Zwei Väter gehen mit einem kleinen Mädchen spazieren

Adoption

Wenn ihr ein Kind adoptieren möchtet, kommen einige Rechtsfragen als auch eine längerfristige Planung und Auseinandersetzung mit diesem wichtigen Schritt auf euch zu. Die Gründe, warum man den Wunsch hat, ein Kind anderer Eltern in die eigene Familie zu integrieren, sind oft ganz unterschiedlich. Manche Adoptiveltern können keine eigenen Kinder bekommen, andere möchten Kindern aus schlechten Familienverhältnissen ein besseres Leben ermöglichen. Doch auch, wenn ihr euer Kind zur Adoption freigeben wollt, sind einige Punkte zu beachten. Damit ihr euch bei dieser lebensverändernden Entscheidung nicht alleingelassen fühlt, beantworten wir für euch die wichtigsten Fragen rund um das Thema Adoption.

Was muss ich tun?

Wenn ihr euch dazu entscheidet, ein Kind zu adoptieren, müsst ihr euch an eine Adoptionsvermittlungsstelle eines Jugendamts richten oder einen freien Träger kontaktieren. Zahlreiche Organisationen findet ihr auch im Internet, die euch unter anderem ebenso Kinder aus anderen Ländern vermitteln. Die Mitarbeiter beraten euch ausführlich über alle notwendigen Schritte, die nun auf euch zukommen. Wenn ihr mögt, auch in anonymer Form.

Was braucht man?

Die erforderlichen Unterlagen für eine Adoption können sich je nach Träger unterscheiden. Für gewöhnlich benötigt ihr euer Familienbuch, eine Übersicht über euer Einkommen, mögliche Verschuldungen und Vermögensgegenstände sowie ein polizeiliches Führungszeugnis. In einem detaillierten Lebenslauf berichtet ihr über euren beruflichen Werdegang oder ehrenamtliche Tätigkeiten. Zusätzlich reicht ihr ein Gesundheitszeugnis ein, damit sich das Amt vergewissern kann, dass ihr physisch wie auch psychisch in der Lage seid, ein Kind großzuziehen.

Junge weiße Mutter mit kleinem Kind mit dunkler Hautfarbe

Voraussetzungen für eine Adoption

Zusätzlich zu den im vorherigen Abschnitt zu klärenden Fragen, sind auch eure Lebensumstände wichtig. Ihr müsst nicht zwangsweise einen Ehepartner haben, um ein Kind adoptieren zu können. Allerdings begünstigt ein Leben in Ehe das Verfahren, da das Kind auf diese Weise finanziell abgesicherter ist. Sofern ihr verheiratet seid, gilt die Adoption automatisch für beide Partner, sodass ihr als gemeinsame Eltern des Kindes eingetragen werdet. Bei der sogenannten Stiefkindadoption nehmt ihr euch dem leiblichen Kind eures Ehepartners an und seid somit Stiefmutter oder –vater.

Adoptionsverfahren

Wenn alle nötigen Formalien geregelt sind, prüft das Jugendamt, ob ihr euch für eine Adoption eignet. Dabei wird kontrolliert, ob ihr im Stande seid, ein Kind zu ernähren und aufzuziehen, genügend Platz zuhause habt, ein ausreichendes Einkommen vorweisen könnt und auch mental für diese Lebensumstellung bereit seid. Die Vermittlungsstelle führt Gespräche mit euch oder schaut sich die häuslichen Gegebenheiten an. Manchmal finden auch Spiele in Gruppen mit anderen Bewerbern statt, um die sozialen Kompetenzen auszuloten. Bis dieser Prozess abgeschlossen ist, kann ein halbes bis ganzes Jahr vergehen.

  • In dieser Zeit schadet es nicht, mit dem Jugendamt weiterhin in Kontakt zu bleiben und sich über Fortschritte zu informieren oder Fragen zu stellen. Auf diese Weise signalisiert ihr euer fortlaufendes Interesse.

Natürlich beachten die Organisationen auch die Bedürfnisse und Wünsche des Kindes und vergleichen diese mit den potenziellen Adoptivfamilien. Nachdem ein Adoptivkind gefunden wurde, dass gut zu euch und euren Lebensverhältnissen zu passen scheint, ist das ganze Prozedere leider noch immer nicht abgeschlossen. Im Anschluss dauert es ein Jahr bis ihr den finalen Antrag auf Adoption stellen dürft. In dieser Zeit, die auch „Adoptionspflegezeit“ genannt wird, schaut das Jugendamt als auch ihr und das Kind, ob das Zusammenleben funktioniert und sich alle Beteiligten wohlfühlen.

Wie lange dauert eine Adoption?

Der Prozess einer Adoption kann unter Umständen mehrere Jahre dauern. Zunächst müsst ihr genügend Zeit einplanen, alle Dokumente zusammen zu bekommen. Die anschließende Prüfung, ob ihr geeignet seid, kann bis zu 12 Monate in Anspruch nehmen. Ob anschließend direkt ein Kind zur Adoption freigegeben wird, kann keiner genau sagen. Die Adoption eines ausländischen Kindes kann mitunter noch länger dauern. Übt euch dementsprechend in Geduld.

