Muss das sein? Ämtergänge vor und nach der Geburt

Julia
Julia26.09.2014Lesezeit ca. 7 Minuten
Mutter und Kind halten Spardose

Viele Schwangere wissen nicht was ihnen nach der Geburt zusteht und welche Behördengänge wann anstehen. Mit dieser Auflistung wollen wir euch einen kleinen Überblick geben.

Mutterschaftsgeld

Spätestens sieben Wochen vor dem errechneten Termin müsst ihr bei eurer Krankenkasse das Mutterschaftsgeld beantragen. Ihr braucht hierzu eine Bescheinigung vom Gynäkologen oder eurer Hebamme und könnt den Antrag entweder formlos oder mit einem Formular eurer Krankenkasse stellen. Der Mutterschutz beginnt ab der 34. Schwangerschaftswoche und endet acht Wochen nach der Geburt. Bei Früh- oder Mehrlingsgeburten verlängert sich der Mutterschutz auf 12 Wochen nach der Entbindung.

Elternzeit

Spätestens eine Woche nach der Geburt eures Kindes müsst ihr beim Arbeitgeber schriftlich die Elternzeit beantragen. Im Antrag muss aufgeführt sein, wie lange ihr Elternzeit nehmen möchtet. Natürlich könnt ihr dies auch schon vor der Geburt eures Kindes erledigen.  Die Geburtsurkunde des Kindes muss dann nur nachgereicht werden.

Vaterschaftsanerkennung

Bei unverheirateten Paaren ist es sinnvoll noch vor der Geburt des Kindes eine Vaterschaftsanerkennung durchzuführen. Hierzu benötigt ihr den Personalausweis und die Geburtsurkunde beider Elternteile. Die Geburtsurkunde des Kindes müsst ihr später nachreichen.  Die Vaterschaft wird nur mit Einverständnis der Mutter anerkannt und muss beim Jugendamt oder beim Standesamt beantragt werden.

Geburtsurkunde

Ihr erhaltet nach der Geburt eine Bescheinigung, mit der ihr innerhalb von sieben Werktagen zum Standesamt des Geburtsortes eures Kindes müsst. Viele Krankenhäuser haben schon einen Standesamtservice vor Ort.

Ihr benötigt für die Anmeldung eures Kindes folgendes:

Nach der Anmeldung beim Standesamt erhaltet ihr mehrere Geburtsurkunden für euer Kind, die ihr für die weiteren Ämtergänge benötigt.

Einwohnermeldeamt

Das Standesamt meldet die Geburt des Kindes automatisch an das zuständige Einwohnermeldeamt. Eine persönliche Anmeldung ist somit nicht nötig. Es schadet aber nicht, sicherheitshalber noch einmal beim zuständigen Einwohnermeldeamt anzurufen und sicher zu gehen, dass das Kind angemeldet wurde.

Elterngeld

Auf den Internetseiten des Bundesministeriums für Familie kann man die Liste aller zuständigen Elterngeldstellen finden. Dort könnt ihr nach einer Stelle in Ihrer Nähe suchen, um dort einen Antrag zu holen. Dies könnt ihr aber auch schon bereits vor der Geburt des Kindes erledigen. Spätestens drei Monate nach der Geburt des Kindes muss der Antrag vollständig an die Elterngeldstelle geschickt werden.

Hinweis:
Bitte beachtet, dass das Elterngeld nur drei Monate rückwirkend bezahlt wird!

Ihr benötigt hierzu

Kindergeld

Den Antrag für Kindergeld könnt ihr euch in den meisten Städten online herunterladen. Ansonsten bekommt ihr ihn bei der Familienkasse der Agentur für Arbeit. Kindergeld muss spätestens bis zum vierten Lebensjahr des Kindes beantragt werden, aber wer möchte schon vier Jahre auf das Geld verzichten? Für euer erstes und zweites Kind erhaltet ihr 194 Euro und für das dritte Kind 200 Euro. Bei möglichem weiteren Nachwuchs stehen euch jeweils 225 Euro pro Kind zu.

Den ausgefüllten Antrag schickt ihr mit einer Geburtsurkunde eures Kindes an die Familienkasse.

Krankenversicherung

Der Elternteil, der berufstätig oder meistverdienend ist, sollte nach der Geburt die zuständige Krankenkasse telefonisch informieren. Die Kasse schickt euch dann ein Formular zu, das ihr ausgefüllt mit einer Geburtsurkunde zurückschicken müsst. Euer Kind erhält nach circa zwei Wochen eine eigene Versicherungskarte.

Finanzamt

Seit der Umstellung auf die elektronische Lohnsteuerkarte läuft die Meldung über die Geburt eures Kindes automatisch. Informiert euren Arbeitgeber und achtet bei der nächsten Gehaltsabrechnung auf Richtigkeit.

Weitere Informationen:

Bürokratiedschungel: Behördengänge rund um die Geburt

Zur Infografik

Nach dem Feststellen der Schwangerschaft erhält jede Frau in Deutschland ihren Mutterpass von ihrem Arzt oder der betreuenden Hebamme. Dies ist ein wichtiges Dokument und sollte euer stetiger Begleiter sein. Aber was steht im Mutterpass? Das und weitere Informationen erhälst du hier:

Zum Beitrag

Wir wünschen euch entspannte Behördengänge!

Euer Team von babymarkt.de