Mädchen kneift ein Auge zu

Tics bei Kindern: Normal oder krankhaft?

Ständiges Blinzeln und Grimassen schneiden: Viele Kinder entwickeln im Laufe der Zeit Tics. Wie ihr eurem Kind helfen könnt und wann ihr einen Arzt aufsuchen solltet, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Was sind überhaupt Tics?

Tics sind plötzlich einsetzende, unbewusste und kurze Bewegungen. Es können unterschiedliche Muskelgruppen betroffen sein. Häufig ist der Gesichts- und Kopfbereich betroffen. Die Tics können regelmäßig (alle paar Minuten) oder unregelmäßig (wenige Male am Tag) auftreten. Die meisten Tics verschwinden mit der Zeit irgendwann wieder. Bei etwa 1 % der Kinder bleiben die Tics bis ins Erwachsenenalter bestehen.

Es wird zwischen motorischen und vokalen Tics sowie einfachen und komplexen Tic-Störungen unterschieden

  • Einfache motorische Tics:

    Augenblinzeln, Augenzwinkern, Schulterzucken, Kopfschütteln

  • Komplexe motorische Tics:

    Hüpfen, Springen, Beißen

  • Einfache vokale Tics:

    Hüsteln, Schnäuzen, Räuspern

  • Komplexe vokale Tics:

    Schreien, Pfeifen, Summen

  • Hinweis

    Wiederholte Abläufe im Kleinkindalter sind normal und dienen zur Übung der Muskulatur und Koordinierung im Gehirn.

Tourette-Syndrom

Treten mehrere motorische Tics in Kombination mit mindestens einem vokalen Tic auf, spricht man von dem so genannten Tourette-Syndrom. Um ein Tourette-Syndrom von vorübergehenden Tics unterscheiden zu können, müssen die Kinder über einen längeren Zeitraum beobachtet werden. Tourette wird nämlich erst bei motorischen und vokalen Tics, die länger als ein Jahr andauern, diagnostiziert. Das Tourette-Syndrom beginnt meistens in der Kindheit mit einfachen motorischen Tics, die sich dann nach und nach steigern.

Woher kommen Tics bei Kindern?

Die genaue Ursache für die plötzlich auftretenden Tics ist nicht genau geklärt. Man geht aber davon aus, dass es zum einen genetisch bedingt ist und zum anderen auf eine Stoffwechselstörung im Gehirn zurückzuführen ist. Viele Tics treten außerdem oft im Zusammenhang mit ADHS auf.

So könnt ihr eurem Kind helfen

Da euer Kind kaum Kontrolle über die Tics hat, bringt es nichts, es zu ermahnen oder zu fordern, damit aufzuhören.

  • Akzeptiert euer Kind so wie es ist.

  • Vermeidet Stresssituationen, da diese die Tics verstärken können.

  • Schenkt den Tics so wenig Aufmerksamkeit wie möglich.

Wann ihr mit eurem Kind einen Arzt aufsuchen solltet

In vielen Fällen sind die Tics harmlos und verschwinden mit der Zeit wieder. Sollte aber euer Kind sehr unter den unkontrollierten Bewegungen oder Lauten leiden, solltet ihr einen Arzt aufsuchen. Weitere Anlaufstellen können außerdem Kinder- und Jugendpsychiater sein. In den seltensten Fällen können die Tics eine Folge anderer Erkrankungen sein. Dies sollte daher von einem Arzt durch zusätzliche Untersuchungen ausgeschlossen werden.

Therapien um Tics bei Kindern zu behandeln

Die Behandlung richtet sich nach dem Leidensdruck des Kindes. Verhaltenstherapien können helfen, die Tics abzuschwächen. Medikamente sind eher selten notwendig. Sie werden lediglich bei einer besonders schweren Tic-Symptomatik verschrieben.

Solltet ihr bei eurem Kind Tics bemerken, so ist es wichtig, ruhig zu bleiben. Ein Tic in der Kindheit sagt nämlich nichts über den weiteren Verlauf aus. Die meisten Tics verschwinden so plötzlich wie sie gekommen sind.

Wir wünschen euch und eurem Kind alles Gute!

Euer Team von babymarkt.de

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