Kind hält seine Beine fest

Restless Legs Syndrom

Das Restless Legs Syndrom, kurz RLS, ist eine neurologische Krankheit und bedeutet übersetzt Rastlose Beine. Da unter dieser Erkrankung mehr als 100.000 Personen in Deutschland leiden und die Beschwerden die Betroffenen mitunter stark einschränken können, findet ihr in diesem Beitrag alle wichtigen Informationen zu diesem Thema. Vielleicht vermutet ihr das Restless Legs Syndrom bei eurem Kind oder verspürt gar selber die vermeintlichen Symptome. Wie ihr diese erkennt und anschließend behandelt, welche Medikamente notwendig werden können und welche Ursachen hierfür zum Tragen kommen, lest ihr bei uns.

Was ist das Restless Legs Syndrom?

Unter dem Restless Legs Syndrom versteht man den Zustand, wenn sich die betroffene Person zur Ruhe setzt, die Beine jedoch rastlos und unruhig sind. Dies tritt meist in den Abend- und Nachtstunden auf, wenn die Erkrankten zu Bett gehen. Aber auch im Kino oder während des Theaterbesuches, wenn sich der Körper vermeintlich entspannen sollte, können die Symptome auftreten. Hierzu zählen beispielsweise ein unangenehmes Ziehen, Spannen und Kribbeln der Beine und Füße sowie der Drang, die Gliedmaßen zu strecken, bewegen oder zu dehnen. Hin und wieder sind auch die Arme oder die Brust betroffen. Manchmal tun beide Seiten gleichermaßen weh, nur ein Bein oder Arm, oder das Leid verlagert sich von einer zur anderen Körperhälfte. Durch das Unwohlsein ist es schwierig, in den Schlaf zu finden oder durchzuschlafen, sodass sich Störungen des Schlafverhaltens entwickeln. Denn während des Schlafens können sich Arme und Beine oft nicht vollständig entspannen und zucken unkontrolliert, wodurch die Erkrankten immer wieder wach werden. Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Konzentrationslosigkeit sind die logischen Konsequenzen, die sich auf viele Bereiche wie Schule oder Arbeit einschränkend auswirken. Doch nicht nur körperlich, auch seelisch-emotional können sich negative Folgen bemerkbar machen. Da die Diagnose nicht einfach ist, wissen viele Betroffene nichts um ihre Erkrankung, sodass auch eine Therapie des Restless Legs Syndroms erst spät erfolgt. Zwar wird dadurch die Lebensqualität zweifelsfrei gemindert, doch sind bislang keine Fälle bekannt, in denen das RLS zur lebensbedrohlichen Krankheit wurde.

Ursachen Restless Legs Syndrom

Welche Ursachen genau für das Restless Legs Syndrom verantwortlich sind, ist bislang noch nicht geklärt. Sicher ist hingegen, dass fast ein Zehntel der Bevölkerung unter der Krankheit leidet, davon aber nur etwa 2% unter so starken Symptomen, dass sie einer Behandlung erfordern. Als wahrscheinlichste Ursache wird eine Störung des Dopamin-Stoffwechsels vermutet. Dopamin leitet die Erregung zwischen den Nervenzellen weiter – ist diese Übertragung beeinträchtigt, kann es zu den beschriebenen Symptomen wie Kribbeln oder Spannen der Beine kommen. Möglich sind zudem auch Schäden der Funktionsfähigkeit von Kleinhirn oder im Hirnstamm, die die Entwicklung des Restless Legs Syndroms begünstigen können. Generell wird bei der Ursachenforschung des RLS zwischen zwei Arten unterschieden.

  • Idiopathisches RLS

    Bei dieser Form vererben betroffene Eltern das Syndrom an ihre Kinder autosomal-dominant weiter. Das bedeutet, dass jedes Kind, dessen Mutter oder Vater bereits unter dem RLS leidet, die Krankheit bekommt. Die Vererbung kann sich über Generationen hinweg weitertragen.

