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ADHS bei Kindern: Ist mein Kind betroffen?

Jessica
Jessica08.03.2018Lesezeit ca. 12 Minuten
Kind nervt seine Mutter

Euer Kind kann sich nicht konzentrieren und still sitzen bleiben? Es ist nicht so leicht, zu unterscheiden, ob eure kleinen Schätze sich einfach vermehrt austoben möchten oder ob sie an ADHS leiden. Kinder testen oft ihre Grenzen durch Provokationen und Trotz aus – das ist ein ganz normaler Entwicklungsschritt. Doch woran erkennt man dann eigentlich ADHS? Die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung ist keine Kinderkrankheit wie beispielsweise Windpocken, die man eindeutig nachweisen kann. Wir verraten euch außerdem, an wen ihr euch bei Verdacht auf ADHS wenden könnt und welche Faktoren die Aufmerksamkeitsstörung begünstigen.

Was ist ADHS?

Die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bezeichnet ein Störungsbild, das vor allem Kinder und Jugendliche betrifft. Sie haben eine verminderte Fähigkeit zur Selbststeuerung und Selbstkontrolle. ADHS wird durch eine neurobiologische Funktionsstörung im Gehirn ausgelöst. Die Botenstoffe Dopamin und Noradrenalin sind im Ungleichgewicht. In Folge dessen kommt es zu einer mangelnden Selbststeuerung und beeinträchtigter Aufmerksamkeit.

Woran erkennt man ADHS?

Derzeit gibt es kein standardisiertes Testverfahren, mit dem sich ADHS zuverlässig nachweisen lässt. Durch Beobachtungen des kindlichen Verhaltens kann beispielsweise der behandelnde Kinderarzt dennoch eine Erkrankung feststellen. Die U-Untersuchungen bieten zudem die Chance, ADHS frühzeitig zu erkennen. Das sind die Hauptmerkmale:

Unaufmerksamkeit: Leichte Ablenkbarkeit
Hyperaktivität: Starker Bewegungsdrang & große Unruhe

Kinder, die sich viel bewegen, sind nicht zwangsläufig an ADHS erkrankt. Für ein gesundes Kind ist es normal, dass es sich gerne bewegt und umherspringt. Der Unterschied bei ADHS: Bei der Erkrankung können die Kleinen ihre Aktivitäten nicht selbst kontrollieren und sie verfolgen bei der Ausführung kein Ziel.

Impulsivität: Unkontrolliertes Handeln

Natürlich ist nicht jedes Kind, das häufig impulsiv handelt, an ADHS erkrankt. Kinder handeln nicht immer mit Bedacht. Die betroffenen Kinder haben keine altersentsprechende Impulskontrolle. Dadurch kommt es zu Schwierigkeiten im sozialen Umfeld und der Schule.

Kind sitzt auf einem Ball und spricht mit euer Frau.

Ganz wichtig: Nicht alle Symptome müssen vorhanden sein, damit ADHS diagnostiziert wird. Es gibt viele verschiedene Varianten. Die Störung ist nicht immer gleich stark ausgeprägt. Eine milde Form wird von Kiddies oft nicht als Krankheit wahrgenommen, während bei einer starken Ausprägung die Kinder leiden, weil sie nicht leistungsfähig sind. In der Regel wird ADHS im Grundschulalter diagnostiziert, da meist in dieser Zeit betroffene Kinder die typischen Verhaltensstörungen zeigen. Allerdings gehen Experten davon aus, dass erkrankte Kinder bereits im frühen Kindesalter Verhaltensauffälligkeiten zeigen. Wie machen sich die Anzeichen von ADHS in den verschiedenen Entwicklungsabschnitten bemerkbar?

ADHS-Symptome bei Babys

Vermutlich haben sie als Baby bereits ungewöhnlich lang andauernde Schreiphasen. Zudem berichten Eltern von Ess- sowie Schlafstörungen und Ablehnung von Körperkontakt. Die Kleinen sind außerdem ständig in Bewegung – rudern mit den Armen und strampeln.

ADHS-Symptome beim Kleinkind

Motorische Ungeschicklichkeit und geringe Ausdauer beim Spielen können ein Anzeichen sein. Auch ausgeprägte Trotzreaktionen können ein Indiz für ADHS sein, allerdings ist trotziges Verhalten in diesem Alter normal, sodass es nicht ganz eindeutig ist. Ein auffallend früher oder verzögerter Spracherwerb kann ebenfalls ein Hinweis auf die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung sein.

