Kind im Kindersitz

hauck Varioguard Plus (Gruppe 0+/1) Edition Black/Black – Testbericht von Linnéa

Wir nutzen den „Hauck Varioguard Plus“ ausschließlich als Reboarder in einem Audi A6 Avant, Baujahr 2007. Unser Sohn ist 10 Monate alt und 77cm groß.

Einbau

5 Sterne

Hier lässt sich nur Positives berichten:

  • Der Einbau geht sehr schnell und einfach. Die Isofix-Basis lässt sich mit etwas Kraftaufwand gut an dem Isofix anbringen und auch der Standfuß ist sehr gut einzustellen. Die grünen Indikatoren, die anzeigen, ob die Basis richtig installiert ist, sind hilfreich und geben einem auch Sicherheit, dass die Basis gut befestigt ist.

  • Der Sitz muss nur auf die Basis gesetzt werden und rastet gut ein. Da er nicht sehr schwer ist, ist das auch als Frau ohne Probleme machbar.

  • Das Ausbauen des Sitzes geht mit nur einem Knopfdruck und ohne viel Kraftaufwand. Es ist also kein großer Zeitaufwand, wenn man mit dem Sitz manchmal das Auto wechseln muss.
    Ist alles fertig eingebaut, wackelt und klappert nichts und der Sitz ist sehr fest mit dem Auto verbunden.

  • In unserem Auto ist der Kindersitz auf der Beifahrerseite. Den Beifahrersitz kann man trotzdem noch komplett nach hinten fahren und hat somit absolut keine eingeschränkte Beinfreiheit. Natürlich funktioniert das in kleineren Autos nicht ganz so gut, aber ich hätte sogar erwartet, dass es bei unserem A6 Probleme gibt und war wirklich erstaunt, dass es keine Einschränkungen für den Beifahrer gibt!

Handhabung

2 Sterne

Bei der Handhabung sind wir leider nicht ganz glücklich mit dem Sitz.
Doch das Gute zuerst.

  • Der Gurt lässt sich gut öffnen und schließen. Die beiden Verschlussteile der Hosenträgergurte sind sehr leicht zusammenzufügen und rutschen gleich in die richtige Position, wenn man sie zusammenlegt. Dann müssen sie nur noch in das untere Verschlussteil gesteckt werden, was auch sehr flüssig und leicht geht. Zum Öffnen gibt es einen roten Knopf, der sich sehr gut drücken lässt.

Nun zu den nicht so erfreulichen Punkten:

  • Die Gurte lassen sich nicht seitlich über den Sitz legen, wenn man das Kind hineinsetzen möchte, da die Schulterpolster das nicht zulassen. Daher muss man bei jedem Anschnallen erst die Schultergurte hinter dem Kinderrücken herausfummeln, was keinen großen Spaß macht, vor allem wenn das Kind sich sowieso immer gegen das Anschnallen wehrt.

  • Hat man also die Schultergurte hervorgeholt und den Gurt geschlossen, kommt das nächste Problem. Die Gurte muss man sehr straff ziehen, damit sie fest sitzen. Das ist aber gar nicht einfach: Ich muss dazu halb ins Auto klettern und den Gurtstraffer mit viel Kraft ziehen. Die letzten 2-3 cm sind ein wirklicher Kraftakt, vor allem weil man nach oben ziehen muss, ohne sich irgendwo abstützen zu können. Zieht man den Gurt nur so weit, wie es halbwegs leicht geht, passen mindestens 3-4 Finger zwischen die Schultern und den Gurt. Sicher angeschnallt ist das Kind aber nur, wenn nicht mehr als ein Finger Platz hat.

  • Um den Gurt zu lockern, muss man unter ein kleines Verdeck fassen und einen Knopf drücken. Wenn das Verdeck etwas kürzer wäre, käme man besser an diesen Knopf und es wäre weniger unangenehm für den Finger. Das ist zwar kein großes Problem, aber dennoch verbesserungswürdig.

  • Die Höhe der Kopfstütze lässt sich nur verstellen, wenn das Kind nicht im Sitz sitzt. Das ist besonders bei der ersten Einstellung damit verbunden, dass man das Kind mehrmals rein- und rausnehmen muss, um alles auf die richtige Höhe einstellen zu können.

  • Ein weiteres Problem hat mit unserem Auto zu tun und betrifft deshalb bestimmt nicht jeden: Die Rückenlehne des Sitzes mit dem Seitenaufprallschutz geht so weit nach hinten, dass man nicht viel Platz hat, um das Kind in den Sitz zu setzen und herauszuholen. Mit einem größeren Kind wird es da sicher sehr eng. Natürlich ist das von Auto zu Auto unterschiedlich, aber beim Kauf sollte das auf jeden Fall berücksichtigt werden.

Komfort

4 Sterne
  • Unser Auto hat eine ziemlich steile Rücksitzbank, aber trotzdem steht der Kindersitz nicht zu steil. Unser Sohn kann gut darin schlafen, ohne dass sein Kopf nach vorne fällt.

  • Da der Sitz so hoch ist, kann unser Sohn sehr gut aus dem Seitenfenster schauen und wenn er noch etwas größer wird auch nach hinten aus der Heckscheibe. Deshalb sind nun unsere Autofahrten deutlich entspannter als noch mit der Babyschale, die viel tiefer im Auto war.

  • Der ADAC hat bei diesem Sitz die schlechte Polsterung bemängelt. Das kann ich nicht bestätigen. Natürlich ist der Sitz kein extra weich gepolsterter Sessel, aber er ist weder hart, noch hat er irgendwo Kanten oder Ecken, die für das Kind unangenehm werden könnten. Besonders im Kopfbereich finde ich ihn angenehm weich.

  • Bis jetzt hat unser Sohn ausreichend Platz und kann bestimmt auch, ohne eingeengt zu werden, noch einige cm wachsen.

  • Einen Stern ziehe ich hier ab, weil die Schulterpolster ziemlich starr und unflexibel sind.

Verarbeitung und Pflege

5 Sterne
  • Der Sitz und die Isofix-Basis sind sehr gut verarbeitet. Sämtliche Materialien machen einen hochwertigen und langlebigen Eindruck. Auch der Stoff ist überall sauber vernäht und es stehen nirgends lose Enden hervor.

  • Zur Reinigung lassen sich die Bezüge gut abnehmen und mit Handwäsche waschen. Natürlich wäre Maschinenwäsche komfortabler, aber so oft muss es ja nicht gemacht werden.

  • Kleinere Flecken lassen sich problemlos mit einem feuchten Tuch entfernen.

Fazit

Alles in allem ist der Kindersitz in Ordnung und ist das Kind einmal fest angeschnallt, kann man es sorgenfrei und sicher von A nach B bringen, auch wenn die Strecke einmal etwas länger ist. Unser Sohn fährt, seit wir diesen Sitz haben, relativ entspannt Auto und genießt seine gute Aussicht. Da die negativen Punkte eigentlich nur die Nerven der Eltern strapazieren und nicht die Sicherheit oder den Komfort des Kindes betreffen, kann ich den Sitz weiterempfehlen. Denn das Wichtigste an einem Kindersitz ist, dass das Kind sicher im Auto transportiert werden kann. Natürlich ärgere ich mich oft, wenn ich mein schreiendes, zappelndes Kind anschnallen muss und das nur mit Hindernissen funktioniert, aber die entspannte Autofahrt lässt mich den Stress davor schnell vergessen.

Schlagworte: , ,
0 Antworten
Hinterlassen Sie einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.