Kind spielt neben erschöpften Eltern

Die Elternzeit – Von einem Vollzeitjob zum Nächsten

Nach der Geburt eures kleinen Sprösslings kommt eine sehr turbulente und aufregende Zeit auf euch zu. Damit ihr diese Zeit vollkommen eurem Neugeborenen widmen könnt, gibt es nun seit über 15 Jahren das Bundeselterngeld- und Elternteilzeitgesetz (BEEG). Die Elternzeit bietet die wichtige Möglichkeit sich von dem ausgeführten Beruf eine unbezahlte Auszeit zu nehmen, ohne diesen dafür ganz aufgeben zu müssen. Wie aber stellt man einen Antrag für die Elternzeit? Was ist zu beachten und welche negativen Folgen drohen möglicherweise? Erfahrt hier alles rund um das Thema Elternzeit.

Der Antrag auf Elternzeit

Sowohl die frischgebackene Mama als auch der Papa haben ein Recht auf Elternzeit. Der Anspruch ist jedoch zeitlich befristet. So kann man nur innerhalb der ersten drei Lebensjahre des Kindes jederzeit einen Antrag stellen. Das bedeutet für die Mutter, dass sie nicht unmittelbar nach dem Mutterschutz in Elternzeit gehen muss.

  • Beachtet stets, dass ihr den Antrag spätestens(!) sieben Wochen vor Antritt der Elternzeit schriftlich eingereicht haben müsst. Es ist zudem ratsam eine Bestätigung vom Arbeitgeber einzufordern.

Der Antrag bedarf keinen besonderen Formalitäten, muss aber den genauen Zeitraum beinhalten, in dem der Vater oder die Mutter die Elternzeit in Anspruch nehmen möchte. Denn in Absprache mit dem Arbeitgeber kann man sich die Zeit auch in mehrere Abschnitte einteilen.

Frau schreibt in ihr Tagebuch

Die Dauer der Elternzeit

Da selbst eine Aufteilung der Elternzeit möglich ist, stellt sich natürlich die Frage, wie lange man sich eine Auszeit für das Elternsein nehmen kann. Insgesamt stehen euch drei Jahre für die Elternzeit zur Verfügung, diese gelten jeweils für Mutter und Vater. Für zwei volle Jahre müsst ihr eurem Arbeitgeber die genauen Zeiträume mitteilen.

  • Beantragt ihr nur ein Jahr Elternzeit, ist eine Verlängerung ohne weiteres nicht möglich. Dafür müsst ihr das Einverständnis eures Arbeitgebers einfordern.

Elternzeit über das dritte Lebensjahr des Kindes hinaus?

Während die ersten zwei Jahre der Elternzeit klar festgelegt werden müssen, habt ihr die Möglichkeit die weiteren zwölf Monate aufzuteilen. So können Sie diese zwölf Monate bis zum achten Geburtstag eures Kindes einlösen. Auch hierfür müsst ihr einen gesonderten schriftlichen Antrag einreichen, welcher vom Arbeitsgeber genehmigt werden muss. Das Gute hierbei ist, dass ihr den genauen Zeitpunkt, an dem ihr die restliche Elternzeit antreten möchtet, nicht exakt angeben braucht. Haltet jedoch stets Absprache mit eurem Arbeitgeber.

  • Akzeptiert der Arbeitgeber eine Übertragung der Elternzeit auf einen späteren Zeitpunkt nicht, könnt ihr die verbliebene Zeit im dritten Lebensjahr eures Kindes einlösen. Aber Achtung: Auch hierfür müsst ihr einen erneuten Antrag stellen, welcher ebenfalls mit einer Anmeldefrist von sieben Wochen verbunden ist.

Behaltet aber trotz dieser Übertragungsmöglichkeit im Hinterkopf, dass der Anspruch auf Elterngeld mit der Vollendung des dritten Lebensjahres eures Kindes endet.

Die Sache mit dem Kündigungsschutz

Zum Schutz der Eltern gilt während der Elternzeit ein Sonderkündigungsschutz. Der Arbeitgeber darf Mitarbeiter, die sich in Elternzeit befinden, nicht kündigen. Dieser Schutz gilt nur in extremen Ausnahmefällen nicht. Der Kündigungsschutz gilt jedoch erst acht Wochen vor der Inanspruchnahme der Elternzeit.

