Sturzgeburt oder überstürzte Geburt

Vera
Vera19.11.2020Lesezeit ca. 7 Minuten
Alleingeburt

Nicht jede Geburt dauert lange. Manchmal kann es passieren, dass ein Baby sehr schnell auf die Welt kommt. Wie häufig eine sogenannte Sturzgeburt vorkommt und welche Ursachen es hierfür gibt, erfahrt ihr im Folgenden. Außerdem klären wir, welche Risiken so eine schnelle Geburt birgt.

Was ist der Unterschied zwischen einer Sturzgeburt und einer überstürzten Geburt?

Oftmals wird eine überstürzte Geburt als Synonym für eine Sturzgeburt verwendet. In der Geburtshilfe wird jedoch zwischen diesen beiden Begriffen unterschieden:

Überstürzte Geburt
Wenn der Geburtsverlauf sehr schnell verläuft, spricht man von einer überstürzten Geburt. Diese zeichnet sich dadurch aus, dass der Geburtsverlauf weniger als drei Stunden dauert.
Sturzgeburt
Von einer echten „Sturzgeburt“ hingegen wird gesprochen, wenn das Kind aus der Mutter „heraus stürzt“ und nicht mehr gehalten werden kann. Hierbei steht die Mutter oder sitzt, beispielsweise auf der Toilette. Dies kommt sehr selten vor.

Wie häufig kommt eine überstürzte Geburt vor?

Die Wahrscheinlichkeit, das eine Geburt unter drei Stunden abläuft ist eher gering. Bei einer Erstgebärenden liegt die Geburtsdauer durchschnittlich zwischen zehn bis zwölf Stunden. Von Kind zu Kind wird der Geburtsverlauf in der Regel kürzer. Somit kommen überstürzte Geburten häufiger bei Mehrgebärenden vor.

Säugling liegt auf der Mutter nach Geburt

Was sind die Ursachen einer überstürzten Geburt?

Bei Mehrgebärenden geht man davon aus, dass das Gewebe von Kind zu Kind weicher wird und sich dadurch schneller öffnet. Außerdem sind die Wehen meist schneller regelmäßiger und kräftiger.

Kommt es bei einer Erstgebärenden zu einem so schnellen Geburtsverlauf geht man davon, dass die Eröffnungswehen meist falsch interpretiert wurden. Aber auch vorzeitige Wehen in der Schwangerschaft können das Gewebe weich machen, den Gebärmutterhals verkürzen und somit zu einer schnellen Geburt führen.

Übungswehen oder echte Wehen? Woran ihr Geburtswehen erkennt, erfahrt ihr hier:

Geburtswehen erkennen

Welche Risiken birgt einer überstürzte Geburt und eine Sturzgeburt?

Folgende Risiken kann eine die schnelle Geburt mit sich bringen:

(Größere) Geburtsverletzungen:
Bei einer schnellen Geburt kann es bei der Mutter zu Geburtsverletzungen kommen, da das Dammgewebe weniger Zeit hat sich zu dehnen. Am häufigsten tritt der Dammriss auf. Zudem sind auch Verletzungen in der Scheide oder an den Schamlippen häufiger, wenn die Geburt sehr schnell verläuft.
Nachblutungen
Die Gefahr von gefährlichen Nachblutungen ist erhöht.
Blauverfärbung des Gesichts beim Baby
Durch die schnelle Geburt wird das Köpfchen der Babys häufig einem sehr starken Druck ausgesetzt, weil sie keine Zeit haben sich anzupassen. Hier kann es zu einer leichten Blaufärbung des Gesichtes, einer sogenannten Stauungszyanose, kommen. Diese verschwindet meist von alleine innerhalb der ersten 24 Lebensstunden wieder.

Habt ihr Fragen rund um eure Schwangerschaft oder die Geburt? Unsere Hebammen sind für euch da:

Hebammenpost Babytalk

Auch wenn Komplikationen bei und nach einer überstürzten Geburt eher selten vorkommen, sind Mutter und Kind nach einer so schnellen Geburt häufig überrumpelt. Beide brauchen viel Zeit und Ruhe, um das Geschehene zu verarbeiten und anzukommen.

Wir wünschen euch und eurem Baby alles Gute!

Eure Hebamme Vera