Schwangere vor dem Kühlschrank

Nichts als Grünzeug?! Schwanger und vegan

Wie gut oder schlecht es ist, sich während der Schwangerschaft vegan zu ernähren, ist bisher schwierig einzuschätzen. Schließlich gibt es hierzu noch kaum wissenschaftliche Studien. So verwundert es auch nicht, dass die Meinungen in unterschiedliche Richtungen gehen. Aber immer mehr Frauen entscheiden sich für eine vegane Lebensweise. Warum also nicht auch während der Schwangerschaft vegan leben?! Es scheint tatsächlich so zu sein, dass eine vegane Ernährung während der Schwangerschaft nicht zwingend eine schlechte Wahl sein muss. Wer seinem Kind mit dieser Entscheidung nicht schaden möchte, muss allerdings sehr viel bedenken. Denn ein Mangel an wichtigen Nährstoffen kann schlimme Folgen für das Ungeborene haben.

  • Zunächst einmal soll an dieser Stelle deutlich herausgestellt werden, dass die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) sich gegen eine vegane Ernährung sowohl während der Schwangerschaft als auch der Stillzeit positioniert. Die Gefahr, dass die Gesundheit des ungeborenen Kindes durch die starke Einschränkung in der Lebensmittelauswahl gefährdet werden könnte, sei einfach zu groß.

Buntes, frisches Gemüse in einer Kiste

Die vegane Lebensweise

Veganismus ist gerade voll im Trend. Doch was genau ist das eigentlich? Die einfache Zusammenfassung lautet: Veganerinnen verzichten auf alle Nahrungsmittel tierischen Ursprungs, also zum Beispiel auf Fleisch, Milch oder auch auf Eier. Manche Veganerinnen meiden darüber hinaus auch noch die Nutzung von tierischen Produkten insgesamt. Sie würden also zum Beispiel niemals eine echte Ledertasche oder eine Jacke mit echtem Pelzkragen kaufen. Die Entscheidung, vegan zu leben, ist meistens stark moralisch motiviert, ist also tief im Denken und Empfinden verwurzelt. Auch wenn die Deutsche Gesellschaft für Ernährung also von einer veganen Ernährung während der Schwangerschaft abrät, werden viele Veganerinnen sicherlich trotzdem versuchen, sich auch während der Schwangerschaft vegan zu ernähren. Solange durch diese Entscheidung keine Gefahr für das Ungeborene entsteht, weil eine ausreichende Nährstoffversorgung garantiert wird, kann dem ja auch eigentlich nichts entgegengebracht werden. Doch wie ist es möglich, sich auch während der Schwangerschaft vegan zu ernähren, ohne dem Kind zu schaden?

Ein Babybauch wird vom Arzt untersucht.

Vegane Schwangerschaft? Nicht ohne Betreuung von Experten!

Auf jeden Fall sollte euer Frauenarzt oder eure Frauenärztin darüber informieren, dass ihr euch während der Schwangerschaft vegan ernähren wollt. So kann immer mal wieder gezielt geprüft werden, ob ihr durch eure Ernährungsweise tatsächlich eine ausreichende Nährstoffversorgung für euch und euer Kind erreicht. Eine gute Idee ist es auch, sich zusätzliche Hilfe durch einen Ernährungsexperten oder eine Ernährungsexpertin zu holen. Schließlich tragt ihr mit eurer Ernährung während der Schwangerschaft nicht nur Verantwortung für sich selbst, sondern auch für einen baldigen neuen Erdenbürger. Und dieser sollte fit und gesund das Licht der Welt erblicken dürfen.

Viele Pillen

Nahrungsergänzungsmittel unterstützen

Während der Schwangerschaft ist der Körper einer Frau vielen Veränderungen unterworfen. Unter anderem erhöht sich mit der Zeit der Nährstoffbedarf. Wie viele und welche Nährstoffe genau aufgenommen werden sollten, kann an den Blutwerten abgelesen werden. Nicht selten haben Veganerinnen bereits vor der Schwangerschaft einen Mangel an bestimmten Nährstoffen. Möglichen Mängeln solltet ihr nun dringend entgegengewirken! Falls ihr noch nicht schwanger seid, sondern lediglich einen Kinderwunsch habt, solltet ihr euch lieber bereits jetzt einen Arzt mit eurem Wunsch konsultieren. So kann man daran arbeiten, dass der Körper beim Start der Schwangerschaft mit allen Nährstoffen ausreichen versorgt ist. Denn stellt der Arzt Mängel fest, wird er euch Nahrungsergänzungsmittel empfehlen, die diese Mängel ausgleichen können. Typischerweise werden bestimmte Nährstoffe, wie zum Beispiel Vitamin B12, bei einer veganen Ernährung nur in unzureichenden Mengen aufgenommen. Hier sind Nahrungsergänzungsmittel empfehlenswert. Welche Ergänzungen genau in eurem speziellen Speiseplan sinnvoll wären, sollte allerdings besser ein Arzt überprüfen.