  • Symptomatisches RLS

    In diesem Fall ist eine Grunderkrankung als Ursprung zu nennen. Eisenmangel, Nieren- oder Schilddrüsenfunktionsstörungen, Arthritis, Morbus Parkinson oder andere neurologische Erkrankungen sind nur einige Beispiele. Auch die Verabreichung bestimmter Medikamente kann das RLS verstärken. Sobald ihr die Krankheiten behandelt oder diese Arzneien absetzt, sollten sich auch die Symptome einstellen.

Restless Legs bei Kindern

Die Entwicklung des Restless Legs Syndroms ist bei Kindern eher selten. Für gewöhnlich nehmen erst Erwachsene die Symptome des RLS wahr. Wenn ihr bei eurem Kind jedoch bemerkt, dass es schlecht schläft, sehr unruhig ist, seine Beine heftig bewegt und sich im Laufe der Nacht im Bett wälzt, ist es ratsam, sich mit dem Hausarzt auseinander zu setzen. Gleiches gilt bei ungewöhnlich ausgeprägter Müdigkeit oder Konzentrationsstörungen. Irrtümlicherweise werden die Beschwerden häufig auf wachstumsbedingte Schmerzen zurückgeführt, oder die Diagnose von ADS (Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom, Zappelphilipp) gestellt. Daher ist der Besuch beim Arzt wichtig, um das Restless Legs Syndrom korrekt zu erkennen.

Diagnose Restless Legs Syndrom

Da es sich zumeist um neurologische Störungen handelt, solltet ihr beim Restless Legs Syndrom einen Neurologen aufsuchen. Dieser richtet sich bei seiner Diagnose meist nach vier entscheidenden Kriterien:

  1. Der Betroffene leidet unter starkem Bewegungsdrang in den Beinen, empfindet unangenehme Gefühle, Verspannungen oder Schmerzen.
  2. Die Symptome erscheinen hauptsächlich in Ruhephasen.
  3. Sobald sich der Erkrankte bewegt, lindern sich die Missempfindungen.
  4. Symptome treten in Abhängigkeit der Tageszeit auf, zum Beispiel beim Zubettgehen.

Gegebenenfalls kann in unklaren Fällen eine Untersuchung in einem Schlaflabor sowie eine Überprüfung spezieller Werte in Urin und Blut vorgenommen werden. Sofern der Betroffene nach Einnahme des L-Dopa Medikaments Besserung verspürt, ist die Diagnose recht eindeutig. Stellt sich keine Linderung ein, ist dies wiederum kein Ausschlusskriterium für RLS.

Restless Legs Therapie

Die Therapiemöglichkeiten variieren je nach der subjektiv empfundenen Intensität der Schmerzen und Beeinträchtigungen. Fürs erste hilft es meist, die jeweiligen Muskelgruppen zu aktivieren, sie zu dehnen oder sich etwas zu bewegen, zum Beispiel durch die Wohnung zu laufen oder Kniebeugen zu machen. Auch Wechselduschen, Fußbäder, Wadenwickel oder eine Beinmassage verschaffen den Betroffenen häufig schnelle Abhilfe. Langfristig ist darauf zu achten, regelmäßig Sport oder Gymnastik zu treiben, sodass die Muskeln anschließend sich auf die Entspannung freuen. Zudem sollten die Erkrankten auf Alkohol, Nikotin oder sportliche Betätigungen unmittelbar vor dem Schlafengehen verzichten sowie den Mittagsschlaf auslassen. Diejenigen, bei denen das RLS aufgrund bestimmter Mangelerscheinungen, zum Beispiel der chronischen Eisenarmut, diagnostiziert wurde, kann eine geeignete Ernährung die Beschwerden reduzieren. Hinsichtlich konkreter Krankheiten muss eine entsprechende Behandlung erfolgen. Bei stärkeren Symptomen ist die einmalige Einnahme von L-Dopa zu empfehlen, das die Funktion der Dopamin-Transmitter wiederherstellen soll.

Wir wünschen euch alles Gute und einen stets erholsamen Schlaf!

Euer Team von babymarkt.de

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