hauck Soul Plus Trioset Melange navy

Kinderwagen hauck Soul Plus Trioset Melange navy – Testbericht von Sarah F.

Drei Kinder und zahlreiche Kinderwagen später, kann ich getrost sagen, ich habe meine Erfahrungen gesammelt. Aus diesem Grund habe ich mich beim Babymarkt.de Test beworben, wo Mütter einen Kinderwagen testen durften. Ben und ich wurden tatsächlich ausgewählt. Warum ich mitgemacht habe? Ganz einfach – Generell sind Kinderwagen so unterschiedlich, dass man schon vorher wissen möchte, was einen erwartet. Die Kinderwagen-Strecken in vielen Geschäften spiegeln eben nicht den Alltag wieder. Man probiert aus, ist begeistert und draußen ärgert man sich maßlos. Daher hoffe ich sehr, dass ich euch mit meinen Erfahrungen weiterhelfen kann.

Aufbau

Der Kinderwagen wird in wenigen Einzelteilen geliefert. Räder anklicken, vorher die Sicherungen entfernen, Aufsatz drauf und schon kann es losgehen. Eigentlich ist der Kinderwagen nach 5-10 Minuten aufgebaut. Die Anleitung benötigt man im ersten Moment nicht. Allerdings besteht das Set aus verschiedenen Aufsätzen. Sprich Wanne, Safe und Sitz. Möchte man wechseln benötigt man die Anleitung dann doch. Leider ist die bebilderte Anleitung eine vollständige Fehlproduktion. Einige Schritte zum Beispiel zum Zusammenklappen mit Sitz sind gar nicht vorhanden. Man muss nämlich den Sitz nach vorne klappen, damit der Wagen gut zusammengeklappt werden kann. Aber auf diese Aspekte gehe ich später noch genauer ein.

Qualität/ Erster Eindruck

Die erste Frage, die ich mir beim Kauf stelle: Stimmt die Qualität? Kinderwagen sind teuer und man möchte schließlich lange Freude daran haben. Wir hatten schon einige Modelle, zum Beispiel aus dem Hause Teutonia, Orbit, Quinni, aber auch Peg Perego. Und man merkt große Unterschiede.
Der Kinderwagen macht einen stabilen und qualitativ überraschend guten Eindruck. Er hat ein gutes Eigengewicht und das leider auch beim Safe. Verglichen mit meinem Modell weißt dieser Safe 400g mehr auf. Ist nicht viel, aber mit wachsendem Baby ist man über jedes Gramm weniger erfreut. Dafür ist der Safe sehr gut gepolstert und das Sonnenverdeck lässt sich gut ausklappen. Man bleibt nicht so sehr hängen, wie beim Maxi Cosi.
Egal ob mit Safe, Wanne oder Sitz, es klappert und quietscht nichts. Die Wanne bietet schönen Platz für die ersten 4-6 Monate. Gut gepolstert, mit einer Decke oder einem Kissen auch noch warm.
Der Sitz selbst hat ein perfektes Sonnenverdeck, das fast ganz nach vorn geklappt werden kann. Wind, Sonne und auch Regen sind somit kein Problem. Gefällt mir hier sogar besser, als bei meinem aktuellen Kinderwagen.

Das Material des Sitzes ist weich, bequem, aber auch robust, sodass kleinere Flecken gut weggewischt werden können. Das Blau ist live viel schöner, als das Foto vermuten lässt. Besonders weich und stabil finde ich die Gurte. Sie sind weich gepolstert, wirken stabil und haben einen guten Verschluss, wo das Kind definitiv sicher drin sitzen wird. Auch der Bügel hat einen weicheren Schutz und kann zum Ein- und Aussteigen des Kindes mittels Knopf an der Seite aufgeklappt werden.
Die Reifen sind aus Plastik und werden sich mit der Zeit abnutzen, aber diese kann man sicherlich nachkaufen. Sind aber trotzdem gut gefedert.
Unten gibt es noch Stauraum. Hier habe ich probehalber mal einen 2,5kg Sack Kartoffeln hineingelegt und dazu 4 große Glasfalschen von Alete. Hält der „Korb“ ohne Probleme aus. Mittig gibt es noch eine Feststellbremse, die sehr gut funktioniert. Sie hält den Wagen an der Position, selbst wenn man an einer Brücke steht, wo es danach bergab geht. Nur beim Zusammenklappen ist sie nicht perfekt.
Ein Highlight ist der Griff. Viele Modelle setzen inzwischen auf zwei einzelne Griffe. Es ist platzsparend, aber ich finde einen durchgängigen Griff rückenfreundlicher. Er lässt sich in der Höhe verstellen und sowohl mein Mann mit 187cm, als auch ich mit 165cm können bequem auch längere Strecken schieben. Ich finde ihn gut, mein Mann selbst findet, dass er zu schmal ist. Wenn er greift, dann ist er schon bei den Rundungen.
Durch die flexiblen, aber auch feststellbaren Räder, kann zudem das Schieben und der Wendekreis auf die eigenen Bedürfnisse angepasst werden. Ich persönlich bevorzuge lose Vorderräder.

