Schwangere Frau mit Laptop

Mutterschutz 2018: Was Schwangere wissen müssen

Seit dem 01. Januar 2018 gelten neue Regelungen im Mutterschaftsgesetz. Wir erklären euch, welche Neuerungen ihr kennen solltet und welche Bestimmungen nach wie vor für euch gelten. Wofür es den Mutterschutz überhaupt gibt? Das Gesetz schützt Schwangere vor Gefahren am Arbeitsplatz sowie vor Kündigungen und Lohnminderungen während der Schwangerschaft. Ihr seht – eine wichtige Angelegenheit! Umso schöner ist es, dass es seit Beginn 2018 endlich ein paar Erweiterungen gibt.

Das hat sich im Mutterschutzgesetz 2018 geändert

  • Schülerinnen, Auszubildende & Studentinnen

    Schwanger in der Schule, der Ausbildung oder während des Studiums? Für werdende Mütter, die noch lernen, gilt auch eine Schutzfrist von sechs Wochen vor und acht nach Wochen nach der Geburt. Zusätzlich wird festgelegt, dass sie in dieser Zeit an keinen Pflichtveranstaltungen teilnehmen müssen.

  • Kündigungsschutz nach Fehlgeburt

    Wenn Schwangere eine Fehlgeburt erleiden, ist das ein harter Schlag. Um sie in diesem Fall zusätzlich vor einer Kündigung zu schützen, greift seit Januar 2018 eine Neuerung: Ist die Fehlgeburt nach der zwölften Woche geschehen, greift ein neuer Kündigungsschutz.

  • Arbeitnehmerähnliche Personen

    Auch arbeitnehmerähnliche Schwangere, wie beispielsweise Soldatinnen, selbstständige Geschäftsführerinnen und Bundesrichterinnen, profitieren vom neuen Mutterschutzgesetz.

  • Baby mit Behinderung

    Wenn ein Baby mit einer Behinderung auf die Welt kommt, wird die Schutzfrist für Mütter nach der Geburt von acht auf nun zwölf Wochen verlängert.

  • Arbeitszeiten

    Seit Januar 2018 haben Schwangere bei ihrer Arbeitszeit mehr Mitspracherecht. Dann gelten die Bestimmungen zu Mehr- und Nachtarbeit sowie zur Sonn- und Feiertagsarbeit branchenunabhängig!

Diese Mutterschutz-Regelungen gelten weiter

Antrag auf Mutterschutz?

Um den Mutterschutz genießen zu dürfen, müsst ihr keinen speziellen Antrag einreichen. Der Arbeitgeber muss lediglich von der werdenden Mutter über die Schwangerschaft informiert werden. Falls der Arbeitgeber ein ärztliches Attest einfordert, ist er auch verpflichtet die Kosten dafür zu tragen.

Wie ihr die Elternzeit beantragt und weitere hilfreiche Tipps erhaltet ihr in unserem Ratgeberbeitrag zur Elternzeit:

Die Mutterschutzfrist

Es gibt gewisse Zeiträume, in denen ein so genanntes Beschäftigungsverbot gilt. In diesen Zeiträumen ist es der Schwangeren bzw. der frisch gebackenen Mutter laut Mutterschutzgesetz verboten, zu arbeiten. Allgemein gilt das Beschäftigungsverbot immer dann, wenn durch die durchgeführte Arbeit eine Gefahr für die Gesundheit oder sogar das Leben der Mutter und/oder des (ungeborenen) Babys besteht. Diese (Lebens-)Gefahr muss durch ein ärztliches Zeugnis nachgewiesen werden.

Die folgenden Arbeiten sind für Schwangere und stillende Mütter grundsätzlich verboten:

  • Fließbandarbeit

  • Akkordarbeit

  • Nachtarbeit

  • Sonntagsarbeit

  • Mehrarbeit

  • Arbeit mit bestimmten Gefahrstoffen

  • Körperlich stark belastende Arbeit

Mutterschutzfrist vor der Geburt

In den letzten sechs Wochen der Schwangerschaft gilt ebenfalls ein Beschäftigungsverbot. Hierbei orientiert man sich am errechneten Geburtstermin. Es gibt dann aber auch noch eine wichtige Ausnahmeregelung: Wenn die Schwangere ausdrücklich erklärt, die Arbeit auch in diesen sechs Wochen fortsetzen zu können und zu wollen, dann darf sie dies. Entscheidet sich die Schwangere innerhalb dieser sechs Wochen dazu, dass sie doch freigestellt werden möchte, ist dies problemlos möglich.

Mutterschutzfrist nach der Geburt

Für die frisch gebackene Mami gilt bis zu acht Wochen nach der Geburt ein absolutes Beschäftigungsverbot. Dies bedeutet, dass die Mutter selbst dann nicht wieder arbeiten gehen darf, wenn sie sich auch schon innerhalb der acht Wochen wieder fit genug für ihren Job fühlt. Sicherheit geht schließlich vor. Im besonderen Falle einer Frühgeburt des Babys oder bei der Geburt von Mehrlingen beträgt die Mutterschutzfrist nach der Entbindung übrigens sogar zwölf Wochen.