  • Stellt ihr den Antrag auf Elternzeit also zu früh, gilt der Kündigungsschutz noch nicht und die Möglichkeit einer Kündigung besteht. Reicht den Antrag also sicherheitshalber frühestens acht Wochen (spätestens sieben Wochen) vorher ein.

Der Mutterschutz

Für (werdende) Mütter gilt das sogenannte Mutterschutzgesetz. Dieses besagt, dass Schwangere und frisch gebackene Mamis unter anderem vor Überforderung oder vor Gefahren am Arbeitsplatz geschützt werden müssen. Der Mutterschutz beinhaltet ebenfalls einen Kündigungsschutz. Dieser gilt während der gesamten Schwangerschaft bis vier Monate nach der Geburt. Nach der Entbindung kann ein Antrag auf Elternzeit eingereicht werden.

  • Durch diese Regelung ist es dem Arbeitgeber nicht möglich, Mütter vor der Elternzeitantragstellung zu kündigen!

Elternzeit als Vater

Es gibt viele Gründe, weshalb Väter sich dazu entscheiden in Elternzeit zu gehen. So kann es zum Beispiel sein, dass die Mutter in ihrem Beruf mehr verdient, oder er ihr einfach unter die Arme greifen will bei dem anstrengenden Job des Mutterseins. Es kann außerdem sehr hilfreich sein, wenn die Mutter die Elternzeit des

Baby küsst Vater auf die Wange

Vaters nutzt um den Wiedereinstieg in die Berufswelt einfacher zu managen.  Was auch immer die Gründe sind, jeder Vater profitiert von der Elternzeit, indem er die Beziehung zu seinem kleinen Sohn oder seiner Tochter intensiviert. Das Elternzeitgesetz behandelt Mütter und Väter gleich, sodass alle oben genannten Bedingungen für beide Elternteile gelten.

  • Es gibt Arbeitgeber, die die Elternzeit für Väter kritisch sehen. Es empfiehlt sich daher, dem Arbeitgeber vorab nichts von euren Plänen bezüglich der Elternzeit zu erzählen. Geht auf Nummer sicher und stellt den Antrag frühestens acht Wochen vor Beginn der Elternzeit. Ab diesem Zeitpunkt gilt nämlich der Kündigungsschutz auch für Väter!

Teilzeitjob und Elternzeit verbinden

Während der Elternzeit kann man seinen Beruf weiterhin bis zu 30 Stunden die Woche ausüben. Aber auch hier regiert die Bürokratie. Denn wer parallel zur Elternzeit noch Teilzeit arbeiten möchte, muss auch hierfür einen gesonderten Antrag stellen. Auch hier gilt eine siebenwöchige Frist. Während der Elternzeit seid ihr weiterhin Mitglied der gesetzlichen Krankenkassen und es fallen keine Beiträge an. Seid ihr jedoch privatversichert oder habt einen versicherungspflichtigen Teilzeitjob fallen Beiträge an.

  • Arbeitnehmer sind während der Elternzeit weiterhin arbeitslosenversichert. Auch in die Rentenversicherung wird die Elternzeit angerechnet.

Zusätzliche finanzielle Unterstützung während der Elternzeit bietet das Elterngeld. Auch dieses müsst ihr bei der für euren Wohnort zuständigen Elterngeldstelle beantragen. Insgesamt erhaltet ihr dann 14 Monate lang das Elterngeld. Die Höhe dieses Geldes ist abhängig von eurem Nettoeinkommen.

Elternzeit für Selbstständige

Selbstständige Eltern sind natürlich ihr eigener Chef. Dementsprechend brauchen sie keine nervigen Anträge auf Elternzeit stellen, wenn sie sich dem Vollzeitjob Kindererziehung widmen wollen. Aber Selbstständige haben ebenfalls ein Recht auf Elterngeld. Die Höhe des Geldes hängt auch in diesem Fall vom durchschnittlichen Nettoeinkommen der letzten zwölf Monate ab. Hier gilt, genauso wie für Arbeitnehmer, dass man Teilzeit arbeiten darf, jedoch nicht über 30 Stunden die Woche.

Wir wünschen euch (trotz des vielen bürokratischen Aufwands) eine entspannte Elternzeit!

Euer Team von babymarkt.de

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