit den Kindern suchen. Die Betonung liegt hierbei darauf, dass die Lösungssuche gemeinsam geschieht und ihr nicht einfach nur ein Machtwort sprecht. Fragt nach Vorschlägen, wie man den Konflikt aus dem Weg räumen kann, oder was die Kinder vom jeweils anderen erwarten. Probiert, neutral zu bleiben und euch nicht auf eine Seite zu schlagen. Stattdessen müssen beide Kinder die Möglichkeit haben, sich zum Vorfall zu äußern und Ideen für eine Schlichtung zu finden. Erklärt die besprochenen Regeln erneut und wie wichtig es ist, eine Einigung zu finden. Schließlich ist es doch viel schöner, in Ruhe und Frieden miteinander zu spielen. Natürlich kommt es bei den beschriebenen Situationen auf das Alter des Kindes an. Erst ab einem bestimmten Alter können die Kinder ihre Taten reflektieren und über ihre Taten sprechen.

Wir wünschen euch und eurem Kind alles Gute und einen stressfreien Umgang miteinander.

Euer Team von babymarkt.de

  • Was sind eure Erfahrungen mit den Themen “Streit unter Kindern” und “Geschwisterstreit”?

    Wir freuen uns auf eure Kommentare und Konfliktlösungen.

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