Eine aufgemalte Uhr auf einem Babybauch.

Die Geburt einleiten – Wenn man dem Glück etwas nachhelfen muss

Eure Vorfreude steigt auf’s Unermessliche, die Kliniktasche ist gepackt und die Erstausstattung eures kleinen Schatzes ist auch schon längst gekauft. Nur das Wichtigste lässt auf sich warten: Euer Baby. In diesem Fall kommt oft eine Geburtseinleitung in’s Spiel. Was aber geschieht genau bei einer Geburtseinleitung? Kann man auch ohne ärztliche Hilfe die Wehen fördern? Hier erfahrt ihr alles rund um die Geburtseinleitung und ihre Methoden.

Gründe für eine Geburtseinleitung

Wenn Baby es sich länger als Mitte der 42. Woche im Bauch gemütlich gemacht hat, kann das schon ein wichtiger medizinischer Grund für eine Geburtseinleitung sein. Je länger das Kind im Bauch verweilt, desto größer ist die Gefahr, dass es nicht mehr ausreichend versorgt wird. Aber jetzt bloß keine Panik: Ab der 40. SSW werdet ihr sehr oft von eurem Arzt untersucht, um sicher zu gehen, dass es dem Kind an nichts fehlt. Allgemein werden Geburtseinleitungen meist dann durchgeführt, wenn eine gewisse Gefahr für das Kind und die Mutter besteht, wie z.B. im Falle einer Erkrankung der Mutter oder einer Unterversorgung des Babys. Aber auch einer stockenden Geburt kann man mit wehenfördernden Mitteln auf die Sprünge helfen.

  • Wusstet ihr schon? Nur ca. 3% aller Babys kommen zum errechneten Geburtstermin auf natürlichem Wege zur Welt.

Welche Maßnahmen zur Geburtseinleitung gibt es?

Es gibt in der Tat eine große Anzahl von Methoden, wie man die Geburt einleiten kann. Neben medizinischen und naturheilkundlichen Methoden, gibt es auch einige Tricks, wie ihr von Zuhause aus die Wehen fördern könnt.

Schwangere Frau wird liebevoll von Ihrem Mann auf die Schulter geküsst.
  • Das beste Hausmittel: Sex

    Eine der empfohlenen Methoden, wie ihr selbst die Wehen fördern könnt, ist tatsächlich Sex. Das Genießen der Zweisamkeit mit dem Partner entspannt den Körper und sorgt für Freude und Ausgeglichenheit. Das allein ist aber nicht das Besondere, warum Geschlechtsverkehr zur Wehenförderung empfohlen wird. Tatsächlich enthält die Samenflüssigkeit des Mannes sogenannte Prostaglandine, welche wie ein natürliches Wehenmittel wirken.

Mehr Informationen zum Thema “Sex in der Schwangerschaft” erhaltet ihr in diesem Ratgeberbeitrag:

  • Energie tanken

    Der Geburtsprozess ist wie eine sehr aufregende, aber auch sehr belastende Reise. Bevor ihr eine solch anstrengende Reise antreten, müsst ihr eine riesige Portion Energie tanken. Gönnt euch daher so viele Ruhepausen, wie es euch gefällt, und achtet auch auf eine vollwertige und gesunde Ernährung. Denn Erschöpfung kann dazu beitragen, dass die Wehen nicht einsetzen und die Geburt sehr schleppend vorankommt. Schließlich braucht der Körper und auch der Geist eine enorme Kraft, um die Schmerzen der Geburt überstehen zu können.

  • Die Wehen kündigen sich an: Ab in die Badewanne oder ab an die frische Luft

    Ein warmes, wohltuendes Bad kann genauso wie ein gemütlicher Spaziergang wehenfördernd wirken und den Geburtsprozess einleiten. Jedoch solltet ihr beim Baden darauf achten, dass sich stets eine weitere Person im Haus befindet und ihr die Badezimmertür nicht abschließt. Durch die Wärme und Feuchtigkeit kann es nämlich zu Kreislaufproblemen kommen. Eine Begleitperson sollte auch bei einem kleinen Spaziergang dabei sein.

Geburt einleiten: Die naturheilkundlichen Methoden

Es gibt einige naturheilkundliche Methoden zur Geburtseinleitung, die ihr jedoch nicht ohne die Aufsicht und Rücksprache mit eurem Arzt oder eurer Hebamme durchführen solltet.