Oft sind in Nahrungsergänzungsmitteln übrigens tierische Produkte enthalten. Wenn ihr also auch während der Schwangerschaft auf gar keinen Fall eine Ausnahme bei eurer veganen Ernährung machen wollt, dann weist sicherheitshalber darauf hin, dass ihr vegane Nahrungsergänzungsmittel verschrieben bekommen möchtet. Und denkt daran: Die Regel „viel hilft viel“ ist bei Nährstoffen nicht immer zutreffend. Manche Nährstoffe können in zu hohen Mengen auch Nachteile für euch oder euer Kind mit sich bringen. Also fragt in jedem Fall immer euren Arzt um Rat.

Diese Nährstoffe sind besonders relevant:

  • Folsäure

    Ist auch unter „Folat“ bekannt. Hier kommt eine kleine Überraschung: Vegan lebende Frauen sind oft besser mit Folsäure versorgt! Trotzdem wird in der Regel allen schwangeren Frauen empfohlen, Folsäure durch ein Ergänzungsmittel zu sich zu nehmen.

  • Eisen

    Viele Frauen, aber auch vor allem Veganerinnen, haben damit zu kämpfen, ausreichend Eisen zu sich zu nehmen. Dabei gilt, dass tierisches Eisen vom Körper besser aufgenommen werden kann als pflanzliches. Achtet daher besonders auf ausreichend viel Eisen! Dieses ist in Hülsenfrüchten, Samen oder auch in Nüssen vorhanden. Zusammen mit Vitamin C kann die Aufnahme verbessert werden.

  • Vitamin B12

    Da Vitamin B12 vor allem durch Milch oder Eier aufgenommen wird und nicht gut über pflanzliche Produkte ausgeglichen werden kann, sollten schwangere Veganerinnen ein Nahrungsergänzungsmittel mit B12 zu sich nehmen.

  • Calcium

    Auch ausreichend Calcium ist wichtig. Gerade Veganerinnen sind aber oft nicht gut mit Calcium versorgt. Dieses könnt ihr allerdings gut über Gemüse wie Brokkoli, Spinat oder Fenchel, aber auch durch calciumreiches Mineralwasser aufnehmen. Es gibt auch Sojaprodukte, die mit Calcium angereichert sind.

  • Jod

    Verwendet beim Kochen jodiertes Speise- oder Meersalz, um den Bedarf an Jod zu decken.

  • Mehrfach ungesättigte Fettsäuren

    Veganerinnen können diese zum Beispiel gut durch Leinsamen oder Leinöl aufnehmen. Schon ungefähr ein Teelöffel Leinöl deckt den Tagesbedarf!

  • Eiweiß

    Durch Milch, Eier und Fleisch liefert man dem Körper vergleichsweise deutlich mehr Protein als durch eine vegane Ernährung. Also achtet darauf, viele Lebensmittel mit einem hohen Eiweißgehalt wie Hülsenfrüchte, Bohnen und Nüsse zu essen.

  • Vitamin B6

    Das Vitamin B6 arbeitet sozusagen eng zusammen mit dem Eiweiß. Deswegen geht mit einem gesteigerten Protein-Bedarf auch ein vermehrter Bedarf an Vitamin B6 einher. Dieses kann man zum Beispiel durch Bananen, Walnüsse oder Avocados erhalten.

  • Zink

    Vor allem in Hülsenfrüchten, Nüssen, Vollkornprodukten und in Cerealilien ist Zink enthalten.

  • Vitamin D

    Das Vitamin D wird durch Sonneneinstrahlung vom Körper selber gebildet. In sonnenarmen Monaten haben daher viele Menschen eine Mangelerscheinung. Es wäre also nicht verwunderlich, wenn euer Arzt euch auch Vitamin D verschreiben möchte.

Ob ihr euch nun für oder gegen eine vegane Schwangerschaft entscheidet: Wir wünschen euch eine unkomplizierte Schwangerschaft und einen gesunden Nachwuchs!

Euer Team von babymarkt.de

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