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Mutterschutz 2018: Was Schwangere wissen müssen

Laura
Laura03.02.2017Lesezeit ca. 12 Minuten
Schwangere Frau mit Laptop

Seit dem 01. Januar 2018 gelten neue Regelungen im Mutterschutzgesetz. Wir erklären euch, welche Neuerungen ihr kennen solltet und welche Bestimmungen nach wie vor für euch gelten. Wofür es den Mutterschutz überhaupt gibt? Das Gesetz schützt Schwangere vor Gefahren am Arbeitsplatz sowie vor Kündigungen und Lohnminderungen während der Schwangerschaft. Ihr seht – eine wichtige Angelegenheit! Umso schöner ist es, dass es seit Beginn 2018 endlich ein paar Erweiterungen gibt.

Das hat sich im Mutterschutzgesetz 2018 geändert

Schülerinnen, Auszubildende & Studentinnen
Schwanger in der Schule, der Ausbildung oder während des Studiums? Für werdende Mütter, die noch lernen, gilt auch eine Schutzfrist von sechs Wochen vor und acht nach Wochen nach der Geburt. Zusätzlich wird festgelegt, dass sie in dieser Zeit an keinen Pflichtveranstaltungen teilnehmen müssen.
Kündigungsschutz nach Fehlgeburt
Wenn Schwangere eine Fehlgeburt erleiden, ist das ein harter Schlag. Um sie in diesem Fall zusätzlich vor einer Kündigung zu schützen, greift seit Januar 2018 eine Neuerung: Ist die Fehlgeburt nach der zwölften Woche geschehen, greift ein neuer Kündigungsschutz.
Arbeitnehmerähnliche Personen
Auch arbeitnehmerähnliche Schwangere, wie beispielsweise Soldatinnen, selbstständige Geschäftsführerinnen und Bundesrichterinnen, profitieren vom neuen Mutterschutzgesetz.
Baby mit Behinderung
Wenn ein Baby mit einer Behinderung auf die Welt kommt, wird die Schutzfrist für Mütter nach der Geburt von acht auf nun zwölf Wochen verlängert.
Arbeitszeiten
Seit Januar 2018 haben Schwangere bei ihrer Arbeitszeit mehr Mitspracherecht. Dann gelten die Bestimmungen zu Mehr- und Nachtarbeit sowie zur Sonn- und Feiertagsarbeit branchenunabhängig!

Diese Mutterschutz-Regelungen gelten weiter

Antrag auf Mutterschutz?

Um den Mutterschutz genießen zu dürfen, müsst ihr keinen speziellen Antrag einreichen. Der Arbeitgeber muss lediglich von der werdenden Mutter über die Schwangerschaft informiert werden. Falls der Arbeitgeber ein ärztliches Attest einfordert, ist er auch verpflichtet die Kosten dafür zu tragen.

Wie ihr die Elternzeit beantragt und weitere hilfreiche Tipps erhaltet ihr in unserem Ratgeberbeitrag zur Elternzeit:

Zum Beitrag

Die Mutterschutzfrist

Es gibt gewisse Zeiträume, in denen ein so genanntes Beschäftigungsverbot gilt. In diesen Zeiträumen ist es der Schwangeren bzw. der frisch gebackenen Mutter laut Mutterschutzgesetz verboten, zu arbeiten. Allgemein gilt das Beschäftigungsverbot immer dann, wenn durch die durchgeführte Arbeit eine Gefahr für die Gesundheit oder sogar das Leben der Mutter und/oder des (ungeborenen) Babys besteht. Diese (Lebens-)Gefahr muss durch ein ärztliches Zeugnis nachgewiesen werden.