Wehenfördernde Gewürze, wie Zimt, Ingwer und Nelken.
  • Ätherische Öle mit wehenfördernden Gewürzen und Kräutern

    Eine Aromatherapie mit ätherischen Ölen aus z.B. Zimt, Ingwer und Nelken wird gerne im Rahmen der Geburtseinleitung eingesetzt. Die Öle werden bei einer entspannenden Massage auf den Körper aufgetragen. Alternativ können sie als Badezusatz oder auf Kompressen verwendet werden.

    Es können auch homöopathische Mittel zur Förderung der Wehen eingesetzt werden. Sprecht mit eurem Arzt oder eurer Hebamme über diese Option.

  • Stimulation der Brustwarzen

    Durch die Stimulation der Brustwarzen kommt es zur vermehrten Ausschüttung des Geburtshormons Oxytocin. Gleichzeitig bewirkt diese ein Zusammenziehen der Gebärmutter, welches Wehen auslösen kann.

  • Der Wehencocktail

    Der Wehencocktail dient nicht wie die meisten anderen Cocktails zum Aufheitern und Entspannen. Ganz im Gegenteil: Die Mischung aus Rizinusöl, Eisenkraut, Aprikosensaft und einem Schuss Cognac oder Sekt löst bei den Frauen, die dieses Mittel zur Geburtseinleitung verwenden, sehr starke Wehen aus. Dafür ist vor allem das darmanregende Rizinusöl verantwortlich. Probiert den Wehencocktail auf gar keinen Fall ohne die Aufsicht eines Arztes aus.

Ein Wehencocktail im Glas mit Aprikosensaft.
  • Kleiner Tipp

    Scharfe Mahlzeiten regen ebenfalls die Darmtätigkeit an. Bei manchen Frauen führt dies tatsächlich zum spontanen Einsetzen der Wehen.

Die medizinischen Methoden

Neben den vielen naturheilkundlichen Methoden gibt es auch ein paar medizinische Eingriffe, die im Rahmen der Geburtseinleitung durchgeführt werden.

  • Eröffnung der Fruchtblase

    Die Eröffnung der Fruchtblase wurde früher sehr häufig im Rahmen der Geburtseinleitung angewendet. Heutzutage gehört die Eröffnung der Fruchtblase zu den weniger beliebten Methoden. Hierbei wird die Fruchtblase sehr vorsichtig aufgestochen und das Fruchtwasser kann abfließen. Der Nachteil an dieser Methode ist jedoch, dass die Geburt innerhalb kurzer Zeit nach der Fruchtblaseneröffnung erfolgen muss. Andernfalls kann es recht schnell zu Infektionen kommen.

  • Eipolablösung

    Bei der Eipolablösung wird die Gebärmutter der Schwangeren vorsichtig vom Gebärmutterhals gelöst. Dieser Prozess setzt im Körper der Frau das körpereigene Wehenmittel Prostaglandine frei und die Wehen setzen ein. Auch diese Methode kann sehr schmerzhaft sein, jedoch sind in diesem Fall meist keine weiteren geburtseinleitenden Methoden notwendig.

  • Prostaglandine

    Dieses körpereigene Wehenmittel kann der Schwangeren auch als Vaginalzäpfchen, in Tablettenform oder als Gel verabreicht werden. Durch die Prostaglandine wird der Muttermund weich und öffnet sich. Innerhalb kurzer Zeit treten sehr heftige Wehen auf.

  • Wehentropf

    Eine weitere medizinische Methode der Geburtseinleitung ist die intravenöse Verabreichung eines sogenannten Wehentropfes. Hierbei erhält die Schwangere eine synthetische Variante des körpereigenen Hormons Oxytocin, das Syntocinon. Dieser Wehentropf löst innerhalb kurzer Zeit sehr heftige Wehen aus. Diese Wehen sind in den meisten Fällen so schmerzhaft, dass sehr oft eine PDA mit einbezogen wird.

Geburt einleiten: Natürlich ist natürlich besser

Generell gilt, dass eine natürliche Geburt stets bevorzugt werden sollte. Würde das aber immer so nach Plan funktionieren, wären all diese geburtseinleitenden Methoden gar nicht notwendig. Ihr entscheidet selbst, natürlich in Absprache mit eurem Arzt, ob ihr die Geburt einleiten wollt, ob ihr auf die natürliche Geburt wartet oder ob ihr einen Kaiserschnitt präferiert. Am Ende zählt sowieso nur eines: Dass es dem Baby und der Mami gut geht! Informiert euch daher auch bei eurem Arzt über alle Eventualitäten, die durch die künstliche Geburtseinleitung auftreten können.

Wir wünschen euch eine angenehme und problemlose Geburt!

Euer Team von babymarkt.de

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