chicco Beistellbett Next2Me Dove grey – Testbericht von Sarah S.

Julia
Julia13.09.2017Lesezeit ca. 8 Minuten
Chicco Beistellbett next2me dove grey

Entspannt Stillen nur ein Slogan

Unser Baby schläft im Stubenwagen. So der Vorsatz. Unser kleiner Schatz will auch nachts am liebsten kuscheln, Nähe, Geborgenheit– so die Realität. Da hätten wir uns noch so sehr verbiegen können, den Kampf hätten wir so schnell nicht gewonnen – zumindest nicht ohne Augenringe.  Wollten wir dann auch gar nicht mehr, ein Beistellbett kam für mich zu diesem Zeitpunkt aber aus verschiedenen Annahmen noch nicht infrage – zumindest keine teure Anschaffung. Schon nach wenigen Wochen hatte ich das Glück, auch diesen Vorsatz zu hinterfragen – ich wurde von babymarkt als Produkttester ausgewählt. Und auf einmal hatte ich das Gefühl, so ein Beistellbett, doch, das brauche ich unbedingt. Vier Wochen später bin ich zwar immer noch ein Verfechter des Familienbettes, aber noch kein Fan des Beistellbettes. Zumindest nicht des Chicco Next-to-me-Modelles.

Aber von vorne: Als das Paket ankam – es ist nicht besonders sperrig und auch nicht untragbar – bereitete ich alle Einzelteile für den Aufbau vor. Erfreulich hier: Die Einzelteile müssen nicht erst groß ausdünsten, bevor man sich traut, das Bett im Schlafzimmer stehen zu haben. Das Bett – auch nicht die integrierte Matratze – riechen nicht extrem nach Plastik oder Chemie. Den Aufbau selbst haben wir dann zu zweit übernommen. Ist aber auch alleine möglich, da sich die jeweiligen Gestänge und ihre Funktion selbsterklären. Die Anleitung und das Video erfüllen ihren übrigen Zweck. Das Bettchen konnte also direkt am ersten Abend getestet werden. Und das ging innerhalb weniger Minuten schief.

Auch wenn ich es in mehreren Anläufen und Positionen versuchte: Stillen ist meiner Ansicht nach nicht möglich, während das Kind in dem Beistellbett liegt.  Nicht entspannt. Selbst wenn ich ganz am Rand meines Bettes liege, trennte uns eine verhältnismäßig harte Stoffkante. Somit war es nicht nur bei einem „Seitenwechsel“ notwenig, meinen Sohn hochzuheben und dadurch noch mehr aus dem Schlaf zu holen, sondern bei jedem Stillen. Und auch „Händchen halten“ beziehungsweise zur Beruhigung streicheln ist mit einem ziemlich unbequemen Untergrund verbunden.

Ich habe in der nächsten Nacht noch einen weiteren Anlauf auf einer anderen Stufe genommen. Nach all den positiven Bewertungen, die ich gelesen hatte, konnte ich den ersten Eindruck nicht einfach stehen lassen. Vielleicht lag es am Aufbau,... aber nein: Stillen, wenn das Baby im eigenen Bettchen „next to me“ liegt, war ohne Verrenkungen nicht möglich. Damit war meine Haupterwartung nicht erfüllt und mit eben diesem Slogan – „Ein Nest für gemeinsames Träumen und entspanntes Stillen“ – wirbt Chicco. Nach einigen Testanläufen als Beistellbett und dem Versichern, dass die Kante normal und nicht zu vermeiden ist – man erkennt sie auch in den Werbevideos – wurde das Bettchen nur noch als Zweitstubenwagen und als Reisebett genutzt.

Hier waren wir sehr zufrieden und auch unser Sohn liegt gerne darin. Eine Spieluhr kann am Futter befestigt werden und die zwei Rollen reichen, um hier und da einen Platzwechsel vorzunehmen. Hier können einige Pluspunkte gesammelt werden.

Matratze hat eine gute Stärke – Kinder sind oft zu weich gebettet
angenehme Erscheinung – nicht unbedingt ein elegantes Möbelstück, aber modern und schlicht
verstellbare Stufen sehr praktisch
Lüftungsnetz
Gurtsystem: hält sehr fest am Bett
passt sich vielen Betten an
super Reisebett für den Anfang

Fazit

Alle Eigenschaften zusammen müssen dem Preis entgegengesetzt werden – günstig ist das Bett für das erste halbe Lebensjahr nicht, dafür sehr leicht, der Begriff Wiege ist zu hoch gegriffen, von entspanntem Stillen in der Nacht ganz zu schweigen. Den Vorsatz des konsequenten Schlafens in getrennten Betten habe ich verworfen, meine Zweifel an der Praktikabilität eines Beistellbettes nach diesem Modell allerdings nicht.