Die folgenden Arbeiten sind für Schwangere und stillende Mütter grundsätzlich verboten:

Mutterschutzfrist vor der Geburt

In den letzten sechs Wochen der Schwangerschaft gilt ebenfalls ein Beschäftigungsverbot. Hierbei orientiert man sich am errechneten Geburtstermin. Es gibt dann aber auch noch eine wichtige Ausnahmeregelung: Wenn die Schwangere ausdrücklich erklärt, die Arbeit auch in diesen sechs Wochen fortsetzen zu können und zu wollen, dann darf sie dies. Entscheidet sich die Schwangere innerhalb dieser sechs Wochen dazu, dass sie doch freigestellt werden möchte, ist dies problemlos möglich.

Mutterschutzfrist nach der Geburt

Für die frisch gebackene Mami gilt bis zu acht Wochen nach der Geburt ein absolutes Beschäftigungsverbot. Dies bedeutet, dass die Mutter selbst dann nicht wieder arbeiten gehen darf, wenn sie sich auch schon innerhalb der acht Wochen wieder fit genug für ihren Job fühlt. Sicherheit geht schließlich vor. Im besonderen Falle einer Frühgeburt des Babys oder bei der Geburt von Mehrlingen beträgt die Mutterschutzfrist nach der Entbindung übrigens sogar zwölf Wochen.


Erfahrt hier weitere Details im “Leitfaden zum Mutterschutz” vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend:

Zum Leitfaden

Der Kündigungsschutz

Neben dem Schutz vor Gefahren für die Gesundheit beinhaltet der Mutterschutz außerdem einen Kündigungsschutz. Demnach kann kein Arbeitgeber einer Angestellten aufgrund einer Schwangerschaft kündigen. Der Kündigungsschutz gilt über die gesamte Schwangerschaft bis vier Monate nach der Entbindung. Wichtig hierbei ist, dass der Arbeitgeber vor der Kündigung über die Schwangerschaft informiert wurde.

Es gibt leider auch extreme Ausnahmefälle, in denen es dem Arbeitgeber erlaubt ist, einer Mitarbeiterin während des Mutterschutzes zu kündigen. Ein Beispiel hierfür ist, dass das Unternehmen insolvent ist. In diesen Fällen muss die Kündigung dann von der Aufsichtsbehörde genehmigt werden.

Die Dauer des Mutterschutzes

Ihr könnt euch während der gesamten Schwangerschaft bis zu einige Monate nach der Entbindung hinaus auf das Mutterschutzgesetz beziehen. Der Mutterschutz ist somit nicht unmittelbar nach den Mutterschutzfristen beendet. Folgende Aspekte des Mutterschutzgesetzes gehen über die Mutterschutzfristen hinaus:

Mutterschutz 2018 Geld

Finanzielle Hilfe während des Mutterschutzes

Nicht zu unterschätzen sind natürlich die Kosten, die der neue Erdenbürger verursacht. Damit keine Mutter finanzielle Engpässe während der Mutterschaftsfristen erleiden muss, gibt es auch hierfür Regelungen im Mutterschutzgesetz. So hat jede Frau, die bei ihrer Krankenkasse einen Anspruch auf Krankengeld hat, automatisch auch ein Recht Mutterschaftsgeld während der Mutterschutzfristen vor und nach der Geburt zu beziehen

Das Mutterschaftsgeld kann maximal 13 Euro pro Tag betragen. Ist der Nettolohn der Mami sonst höher als 13 Euro pro Tag, ist der Arbeitgeber verpflichtet, der Mutter die Differenz zu zahlen. Diese Zahlung seitens der Arbeitgeber nennt man Arbeitgeberzuschuss.

Für die Zeit, in der ein Beschäftigungsverbot außerhalb der Mutterschutzfristen besteht, erhält die Frau den sogenannten Mutterschutzlohn. Dieser wird aber anders als das Mutterschaftsgeld vom Arbeitgeber und nicht von der Krankenkasse gezahlt und beträgt genauso viel, wie die Mutter vorher verdient hat.


Wir wünschen euch alles Gute für die Geburt und eine erholsame und sorglose Zeit mit eurem Baby.

Euer Team von babymarkt.de