Neugeborenes schläft mit Kuscheltier im Bett

Mittagsschlaf bei Kindern – Macht den Tag zur Nacht

In der bunten, aufregenden Welt gibt es ja so viel zu sehen! Gerade die jungen Erdenbürger haben viel zu staunen, wenn sie auf Entdeckungstour gehen. Um all diese Eindrücke zu verarbeiten, ist eine ausreichende Ruhe- und Schlafphase sehr wichtig. Da jedoch die Stunden des Nachtschlafes insbesondere bei Babys und Kleinkindern nicht reichen, um ausreichend Energie für den Tag zu tanken, ist ein Mittagsschlaf genau das Richtige. Doch wie lange muss der Mittagsschlaf sein? Ist er wirklich gesund? Ab wann braucht euer Kind keinen Mittagsschlaf mehr? Und was kann man tun, wenn der kleine Liebling partout nicht einschlafen möchte? Antworten auf diese Fragen und weitere Informationen findet ihr bei uns.

Wer hat an der Uhr gedreht: Wie lange Mittagsschlaf?

Jedes Kind ist verschieden. Daher lässt sich auch nicht pauschal sagen, wie lange der Mittagsschlaf bei einem Baby oder dem heranwachsenden Kind sein sollte, um seinen Bedarf zu decken. Richtet euch dabei nach den persönlichen Bedürfnissen eures Lieblings und findet heraus, wie lange die Ruhe am Tag dauern sollte. Grundsätzlich gilt, dass ein Baby am meisten Schlaf benötigt. Fast den gesamten Tag verbringt es im Land der Träume und wird meist nur wach, wenn es Hunger oder eine volle Windel hat. Im Laufe der Jahre nimmt der Schlafbedarf immer weiter ab. Wo bei Säuglingen am Anfang noch gar kein Tag-Nacht-Rhythmus zu erkennen ist, verlagert sich die Schlafenszeit mit zunehmendem Alter immer mehr in die Nacht. Zwar bleibt das Schlafbedürfnis eine individuelle Frage, doch haben wir euch eine Tabelle zusammengestellt, an der ihr euch orientieren könnt.

  • Beachtet, dass Schwankungen von einer bis zwei Stunden völlig normal sind.

    Zudem gilt, dass Kinder, die eine körperliche oder geistige Behinderung haben, mehr Schlaf brauchen.

Alter Gesamter SchlafbedarfDauer Mittagsschlaf
0-3 Monate16-18 StundenMehrere Schlafphasen, noch kein Tag-Nacht-Rhythmus
4-5 Monate 14 StundenVormittags und nachmittags je etwa 1,5 Stunden
6-12 Monate 13 StundenVormittags und nachmittags je etwa 1,5 Stunden
1-Jährige12-13 StundenVormittags und nachmittags je etwa 1 Stunde
2-Jährige12 StundenKein Vormittags-Schlaf mehr, dafür mittags etwa 1-2 Stunden
3-Jährige11 Stunden1-1,5 Stunden am Mittag
5-Jährige 10-11 StundenNach Bedarf
10-Jährige10 StundenNach Bedarf
  • Tipp: Wann Mittagsschlaf halten?

    Die beste Zeit für den Mittagsschlaf ist unmittelbar nach dem Mittagessen, also zwischen 12 und 15 Uhr. So kann sich der Körper gut erholen und sich für die zweite Hälfte des Tages wappnen. Jedoch sollte das Schläfchen nicht länger als 1,5 Stunden andauern. Damit euer Kind abends wieder gut einschlafen kann, sollten zwischen Mittagsschlaf und dem abendlichen Zubettgehen mindestens vier Stunden liegen.

  • Tipp: Wann abends ins Bett gehen?

    Wann sich euer Schatz abends hinlegen sollte, richtet sich nach seinem Schlafbedarf (siehe Tabelle). Wenn euer Kind etwa 10 Stunden Schlaf benötigt, und am nächsten Tag um sieben Uhr aufstehen wird, sollte es um 21 Uhr ins Bett gehen. Je nachdem, ob und wie lange es vorher einen Mittagsschlaf gehalten hat, könnt ihr die Zubettgehzeit variieren.

Genug geschlafen! – Ab wann kein Mittagsschlaf mehr?

Generell merkt ihr, dass euer Sprössling keinen Mittagsschlaf mehr benötigt, wenn er nachts durchschlafen kann und seinen Gesamtbedarf an Schlaf abdeckt. Bis zu welchem Alter euer Kind keinen Mittagsschlaf mehr braucht, hängt aber von dem Kind selbst ab.