Hinweis
ADHS bringt nicht nur negative Eigenschaften mit sich. Viele betroffene Kinder haben einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und sind sehr hilfsbereit. Da sie Dinge schlecht filtern können, nehmen sie viel (auch unnötiges) Wissen auf. Wenn sie aber von einer Sache begeistert sind, dann werden sie zu kleinen Experten. Unterstützt eure Kleinen also unbedingt bei den Dingen, die sie begeistern!

Lern-Tipps: So unterstützt ihr euer Kind

ADHS-Kinder brauchen eure Unterstützung beim Lernen und Bewältigen des Alltags. Wir haben ein paar einfache Tipps, mit denen ihr eurem Kind helft, sich besser zu konzentrieren:

Es gibt unzählige weitere Tipps, die eurem Kind das Lernen und Konzentrieren erleichtern. Hier findet ihr viele weitere Anregungen zum downloaden. Tastet euch zusammen an die Methoden heran, die für euer Kind funktionieren.

ADS und ADHS

Was ist der Unterschied zwischen ADS und ADHS? Die Abkürzungen führen immer wieder zu Unklarheiten. ADHS wird oft fälschlicherweise als Synonym für ADS verwendet. Ein wesentlicher Unterschied ist die Hyperaktivität. Kinder mit ADHS werden oft als „Zappelphilipp“ bezeichnet, Kinder mit ADS sind hingegen ruhiger und fallen weniger auf. Daher ist die Krankheit bei ihnen nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen.

Kind-schaut-gelangweilt

Wer bekommt ADHS?

Laut einer Studie* tritt ADHS viermal häufiger bei Jungen als bei Mädchen auf. Warum ist das so? Experten vermuten, dass erbliche Faktoren hierfür verantwortlich sind. Bei Jungen besteht der Verdacht für eine ADHS Erkrankung deutlich häufiger als bei Mädchen. Dies kann aber auch daran liegen, dass Jungen vermehrt Hyperaktivität und Impulsivität zeigen als Mädchen. Diese „störenden“ Symptome fallen uns öfter auf.

Die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung ist kein Produkt falscher Erziehung, sondern eine neurobiologische Störung im Gehirn. Ein ungünstiges Umfeld durch zum Beispiel fehlende Zuwendung oder Struktur kann die Krankheit allerdings verstärken. Die Umweltfaktoren sind niemals alleine für ADHS verantwortlich! Risikofaktoren sind aber der Konsum von Alkohol oder Zigaretten in der Schwangerschaft. Studien machen außerdem deutlich, dass erbliche Faktoren ebenfalls eine wichtige Rolle spielen. Die Wahrscheinlichkeit, an ADHS zu erkranken erhöht sich, wenn ein Elternteil betroffen ist.

Info
Die Hyperaktivität lässt im Laufe der Jahre, insbesondere ab der Pubertät, nach. Impulsivität und Unaufmerksamkeit hingegen sind bei Betroffenen auch noch im Erwachsenenalter zu beobachten

Therapie: Was hilft bei ADHS?

Vorweg: ADHS lässt sich relativ gut behandeln, aber nicht heilen. Die charakteristischen Verhaltensauffälligkeiten einer Störung sind dank verschiedener Therapiemöglichkeiten behandelbar. ADHS ist aber keine Krankheit, die einfach so wieder verschwindet. Ohne angemessene Behandlung besteht das Risiko, dass eure Kinder lebenslang unter den teilweise starken Symptomen leiden müssen. Wenn ihr also bei euren Kindern bemerkt, dass ADHS ihre Leistungsfähigkeit so beeinträchtigt, dass sie in der Schule und/oder im sozialen Bereich Schwierigkeiten haben, so raten wir euch, euren Kinderarzt zu kontaktieren. Je nach Schweregrad der Erkrankung, dem Alter des Kindes und den Begleitstörungen kommen unterschiedliche Bausteine infrage: eine psychosoziale, pädagogische, psychotherapeutische oder medikamentöse Therapie.

Habt ihr Erfahrungen mit ADHS gemacht?

Euer Team von babymarkt.de

*Quelle: Schlack R et al., Bundesgesundheitsblatt, 2007, 50:827-835.