Frau liegt in Geburtswanne

Wassergeburt – Ablauf, Vorteile & Nachteile

Bereits jede dritte Schwangere wünscht sich, ihren kleinen Schatz durch eine Wassergeburt auf die Welt zu bringen. Hierbei möchtet ihr eurem Baby einen möglichst entspannten und stressfreien Einstieg in das Leben ermöglichen. Jedoch kommt tatsächlich nur eins von 20 Babys in der Gebärwanne auf die Welt. Wie läuft eine Wassergeburt ab und warum ist diese so selten? Welche Vor- und Nachteile hat eine Wassergeburt und kann ein Baby hierbei ertrinken? In unserem Ratgeber klären wir auf!

Was ist eine Wassergeburt und wie läuft diese ab?

Bei einer Wassergeburt kommt euer Baby unter Wasser auf die Welt. Es wird dann von eurer Hebamme aus dem Wasser gehoben und auf euren Bauch gelegt. Die Nabelschnur wird meistens noch im Wasser durchtrennt.

Grundsätzlich verbringt ihr eure gesamte Geburt, das heißt, von der Eröffnungs- bis zur Austreibungsphase, in einer Geburtswanne, die mit warmen Wasser gefüllt ist. Die optimale Wassertemperatur beträgt hierbei zwischen 34 und 36 Grad Celsius und reicht euch meistens bis zum Bauchnabel. Auf speziellen Wunsch kann das Wasser auch bis zur Brust reichen. Die Geburtswanne fasst bis zu 700 Liter Wasser und bietet euch als werdende Mama eine hohe Bewegungsfreiheit. Griffe, Seile oder über der Geburtswanne gespannte Tücher dienen zudem als Haltevorrichtungen.

Die Überwachung der Herztöne eures Babys wird mithilfe wasserdichter Schallköpfe durchgeführt. Euer Arzt und eure Hebamme überwachen die komplette Geburt vom Wannenrand aus. Treten währenddessen Komplikationen auf, wie zum Beispiel Übelkeit oder Kreislaufprobleme, sollte ihr die Geburtswanne sofort verlassen.

Welche Voraussetzungen müssen für eine Wassergeburt erfüllt werden?

Damit eine Wassergeburt durchgeführt werden darf, müssen einige Voraussetzungen erfüllt werden:

  • Keine Frühgeburt

    Ihr müsst die 37. Schwangerschaftswoche abgeschlossen haben.

  • Keine Blutungen

    In der Spätschwangerschaft dürfen keine Blutungen aufgetreten sein.

  • Keine Vorerkrankungen

    Es sind keine Vorerkrankungen und Infektionen bekannt.

  • Keine Komplikationen

    Während der Schwangerschaft sind keine Komplikationen aufgetreten.

  • Lage eures Babys

    Eurer Baby liegt nicht in der Beckenendlage.

  • Keine Mehrlingsgeburt

    Bei einer Mehrlingsgeburt ist eine Wassergeburt ausgeschlossen.

  • Herzschläge

    Die Herzschläge eures Babys sind regelmäßig.

Baby bei Wassergeburt in Geburtswanne

Welche Vorteile hat eine Wassergeburt?

Eine Wassergeburt ist bei werdenden Müttern besonders beliebt, da sie Wehenschmerzen erträglicher werden lässt. Das warme Wasser wirkt sich zudem positiv auf eure Verspannungen und Anspannungen aus und lindert eure Ängste. Da die Muskulatur durch das warme Wasser entspannter und das Gewebe weicher und elastischer wird, kann die Wahrscheinlichkeit eines Dammrisses gesenkt werden und der Muttermund öffnet sich zudem leichter. Im Wasser ist der Pressdrang geringer als bei einer Geburt im Bett. Aber der wohl wichtigste Punkt für euch als werdende Mama ist, dass die Wassergeburt für euer Baby eine stressfreiere Geburtsform ist. Der Schock in der neuen kalten Welt anzukommen, fällt nicht ganz so groß aus, da euer Baby vom warmen Fruchtwasser in das angenehm warme Wasser in der Geburtswanne wechselt.

Welche Risiken birgt eine Wassergeburt?

Wie bei jeder anderen Geburtsform können auch hierbei Komplikationen auftreten. Es ist wichtig, dass ihr vorab mit eurer vertrauten Hebamme oder eurem zuständigen Arzt die Vor- und Nachteile einer Wassergeburt besprecht und abwägt.

Grundsätzlich können folgende Risiken oder Nachteile bei einer Wassergeburt gegeben sein:

  • Komplikationen

    Im Notfall kann eure Hebamme nicht so schnell eingreifen, wie bei einer Geburt außerhalb der Geburtswanne.

  • PDA

    Es ist keine Periduralanästhesie (PDA) möglich.

  • Infektionsrisiko

    Es besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko der Geburtswunde, wenn die Nachgeburt innerhalb des Beckens erfolgt und ihr danach noch längere Zeit in dem Geburtsbecken verweilt.

Kann ein Baby bei einer Wassergeburt ertrinken?

Keine Sorge! Der Atemschutz-Reflex und Tauchreflex eures Neugeborenen verhindert das Ertrinken des Babys bei der Geburt. Hierbei sorgen feine Rezeptoren in der Gesichtshaut eures Babys, insbesondere die Regionen um die Nase und den Mund, dafür, dass bei kleinsten Berührungen mit Wasser ein Signal an den Kehlkopf geschickt wird, welcher die Luftröhre augenblicklich verschließt. Somit besteht kein Risiko, dass euer Neugeborenes Wasser in die Lunge bekommt. Während der Geburt im Wasser ist die Sauerstoffversorgung jedoch weiterhin durch die Nabelschnur gesichert. Der Atemschutz-Reflex verschwindet im Laufe der ersten 6 Lebensmonate eures Babys.

Wir wünschen euch für eure Geburt alles Gute!

Euer Team von babymarkt.de

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