An bestimmten Tagen fühlt ihr euch müde und erschöpft, sodass ein Nickerchen neue Kraft bringt. Ebenso ergeht es auch den Heranwachsenden. Vor allem aufregende Tage, die mit vielen Aktivitäten gespickt sind, lassen die Kinder schnell müde werden.

  • Wichtig ist, dass ihr einen Mittagsschlaf nicht erzwingt, wenn ihr meint, dass euer Kind Schlaf benötigt. Umgekehrt solltet ihr die Ruhephase aber auch nicht streichen. Ein Eingriff wird erst erforderlich, wenn ihr merkt, dass euer Liebling abends schlecht einschlafen kann, keinen durchgehenden Schlaf findet und stattdessen oft aufwacht. Dies ist ein Anzeichen dafür, dass der Mittagsschlaf am Tag vielleicht zu lange dauert, und das Kind noch „zu wach“ ist, um wieder schlafen zu gehen.

  • Es kann vorkommen, dass euer Kind bereits keinen Mittagsschlaf mehr hält, einige Zeit später aber wieder tagsüber schlafen möchte oder muss, weil es zu müde ist. Dies ist häufig der Fall, wenn sich im Alltag eures Nachwuchses Änderungen ergeben, wie zum Beispiel der Übergang von Kindergarten zur Schule. Gönnt eurem Liebling dann ruhig die Schlafphase bis er sich an die Umstellung gewöhnt.

Gähnen, Quengeln oder Kuscheln – Woran merke ich, dass mein Kind müde ist?

Die meisten Eltern merken relativ schnell, wenn ihr kleiner Schatz müde ist. Oft werden die Heranwachsenden dann quengelig und mürrisch, gähnen viel und reiben sich die Augen. Sie verlieren die Lust am Spielen oder zeigen sich besonders kuschelbedürftig. Einige Kinder reagieren bei Übermüdung auch mit Wutausbrüchen sowie Aggressivität.

  • Sollte euer Schatz trotz vermeintlich ausreichenden Schlafes stets unkonzentriert und erschöpft sein sowie unter Stimmungsschwankungen leiden, solltet ihr einen Arzt aufsuchen, um gegebenenfalls gesundheitlichen Ursachen ausschließen zu können.

Kein Erholung in Sicht – Was tun, wenn das Kind nicht schlafen will?

Viele Kinder weigern sich schlafen zu gehen. Viel zu spannend sind all die schönen Dinge, die es außerhalb des Bettes zu sehen gibt.

  • Bleibt konsequent

    Doch auch wenn euer Kind sich vehement wehrt unter die Laken zu krabbeln, solltet ihr konsequent bleiben und keine ewigen Diskussionen anfangen. Nur so lernt euer Kind, dass es regelmäßige Zeiten gib, zu denen geschlafen wird.

  • Achtet auf die Gründe der Schlaflosigkeit

    Achtet darauf, woran es liegen kann, dass euer kleiner Liebling noch so gar nicht müde ist. Häufig ist ein zu voll gepacktes Tagesprogramm die Ursache für die Hyperaktivität. Die Kinder sind noch sehr aufgedreht oder gar bereits völlig übermüdet.

  • Richtet eure Planung an dem Alter eures Kindes aus

    Damit euer Schatz nicht mit Reizen überfordert wird, ist es wichtig das Tagesprogramm altersgerecht zu gestalten.

  • Erste Hilfe: Zur Ruhe kommen

    Wenn trotzdem nicht an Schlaf zu denken ist, hilft es fürs Erste zumindest zur Ruhe zu kommen. Vielleicht legt ihr ein schönes Hörspiel oder eine Musikkassette ein oder kuschelt euch mit eurem kleinen Schatz ins Bett oder aufs Sofa. Alternativ kann euer Kind auch etwas malen, basteln oder puzzeln. Wichtig ist, dass ihr in dieser Zeit störende, laute Geräusche vermeidet und euer Kind nur ruhige Tätigkeiten ausführt, zu denen es sich entspannen kann

  • Tipp: Schläft mein Kind genug?

    Wenn ihr euch nicht sicher seid, ob euer kleiner Schatz genügend Schlaf findet, hilft es, ein Schlafprotokoll zu führen. Hier schreibt ihr genau auf, wann euer Kind zu Bett geht, wie gut es schläft oder zum Beispiel oft wach wird. Ebenso könnt ihr die Stimmungslage eures Sprösslings dokumentieren, wenn ihr einen Zusammenhang zwischen seinen Emotionen und seinem Schlafverhalten vermuten. Auf diese Weise könnt ihr den Schlafrhythmus besser anpassen, den Mittagsschlaf einführen oder ihn bei Bedarf kürzen.