Der Babysafe mit Isofix

Wie eingangs erwähnt, empfand ich das Zusammenklappen oder ändern nicht ideal gelöst. Fangen wir mit dem Babysafe an. Innerhalb von einigen Sekunden eingeklickt, genauso wie die Wanne. Diese lässt sich auch leicht entnehmen. Doch der Babysafe ist eine absolute Katastrophe. Isofix lässt sich leicht ins Auto einbauen. Allerdings im direkten Vergleich zum Maxi-Cosi Isofix nicht so schön gelöst, denn dieser steht bei uns stabiler und gibt ein Signal, wenn man den Safe löst oder einbaut. Hier ist auf beiden Seiten nur eine rote oder grüne Farbe. Man muss ruckeln und immer auf beiden Seiten schauen. Meist ist am Anfang nur eine Seite grün. Das größte Problem ist jedoch das Entnehmen. Sowohl vom Isofix, als auch vom Kinderwagen-Gestellt. Hinten befindet sich eine Art Lasche, die man zusammendrücken muss, damit sich der Sitz löst. Man hört eine Art Klick, wenn die Verriegelung gelöst ist. An sich sehr schön gelöst und gefällt mir besser als bei Maxi Cosi, wo man vorne umständlich zwei Verriegelungen lösen muss (Kinderwagengestell). Tolle Theorie, aber in der Praxis leider eine glatte 6. Ich bin leider nicht sehr kräftig und ich bekomme den Safe weder mit noch ohne Kind gelöst. Weder im Auto, noch vom Kinderwagengestell. Wäre ich alleine unterwegs, was ich unter der Woche eigentlich immer bin, könnte ich es nicht nutzen. Ich würde schlichtweg mein Kind nur aus dem Auto bekommen, wenn ich es abschnalle und ins Haus trage. Es fehlt ungefähr 1-2mm mehr beim Zusammendrücken. Selbst mein Mann, der kräftig ist, schafft es nicht immer beim ersten Mal. Inzwischen hat er Übung und es geht gut, aber die ersten Tage hatte auch er seine Probleme. Fakt ist aber, wer keine Kraft hat, kann den Safe nicht nutzen.

Wenn das Baby größer wird

Automatisch kommt irgendwann das Alter, wo das Kind sitzt und rausschauen möchte. Wir haben uns mit Test des Kinderwagens dazu entschieden, den Aufsatz einmal auszuprobieren und mein Sohn liebt es. Wie oben erwähnt, gab es auch hier Aspekte, die ich nicht so toll fand. Bremse an, Riegel lösen und schon kann man den Wagen zusammenklappen. Die Anleitung verrät nicht, dass der Sitz vorher nach vorne geklappt werden muss. Das ist aber das kleinste Problem. Nerviger ist die Tatsache, dass er sich nicht gut zusammenklappen lässt. Trotz angezogener Bremse steht er nicht fest und ich muss schon ganz schön Kämpfen bis er klein ist. Je häufiger man ihn nutzt, desto besser geht er klein, aber nach ungefähr 10 verschiedenen Kinderwagen, kann ich ehrlich sagen, dass es Umsetzungen gibt, die leichter, schneller und manche sogar einhändig umsetzbar sind.

Fahrtest mit verschiedenen Untergründen

Qualitativ und optisch ist der Kinderwagen überzeugend. Er hat viel Zubehör und ist damit ein Rund-Um-Paket. Vielleicht seht ihr das ja genauso und vielleicht habt ihr weniger Ärger mit dem Safe, sodass euch sicherlich nun interessiert, wie er sich nun schiebt. Mein Sohn ist 9 Monate alt und liebt es draußen zu sein. Jeden Tag gehen wir 1-2 Stunden spazieren. Dazu kommen Ausflüge in die Stadt oder ähnliches. Somit habe ich verschiedene Untergründe, wo er sich beweisen muss.

ASPHALT
Asphalt ist ein gängiger Begleiter von uns Müttern. Ich finde er gleitet total weich über den Belag. Somit ist der Kinderwagen ideal für die Stadt.

