Abpumpen

Vera
Vera21.04.2020Lesezeit ca. 3 Minuten
Mutter gibt Baby Milch Fläschchen

Die ersten 6-8 Wochen sollte das Baby ausschließlich gestillt werden. Der Körper ist jetzt mit der Milchbildung beschäftigt. Je mehr man in das Geschehen eingreift, desto schwieriger ist der Stillstart. Außerdem ist die Gefahr einer Saugverwirrung bei Nutzung einer Flasche zu groß.
Nach der Zeit kann man gelegentlich abpumpen, um sich einen Milchvorrat anzulegen. Auch jetzt ist es wichtig nicht allzu oft oder zu lange zu pumpen, damit das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nicht zu sehr beeinflusst wird. Hierfür reicht eine Handmilchpumpe aus.

Ab wann darf ich abpumpen?

Der richtige Zeitpunkt des Abpumpens ist sehr individuell. Manche Frauen pumpen unmittelbar nach dem Stillen noch etwas ab, andere etwa in der Mitte zwischen zwei Stillzeiten oder aber auch während des Stillens an der anderen Seite. Das muss man austesten.

Um erfolgreich abpumpen zu können muss der Milchspendereflex ausgelöst werden. Am einfachsten funktioniert dies in einer ruhigen und ungestörten Umgebung. Hilfreich kann auch sein, wenn das Kind anwesend ist. Die Brust kann vor dem Abpumpen auch mit Wärme vorbereitet werden, damit die Milch  besser fließen kann. Zusätzlich ist es möglich die Brust zu massieren.

Wie viel Milch darf abgepumpt werden?

Wichtig ist, dass keine zu großen Mengen auf einmal abgepumpt werden, damit man nicht zu sehr in das Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage eingreift. Anfangs kommen vielleicht nur 5-10 ml pro Pumpzyklus. Später sind es dann vielleicht auch 30-50 ml. Wenn man diese Menge 2-3 x täglich abpumpt, hat man recht schnell einen großen Vorrat angelegt. Muttermilch, die über einen Zeitraum von 24 Stunden abgepumpt wird, kann gesammelt und dann zusammen eingefroren werden. Ganz wichtig ist, dass die einzelnen Portionen bei Temperaturen zwischen 0 und 15 °C aufbewahrt werden.

Baby trinkt aus Milch Fläschchen

Muttermilch einfrieren

Da man nie sagen kann wie viel ein Kind pro Mahlzeit trinken möchte, ist es sinnvoll kleinere Mengen, von etwa 60 ml, einzufrieren. Diese Portionen kann man sehr schnell auftauen und es muss nichts verworfen werden, wenn das Kind nicht so viel trinken möchte. Zum Einfrieren eignen sich Muttermilchbeutel oder Muttermilchbehälter. Im Tiefkühlschrank ( bei -17° oder kälter) hält sich die Muttermilch bis zu sechs Monate. Wenn sie einmal aufgetaut wurde, muss sie verwendet und darf nicht wieder eingefroren werden.

Wir wünschen euch eine angenehme Stillzeit!

Eure Hebamme, Vera