Gedächtnisentwicklung bei Kindern

Vera
Vera20.08.2020Lesezeit ca. 5 Minuten
Mädchen Geschicklichkeit

Das Gehirn der Kleinen läuft von Anfang an auf Hochtouren. Täglich kommen neue Eindrücke dazu, die verarbeitet werden müssen. Alle Wahrnehmungen werden gespeichert, auch wenn es dem Baby noch nicht bewusst ist. Wann die Gedächtnisentwicklung bei den Kleinen einsetzt und wie man diese fördern kann, erfahrt ihr im Folgenden.

Das Erinnerungsvermögen

Studien haben gezeigt, dass für die Entwicklung des Kindes das Erinnerungsvermögen sehr wichtig ist. So laufen beispielsweise auch motorische Abläufe, wie das Bewegen der Hände etc., aus der Erinnerung ab. Das Baby beobachtet, speichert es ab und führt dann irgendwann die Bewegung aus. So entsteht auch das Sprachverhalten und die Kinder fangen irgendwann an zu brabbeln.

Erst ab dem Alter von etwa einem  Jahr entwickelt sich allerdings das bewusste Erinnerungsvermögen. Bevor ein Kind anfängt sich sprachlich zu äußern, speichert es Erinnerungen als eine Art Bild im Kopf ab.

Wie kann man die Gedächtnisentwicklung bei Kindern fördern?

Fördern kann man die Gedächtnisentwicklung, in dem man Kindern immer wieder die gleichen Bilder zeigt. Geht man also beispielsweise immer einen gleichen Weg beim Spaziergang sieht das Kind die gleichen Bilder und kann diese besser abspeichern. Kinder brauchen Wiederholungen, damit es sich gut einprägt. Eltern können die Erinnerungen der Kinder auch fördern, in dem sie diese wieder abrufen. Dies funktioniert auch sehr gut beim Essen. Wenn einem Kind etwas gut schmeckt, kann man diesen guten Geschmack bei der nächsten Mahlzeit wieder in Erinnerung rufen.

hochbegabtes Mädchen wird gefördert

Ich-Verständnis & Sprachentwicklung

Studien haben gezeigt, dass folgende drei Faktoren eine wichtige Rolle spielen, dass man sich an erlebte Ereignisse erinnern kann:

Ich-Entwicklung
Im Alter zwischen zwei und drei Jahren erkennen Kinder das eigene Ich. Erst wenn dieser Schritt in der Entwicklung erfolgt ist, ist es den Kindern auch möglich Erinnerungen richtig abzuspeichern und auch wieder abrufen zu können.
Sprachkompetenz
Das so genannte „autobiographische Gedächtnis“ , in dem persönliche Erlebnisse gespeichert werden, beginnt zu funktionieren, wenn das Kind seine Muttersprache sicher beherrscht. Frühe Erlebnisse, die ein Kind nicht mit Worten beschreiben kann, können im Erwachsenenalter nicht mehr abgerufen werden.
Hirnreife
Bei Babys und Kleinkindern ist das Gehirn in einem ständigen Auf- und Abbau und unterscheidet sich somit von dem eines Erwachsenen. Erst in der Pubertät ist es soweit ausgebildet, dass das Abspeichern von Erinnerungen optimal funktioniert

Ein Kleinkind bis drei Jahre kann sich an Erlebnisse der letzten Wochen oder auch Monate erinnern. Diese Erinnerung ist dann aber im Erwachsenenalter nicht mehr abrufbar.

Gedächtnisentwicklung: Die Kommunikation

Kommunikation mit den Kindern ist für die Gedächtnisentwicklung sehr wichtig. Die Kleinen können sich an die Ereignisse, über die viel mit ihnen gesprochen und in der Familie erzählt wird, besser erinnern, da sie einen emotionalen Bezug dazu haben. Eltern sollten sich in den Erzählungen auch mal zurücknehmen und die Kinder zu Wort kommen lassen. Gemeinsam Fotos oder Videos anschauen und über diese sprechen kann die ganze Entwicklung zusätzlich fördern.

Wir wünschen euch und eurem Kind alles Gute.

Eure Hebamme Vera