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Keuchhusten bei Babys & Kindern

Nadja
Nadja25.06.2020Lesezeit ca. 8 Minuten
Kind wird untersucht

Der Keuchhusten ist eine akute bakterielle Infektion der oberen Atemwege. Warum diese Krankheit besonders gefährlich für Neugeborene ist und wie ihr euch und eure Kinder schützen könnt, erfahrt ihr in diesem Text.

Was ist Keuchhusten?

Bordetella pertussis ist das Bakterium, dass die Infektion auslöst. Keuchhusten zählt weltweit zu den häufigsten Infektionskrankheiten. Die Erreger bilden in den oberen Atemwegen Giftstoffe, die die Schleimhäute der Luftwege schädigen. Es ist eine hochansteckende Erkrankung, die über das Niesen, Husten und den Speichel (Tröpfcheninfektion) verbreitet werden kann.

Die Inkubationszeit beträgt 7 – 20 Tage, in denen der Betroffene schon ansteckend ist. Ohne Antibiotikaeinnahme ist man fünf bis sechs Wochen Überträger.

Keuchhusten bei Kindern: Symptome

Die Symptome bei der Erkrankung sind besonders im Säuglings- und Erwachsenalter sehr unspezifisch. Daher ist die Gefahr der Ansteckung sehr hoch.

In der Regel verläuft Keuchhusten bei Kindern in drei Phasen:

Erkältungsphase (Stadium catarrhale)
In den ersten zwei Wochen haben die Kinder Erkältungssymptome. Es kann zu Schnupfen, Halsschmerzen, Heiserkeit, leichtem Fieber und geröteter Bindehaut kommen. Hier denkt man nicht direkt an eine schwere Infektion, die Kinder sind aber schon in dieser Zeit hochansteckend!!
Anfallphase (Stadium convulsivum)
In den nächsten vier bis sechs Wochen kommt es besonders in der Nacht zu heftigen, krampfartigen Hustenanfällen bis zur Atemnot. Oft erbrechen die Kinder oder würgen zähen Schleim hoch. Die Anfälle können 5 -50 Mal in 24 Stunden auftreten und halten minutenlang an. Der Husten ist stakkatoartig und beim Einatmen ist ein keuchendes Geräusch zu hören. Dies entsteht durch einen Krampf im Kehlkopf.
Hustenanfälle können durch psychische oder körperliche Anstrengung zusätzlich ausgelöst und verstärkt werden. Die Erkrankten haben keinen Appetit und finden nicht in den Schlaf.
Erholungsphase ( Stadium decrementi)
Die Hustenattacken nehmen in den nächsten sechs bis zehn Wochen langsam ab. Der Körper erholt sich langsam und Schlaf wird nachgeholt. Körperliche Anstrengung, Zigarettenqualm und auch kalte Luft kann noch bis zu einem Vierteljahr später Reizhusten auslösen.
Baby hustet

Keuchhusten bei Säuglingen

Die größte Gefahr besteht für die ganz Kleinen, denn diese zeigen keine typischen Symptome. Es kommt zu plötzlichen Atemaussetzern, bei denen sich die Haut um den Mund und die Lippen blau verfärben (Zyanose).

Hier besteht akute Lebensgefahr. Die Kinder müssen in der Klinik intensivmedizinisch betreut werden.

Ein besonders hohes Risiko haben:

Wenn ein Säugling an Keuchhusten erkrankt, kann es auch zu schwerwiegenden Komplikationen kommen:

Keuchhusten bei Erwachsenen

Erwachsene haben einen milderen Verlauf. Hier wird Keuchhusten oft mit einer Erkältung oder einem grippalen Infekt verwechselt. Die Ansteckungsgefahr ist dadurch sehr groß.

Keuchhusten: Diagnose

Der Arzt kann durch Spateldruck auf der Zunge den Keuchhusten auslösen. Zusätzlich kann die Diagnose mit einer Blutentnahme und auch einem Abstrich aus dem Rachenraum bestätigt werden.

So wird Keuchhusten behandelt

Da es sich um einen bakteriellen Erreger handelt, wird eine Antibiotikatherapie empfohlen. Diese wird meistens für zwei Wochen verschrieben. Dadurch verkürzt sich auch die Ansteckungszeit auf fünf Tage. Durch die Medikamente kann der Keuchhusten nicht gestoppt werden, aber die Einnahme sorgt für einen milderen Verlauf.

Säuglinge werden immer stationär behandelt, da sie den Schleim nicht abhusten können, werden sie regelmäßig abgesaugt. Zusätzlich kann Cortison und auch Salbutamol gegeben werden.

Bei Kindern kann man schleimlösende Medikamente geben. Hustenlöser bringen beim Keuchhusten leider keine Linderung.

Ein so starker Hustenanfall bedeutet großen Stress für den gesamten Organismus. Hier ist es ganz wichtig, dass man den Kindern viel Zuwendung schenkt und noch mehr Geduld hat. Man sollte die Kleinen in eine Position bringen, bei der der Kopf leicht vorgebeugt ist. Frische Luft sorgt für Linderung.

Da es oft zum Erbrechen kommt, werden kleine Portionen flüssig- breiiger Nahrung empfohlen. Viel Trinken hilft bei der Genesung.

Arztbesuch mit Kind

Keuchhusten: Wie kann ich mich und meine Familie schützen?

Der beste Schutz ist die vorbeugende Impfung! Auch wenn diese keine 100% Immunisierung darstellt, ist der Verlauf, bei einer Erkrankung deutlich milder.

Die STIKO empfiehlt die Grundimmunisierung im zweiten, dritten, vierten und zwischen dem elften und 14.Lebensmonat. Danach findet eine Auffrischung vor der Einschulung und zwischen dem neunten und 16. Lebensjahr statt.

Eine Erkrankung und auch eine Impfung schützt nicht lebenslang vor einer Neuinfektion. Daher sollte man alle zehn Jahre eine Auffrischimpfung durchführen lassen. Um besonders die Säuglinge zu schützen, sollten sich Frauen mit Kinderwunsch spätestens drei Monate vor der Schwangerschaft impfen lassen. Alle Familienmitglieder oder Betreuungspersonen sollten schauen, ob der Impfschutz noch gegeben ist.

Wir wünschen euch und eurem Kind alles Gute!

Eure Hebamme Nadja