  • Falls ihr einen Untersuchungstermin während der Arbeitszeit in Anspruch nehmen müsst, ist euer Arbeitgeber dazu verpflichtet, euch freizustellen. Dies gilt natürlich nur dann, wenn der Termin nicht auf einen anderen Zeitpunkt außerhalb der Arbeitszeit festgelegt werden kann. Sofern dies der Fall ist, müsst ihr die Arbeitsstunden nicht vor- oder nacharbeiten.

Erfahrt hier weitere Details im “Leitfaden zum Mutterschutz” vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend:

Der Kündigungsschutz

Neben dem Schutz vor Gefahren für die Gesundheit beinhaltet der Mutterschutz außerdem einen Kündigungsschutz. Demnach kann kein Arbeitgeber einer Angestellten aufgrund einer Schwangerschaft kündigen. Der Kündigungsschutz gilt über die gesamte Schwangerschaft bis vier Monate nach der Entbindung. Wichtig hierbei ist, dass der Arbeitgeber vor der Kündigung über die Schwangerschaft informiert wurde.

  • Hat euer Arbeitgeber euch gekündigt, weil er noch nichts von der Schwangerschaft wusste, müsst ihr schnell handeln. Ihr habt die Möglichkeit euren Arbeitgeber innerhalb von zwei Wochen nach Erhalt der Kündigung über die Schwangerschaft zu informieren. In diesem Fall muss die Kündigung zurückgezogen werden.

Es gibt leider auch extreme Ausnahmefälle, in denen es dem Arbeitgeber erlaubt ist, einer Mitarbeiterin während des Mutterschutzes zu kündigen. Ein Beispiel hierfür ist, dass das Unternehmen insolvent ist. In diesen Fällen muss die Kündigung dann von der Aufsichtsbehörde genehmigt werden.

Die Dauer des Mutterschutzes

Ihr könnt euch während der gesamten Schwangerschaft bis zu einige Monate nach der Entbindung hinaus auf das Mutterschutzgesetz beziehen. Der Mutterschutz ist somit nicht unmittelbar nach den Mutterschutzfristen beendet. Folgende Aspekte des Mutterschutzgesetzes gehen über die Mutterschutzfristen hinaus:

  • Der Kündigungsschutz (gilt bis zu 4 Monate nach der Entbindung)

  • Schutz vor Überbelastung am Arbeitsplatz (gilt mit ärztlichem Zeugnis für die ersten Monate nach der Entbindung)

  • Recht auf Stillpausen während der Arbeitszeit (die Dauer hierfür kann in einzelnen Fällen von der Aufsichtsbehörde bestimmt werden)

Mutterschutz 2018 Geld

Finanzielle Hilfe während des Mutterschutzes

Nicht zu unterschätzen sind natürlich die Kosten, die der neue Erdenbürger verursacht. Damit keine Mutter finanzielle Engpässe während der Mutterschaftsfristen erleiden muss, gibt es auch hierfür Regelungen im Mutterschutzgesetz. So hat jede Frau, die bei ihrer Krankenkasse einen Anspruch auf Krankengeld hat, automatisch auch ein Recht Mutterschaftsgeld während der Mutterschutzfristen vor und nach der Geburt zu beziehen.

  • Das Mutterschaftsgeld steht im Zusammenhang mit dem Elterngeld, denn es wird zwingend mit diesem verrechnet. Das bedeutet: Ihr bekommt nach der Entbindung während der zweimonatigen Mutterschutzfrist Mutterschaftsgeld ausgezahlt. Regulär beträgt der Bezugszeitraum des Elterngeldes 12 Monate. Die zwei Monate (NACH der Entbindung), in denen ihr Mutterschaftsgeld bezogen habt, werden dem Elterngeld abgezogen. Ergibt somit nur noch weitere zehn Monate Elterngeld-Bezugszeitraum.

Das Mutterschaftsgeld kann maximal 13 Euro pro Tag betragen. Ist der Nettolohn der Mami sonst höher als 13 Euro pro Tag, ist der Arbeitgeber verpflichtet, der Mutter die Differenz zu zahlen. Diese Zahlung seitens der Arbeitgeber nennt man Arbeitgeberzuschuss.

Für die Zeit, in der ein Beschäftigungsverbot außerhalb der Mutterschutzfristen besteht, erhält die Frau den sogenannten Mutterschutzlohn. Dieser wird aber anders als das Mutterschaftsgeld vom Arbeitgeber und nicht von der Krankenkasse gezahlt und beträgt genauso viel, wie die Mutter vorher verdient hat.

Wir wünschen euch alles Gute für die Geburt und eine erholsame und sorglose Zeit mit eurem Baby.

Euer Team von babymarkt.de

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