Hauck Varioguard Plus als Reboarder vorne auf dem Beifahrersitz eingebaut

hauck Varioguard Plus (Gruppe 0+/1) Edition Black/Black – Testbericht von Carla

Reboarder sind für mich der einzige Weg mein Kind im Alter zwischen 0 und 4 Jahren zu transportieren. Das stand für mich ganz klar fest. Denn schon ein Unfall auf noch so kurzen Strecken kann bei 30 km/h für mein Kind fatale Folgen haben. Ist der Sitz rückwärtsgerichtet, wird ein Großteil der Kräfte vom Sitz selber aufgefangen und nicht auf den empfindlichen Hals- und Nackenbereich des Kindes, da das Kind in den Sitz hinein statt aus ihm heraus gedrückt wird.

Meine Vorteile:

  • Zum einen – ganz klar – die Tatsache des rückwärtsgerichteten Fahrens. Einschränkungen bezüglich des Zeitraums gibt es da nur durch die Befestigungsvarianten. Und das war für mich der zweite, wichtige, Vorteil. Man kann den Autositz sowohl mit ISOFIX (rückwärts 0-18 kg) als auch mit dem 3-Punkt-Gurt (rückwärts 0-13 kg) des Autos befestigen.

  • In meinem Auto, das wohl kleinste der Welt, habe ich den Autositz mit dem 3-Punkt-Gurt befestigt. Bei der Montage auf dem Beifahrersitz ist es verpflichtend den Airbag auszuschalten. Die Befestigung ist wirklich einfach. Erklärungen befinden sich in der Anleitung und als Aufkleber auf der Base. Die Base auf den Sitz stellen, Standfuß arretieren und den Sitz mit dem Gurt fest anschnallen. Der Hersteller hat auch ein leichterklärendes Video auf seiner Homepage. Nun wird der Sitz entweder entgegen der Fahrtrichtung oder mit der Fahrtrichtung auf die Base gestellt und eingerastet. Es ist also kein Umbau notwendig, wenn der Sitz verändert werden soll. Bin ich mit einem anderen Auto unterwegs, kann ich den Sitz ganz leicht mit dem ISOFIX-System befestigen. Die Krallen an der Base rasten fast automatisch ein, Standfuß einstellen und Sitz einrasten lassen, fertig. Dieser Umbau ist also wirklich leicht gemacht.

  • Mein Kind sitzt wirklich gerne im Autositz, liegt vielleicht zum einen an der Nähe zu mir (Beifahrersitz) aber zum anderen macht es für mich einen gemütlichen Eindruck. Der Sitz lässt sich von aufrechtsitzend bis angenehm flach mit einem Handgriff verstellen. Die Kopfstütze verstelle ich leicht mit einem kleinen Knopfdruck in der Rückenlehne, die Gurte lassen sich gut schließen, da sie etwas größer sind. Am besten lassen sich die Kinder übrigens im Wiege-Griff in den Sitz setzen, denn natürlich ist der Einstieg etwas schmaler. Der Bezug ist waschbar, war bei uns aber nicht nötig, denn kleinere Klekse vom Essen (manchmal lässt es sich halt nicht vermeiden) können wirklich ganz leicht mit einem feuchten Lappen entfernt werden.

Kein Produkt ist perfekt und daher habe ich auch noch ein paar Nachteile.

Meine Nachteile:

  • Wie schon erwähnt ist der Einstieg etwas eng, es gibt Sitze, die lassen sich zur Tür drehen, das ist natürlich am leichtesten, aber im Wiege-Griff geht das Einsetzten ganz gut. Nur sollte man wirklich auf den Kopf aufpassen, den habe ich leider 2x anstoßen lassen.

  • Die Schulterposter finde ich sehr starr und hart und es ergibt sich daraus für mich auch kein Vorteil. Die kleinen Schultern werden zwar gut in den Sitz gedrückt (eine Fingerbreite Luft dazwischen), allerdings nervt es etwas beim An- und Abschnallen. Der Memoform-Bezug ist das „Plus“ im Vergleich zu den anderen Modellen und wäre für mich kein Kaufargument.

  • Durch die rückwärtsgerichtete Montage auf dem Beifahrersitz ist die Sicht in den Beifahreraußenspiegel sehr eingeschränkt und man muss aktiver Schauen beim Abbiegen. Natürlich ist das ein Sicherheitsmanko, aber für mich ist es das wert. Lieber schaue ich mich einmal mehr um, auch wenn es unbequem ist, als dass mein Kind in Unfallsituationen nicht ausreichend geschützt ist.

Fazit:

In erster Linie stimmt für mich absolut das Preis-Leistungsverhältnis. Reboarder für unter 200€ (ohne „Plus“) gibt es leider nicht viele. Die flexiblen Einbauvarianten machen den Ein-, Um- und Ausbau echt leicht. Der Bezug lässt sich leicht reinigen und die Sicherheit steht ganz klar im Vordergrund. Ich spreche für diesen Autositz eine Kaufempfehlung aus. Auch für Omas und Opas Auto wird dieser Sitz angeschafft.

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