PLATTENWEG
Viele Wege haben auch Platten, wo Rillen für Unebenheiten sorgen. Kleinere Unebenheiten stellen kein Problem dar. Er bleibt mit den Rädern nicht hängen und mein Sohn wird auch nicht durchgerüttelt.

PFLASTERSTEINE
Früher gab es sie mehr, aber gerade in Neumünster ist die Innenstadt damit gepflastert. Klar merkt man hier, dass es uneben ist, und mein Sohn merkt diese Unebenheiten hier logischerweise auch. Die Räder bleiben nicht hängen oder verkanten und was sehr schön ist, man hört nichts klappern. Da gibt es aber Modelle, die dann besser gefedert sind.

SAND
Ich gebe gerne mit meinen Sohn in den Park und da sind viele Sandwege. Einige Wagen hatten hier das Problem, dass sie ständig an den kleinen Steinen hängen geblieben sind, oder dass sie in eine Richtung zogen. Gerade mit einem zweiten Kind, was gerne mal an der Hand genommen werden will, wenn zum Beispiel ein großer Hund kommt, ist eine Genauigkeit bei der Spur wichtig. Mittig angefasst, zieht der Wagen zu keiner Seite, außer es sind Rillen vorgegeben oder der Boden ist arg abschüssig. Dafür bremst der Sand und die Steine etwas. Man muss minimal doller schieben, als bei glatten Böden. Wird der Sand dann weicher, weil man auf einem Spielplatz ist, kann ich gleich sagen, lasst es. Mein Mura hat hier keine Probleme, weder Spielplatz noch Ostsee-Strand, aber hier bekommt man den Wagen schon bei normalen Sand nicht geschoben. Selbst gezogen, kommt man nur schlecht voran. Weicherer Sand ist also hier nicht zu empfehlen. Strand würde gar nicht gehen.

WALDWEGE
Unebenheiten, Matsch, Wurzeln, Löcher, Laub. So sieht es zumindest bei uns stellenweise im Wald aus. Klar hakt der Wagen hier mal mal bei großen Unebenheiten, aber ansonsten lässt sich mit diesem Wagen eine schöne Wanderung mit den Kindern im Wald unternehmen. Man muss hier jedoch öfters mal die Vorderräder anheben, da sie nicht jedes Hindernis nehmen.

MATSCHIGER UNTERGRUND
Die Räder werden dreckig und bei besonders tiefen Matsch muss man schon etwas doller schieben, weil der Wagen gebremst wird und das leider auch so, als wäre man im weichen Sand. Ganz leicht, weil eine Pfütze ist, kein Thema, aber wenn es tiefer oder über längere Strecken matschig ist, heißt es kämpfen beim Schieben.

WIESE
Da im Sommer auch das Gras höher wird, und Kinder gerne über Wiesen laufen, nehme ich diesen Boden auch einmal auf. Ist das Gras natürlich sehr hoch, dann lässt sich auch hier der Wagen nur mit etwas mehr Kraft schieben. Ein leichtes bis mittleres Bremsgefühl ist vorhanden. Bei normaler Höhe merkt ihr jedoch gar keinen Unterschied.

STEIGUNG
Wenn ich mit meinem Sohn zum Einkaufen gehe, dann müssen wir über eine Brücke und somit gibt es auch eine Steigung. Der Wagen wirkt nicht schwer und lässt sich auch mit einer Hand schieben, falls man noch eine Tüte in der Hand tragen möchte. Er läuft gerade, also hält die gewünschte Spur, und das gefällt mir sehr gut.

hauck Soul Plus Trioset Melange navy Baby

Autotest

Nicht jeder hat ein Auto, aber wer eins hat, möchte auch einen Kinderwagen mitnehmen. Wir haben einen VW Bus, da er jedoch vergleichbar mit dem Mura ist, kann ich sagen, dass er ohne wenn und aber zum Beispiel in den Ford Mondeo oder den Focus passt. Bei einem Fiesta würde es jedoch nicht passen. Einfach zu groß. Wenn ihr also ein kleineres Auto habt, dann unbedingt vorher einmal ausprobieren. Zusammengeklappt ist er bei uns am Anfang in 30 Sekunden, später haben wir nur noch 20 Sekunden benötigt.

Unser Fazit

An sich ist das Set sehr schön, weil es eben ein Rund-Um-Paket ist. Gestell, Safe, Wanne und Sitz. Mit passendem Isofixhalter hat man alles, was man benötigt. Qualität und Umfang sind bei dem Preis sehr zu empfehlen. Leider ist die Entnahme des Safes nicht zu empfehlen. Und auch beim Schieben merkt man, dass er nicht mit jedem Untergrund liebäugelt. Sonnenschutz, Sicherheit und Bequemlichkeit für das Kind sind jedoch 1A.

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