Kinder wird zum Kindergarten gebracht

Eingewöhnung in die Kita

Die erste große Trennung vom Kind steht oft mit dem Besuch einer Kita an. Vielen Eltern und Kindern fällt der Abschied nicht leicht. Wie das Berliner und das Münchener Modell den Kleinen bei der Eingewöhnung in den Kindergarten helfen kann, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Ab welchem Alter sollte mein Kind in die Kita?

Hier gibt es kein richtig oder falsch. Es gibt keine Regeln, wann euer Kind bereit für die Kinderbetreuung ist. Oft hängt das Alter für den ersten Kita-Besuchs von der Berufstätigkeit der Eltern ab. In Deutschland gibt es grundsätzlich keine gesetzlichen Vorgaben. In jedem Alter ist jedoch eine gute Eingewöhnung wichtig.

Wie läuft die Eingewöhnung ab?

Bei einem Erstgespräch erfahrt ihr, wie der Eingewöhnungsprozess seitens der Kindertageseinrichtung abläuft. Oft wird sich an dem Berliner Modell bzw. dem Münchener Modell orientiert. Beide Konzepte stellen wir nun einmal vor:

Berliner Modell: Eingewöhnung in Phasen

Das Berliner Modell zählt zu den ältesten Eigewöhnungskonzepts für die Kita und den Kindergarten. Es setzt auf eine behutsame und schrittweise Eingewöhnung an die neue Umgebung und die Erzieher. Ziel des Berliner Modells ist es, individuell auf die Bedürfnisse, Situation und Bedingungen des Kindes einzugehen.

  • Grundphase

    Ein Elternteil begleitet das Kind in die Einrichtung und bliebt für ein bis zwei Stunden vor Ort im Gruppenraum. Dies geschieht an drei Tagen hintereinander. In dieser Zeit hat das Kind die Möglichkeit, sich an die neue Umgebung zu gewöhnen. Der Erzieher nimmt zudem ersten Kontakt mit dem Kind auf. Das wichtigste in dieser Phase ist, dass die Bezugsperson des Kindes immer noch in der Nähe ist und das Kind jederzeit zu ihm kommen kann.

  • Trennungsphase

    Am vierten Tag gibt es einen Trennungsversuch. Der Elternteil verlässt den Raum, bleibt aber in unmittelbarer Nähe zum Kind. Es darf jedoch kein Sichtkontakt bestehen. Sollte sich das Kind nach der Trennung nicht beruhigen lassen, kann die Grundphase verlängert werden.

  • Stabilisierungsphase

    Diese Phase beginnt in der Regel am fünften Tag. Der Erzieher kümmert sich immer mehr um das Kind, während der Elternteil zwar noch anwesend ist, aber nur noch dann eingreifen kann, wenn der Erzieher nicht akzeptiert wird. Die Trennungszeiten werden täglich verlängert.

  • Schlussphase

    Die Eingewöhnung ist abgeschlossen, wenn das Kind eine Bindung zum Erzieher aufgebaut hat. Insgesamt dauert die Eingewöhnung nach dem Berliner Modell in der Regel zwischen einer und drei Wochen.

Erzieherin ließt Kind aus einem Buch vor

Das Münchener Modell

Es ist eine Weiterentwicklung des Berliner Modells. Die anderen Kinder werden hier in die Eingewöhnung eines Kindes integriert. Anders als beim Berliner Modell findet in den ersten sechs Tagen keine Trennung von den Eltern statt.

  • Nach einer Vorbereitungsphase der Kita und ersten Gesprächen mit den Eltern gibt es eine Schnupperwoche, in der das Kind und ein Elternteil vormittags alle anderen Kinder und Erzieher kennen lernen.

  • Während der gesamten Eingewöhnungszeit werden Elterngespräche geführt, die für Vertrauen sorgen.

Kann ich mein Kind auf den Kita-Besuch vorbereiten?

Wie ein Kind auf die Trennung reagiert, ist natürlich von seinem Charakter abhängig. Jedoch ist es förderlich, wenn euer Kind bereits im Vorfeld Kontakt zu anderen Kindern hat. In einer Spielgruppe beispielweise können die Kleinen den Umgang mit anderen lernen. Außerdem ist es wichtig, dass ihr euch als Eltern selbst auf die Trennung einstellt und positiv damit umgeht. Kinder, die vorher bei einer Tagesmutter betreut wurden, haben es zudem in der Regel leichter, später in eine größere Betreuungseinrichtung zu wechseln.

Was tun, wenn die Eingewöhnung scheitert?

Es passiert selten, ist aber möglich: Trotz einer sanften Eingewöhnung kann der Kita-Start nicht gelingen. Doch was dann? Wir haben euch Ideen für Plan B rausgesucht:

  • Tagesmutter

    Eine Tagesmutter betreut weniger Kinder, möglicherweise fühlt sich euer Kind hier wohler. Doch auch bei der Betreuung durch eine Tagesmutter sollte es eine Eingewöhnungsphase geben.

  • Großeltern

    Eine Alternative zur Tagesmutter sind die Großeltern. Sie sind bereits mit den Kleinen vertraut und können den Eltern zudem Sicherheit vermitteln.

  • Elternzeit verlängern

    Wenn weder eine Tagesmutter noch die Betreuung durch die Großeltern in Frage kommt, sollte eine Verlängerung der Elternzeit in Erwägung ziehen. Oft klappt die Eingewöhnung in eine Kita ein paar Monate später.

Wir wünschen euch und eurem Kind eine schöne Eingewöhnungszeit!

Euer Team von babymarkt.de

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