Schlaf, Kindlein, schlaf – Routine ist alles

Damit euer kleiner Liebling besser ein- und anschließend durchschlafen kann, ist es hilfreich, wenn ihr eine gewisse Routine in den Alltag integriert.

  • Etabliert zu festen Zeiten am Mittag  bestenfalls direkt nach dem Mittagessen, eine Ruhephase, in der euer Kind einen Mittagsschlaf hält oder sich zumindest entspannt. Dies ist auch dann von Vorteil, wenn ihr noch andere, ältere Kinder habt, die kein Nickerchen am Tag mehr brauchen und dadurch die jüngeren Geschwister wachhalten würden. Wenn sich jedoch jeder nach dem Essen zurückzieht und zur Ruhe kommt, können auch die Kleinen besser schlafen.
  • Dunkelt für den Mittagsschlaf eures Kindes den Raum etwas ab. Es muss nicht genauso dunkel sein wie am Abend, da euer Sprössling so den Unterschied zwischen Mittagsschlaf und Nachtruhe versteht. Lest ihm gerne eine kleine Geschichte vor oder lasst die Spieluhr laufen. Sollte euer Kind in die KiTa gehen und dort für gewöhnlich einen Mittagsschlaf halten, ist es sinnvoll, wenn es dies auch am Wochenende tut. Um auch hier einigermaßen gleiche Umstände zu erzeugen, unterstützt das Lieblingsstofftier das Einschlafen in der KiTa und zuhause.
  • Richtet euch nach den Schlafgewohnheiten eures Kindes. Dies gilt auch für das Zubettgehen am Abend. Manche Kinder sind abends eher aktiv, schlafen dafür am Morgen aber gerne länger. Andere sind morgens fit, dafür am Abend rasch müde.Die Länge des Mittagsschlafes entscheidet mit darüber, wann und wie viel euer Nachwuchs nachts schlafen sollte. Wenn euer Kind am Wochenende nicht früh aufstehen muss, wie unter der Woche zu Kindergarten oder Schule, solltet ihr bei den Zeiten des Aufstehens und Schlafengehens relativ konstant bleiben. Ab und zu darf euer kleiner Liebling aber natürlich auch mal länger aufbleiben, zum Beispiel an Geburtstagen oder anderen besonderen Anlässen.

Schlafanzug am Mittag – Was anziehen beim Mittagsschlaf?

Was ihr eurem kleinen Schatz zu seinem Mittagsschlaf anziehen möchtet, ist euch überlassen. Manche Eltern greifen wie in der Nacht auf den Schlafanzug zurück. Andere Eltern ziehen ihr Kind nicht extra um, sondern lassen die gemütliche Hauskleidung angezogen, den der kleine Liebling eh im Haus trägt.

Energiekick durch wohlverdiente Auszeit: Vorteile des Mittagschlafes

Ob ein Mittagsschlaf gesund ist, wird von vielen Experten und Eltern heiß diskutiert.

  • Kinder brauchen viel Schlaf um die Erlebnisse des Tages zu verarbeiten.

  • Ausreichend Schlaf unterstützt die Gesundheit und die Reifungsprozesse des Gehrins.

  • Durch zusätzlich ausgeschüttete, spezifische Hormone fördert der Schlaf das Wachstum eures Kindes.

  • Viele Studien haben darüber hinaus bewiesen, dass Kinder, die gut schlafen, sich besser an Gelerntes erinnern können und generell konzentrierter und leistungsfähiger sind.

Die positiven, unterstützenden Eigenschaften entfalten ihre Wirkung hauptsächlich in der langen Schlafphase in der Nacht, doch trägt der Mittagsschlaf einen entscheidenden Teil dazu bei. Gerade Kleinkinder brauchen diese Pause, um das Erlebte unterbewusst zu reflektieren und gleichzeitig neue Energie für den zweiten Abschnitt des Tages zu erlangen. Auf diese Weise müssen nicht alle Erfahrungen des Tages nur in der Nacht verarbeitet werden.

Wir wünschen eurem Kind und euch stets eine erholsame kleine Auszeit am Mittag und viel Energie für den Rest des Tages!

Euer Team von babymarkt.de

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