  • Seid euch aber immer bewusst, dass es hierbei um das Wohlergehen eines kleinen Menschen geht. Manche Paare entscheiden sich während der Wartezeit kurzfristig gegen die Adoption, da ihnen der Vorgang zu lange dauert. Überlegt euch daher bitte im Vorfeld gründlich, ob ihr tatsächlich für den Familienzuwachs bereit seid.

Kindergartenkinder malen gemeinsam am Tisch und lachen

Es gibt drei Arten der Adoption

  • Inkognito-Adoption

    Bei dieser Art haben die leiblichen Eltern und das abgegebene Kind keinen Kontakt mehr. So ist gewährleistet, dass sich die neue Familie ganz für sich auf einander konzentrieren kann. Das Kind kann sich bei einer Inkognito-Adoption an seine Adoptiveltern gewöhnen und ist nicht durch zwei Elternpaare irritiert.

  • Halb-offene Adoption

    Das Jugendamt informiert die Eltern bei einer halb-offenen Adoption über den Entwicklungsfortschritt des Kindes und fügt Bilder und Berichte bei.

  • Offene Adoption

    Bei einer offenen Adoption können die leiblichen Eltern nach wie vor Kontakt mit ihrem Kind aufnehmen.

Wer muss bei einer Adoption zustimmen?

Im Vorfeld müssen sowohl die leibliche Mutter als auch der leibliche Vater das Einverständnis geben, dass sie ihr Kind zur Adoption freigeben. Das Baby muss mindestens acht Wochen alt sein, bevor eine Adoption möglich ist. Wenn es 14 Jahre alt ist, benötigt das Jugendamt zudem die Einwilligung des Kindes.

Adoption – was kostet es?

Wenn ihr ein Kind aus Deutschland adoptieren möchtet, verläuft die Adoption in der Regel ohne weitere Gebühren. Jedoch können je nach notwendigen Unterlagen noch einige Kosten auf euch zukommen, zum Beispiel, wenn ihr euch noch ein Gesundheitszeugnis ausstellen lassen müsst. Die Adoption eines Kindes aus dem Ausland geht allerdings mit Ausgaben einher, die mitunter bis 800€ reichen können, sich aber nach den jeweiligen Auflagen des Herkunftslandes richten. Wusstet ihr, dass ihr auch für adoptierte Kinder Elterngeld in Anspruch nehmen dürft? Sobald der Sprössling in euer Haus eingezogen ist, erhaltet ihr die finanzielle Unterstützung. Beachtet aber, dass die Möglichkeit des Bezugs für das Geld erlischt, wenn das zu adoptierende Kind älter als acht Jahre ist.

Adoption aus dem Ausland

Grundsätzlich ist es möglich, ein ausländisches Kind zu adoptieren. Laut dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend könnt ihr euch an Landesjugendämter, Jugendämter mit besonderer Zulassung sowie an die für internationale Adoption zugelassenen Vermittlungsstellen freier Träger wenden.

Adoption von Volljährigen

Wenn ihr möchtet, könnt ihr auch einen erwachsenen Menschen adoptieren. Kontaktiert hierzu einen Notar, da ihr gemeinsam einen Vertrag entwickeln müsst. So haltet ihr rechtliche Verpflichtungen innerhalb des gemeinsamen Zusammenlebens fest. Der Notar informiert euch über das weitere Verfahren und über zusätzliche Regelungen.

Wie alt muss man sein?

Ihr müsst mindestens 25 Jahre alt sein, um ein Kind adoptieren zu dürfen. Dies gilt sowohl für Deutschland als auch bei einer ausländischen Adoption. Wenn ihr verheiratet seid, kann einer der Partner jünger sein, darf aber das Alter von 21 nicht unterschreiten. Eine Grenze nach oben gibt es nicht. Für gewöhnlich achten die Mitarbeiter der Vermittlungsstellen aber darauf, dass das Alter von Eltern und Kind in einem gesunden Verhältnis steht, wie es bei leiblichen Eltern der Fall wäre.

Adoption – wer steht in der Geburtsurkunde?

Mit Vollendung des Adoptionsprozesses herrschen zwischen eurem Kind und seinen leiblichen Eltern, Geschwistern und anderen Verwandten auf dem Papier keinerlei Verbindung mehr. Damit habt ihr das volle Sorgerecht und jegliche Pflichten wie natürliche Eltern. Euer kleiner Liebling bekommt euren Familiennamen sowie die deutsche Nationalität, sofern es aus einem anderen Land kommt und mindestens ihr oder euer Partner deutsch seid. Auch in seiner Geburtsurkunde verschwinden die alten Angaben und stattdessen erscheint euer Nachname bei eurem Adoptivkind. Somit kann ein Außenstehender nicht mehr beurteilen, ob das Kind adoptiert wurde. Separat führt das Amt ein Buch mit jeglichen Informationen der Herkunft des Kindes, sodass es sich, nach Wunsch und Vollendung des 16. Lebensjahres, die Unterlagen ansehen kann. So kann es seine leiblichen Eltern – je nach Adoptionsverfahren – kennenlernen. Die Akten bleiben bis zum 60. Lebensjahr des Kindes bestehen.

Bitte beachtet, dass eine Adoption für immer ist. Ihr könnt das Kind nicht zurückgeben, wenn es sich nicht nach euren Vorstellungen entwickelt. Ihr müsst dazu bereit sein, gute und schwierige Zeiten gemeinsam durchzustehen.

Wir wünschen euch alles Gute für die Zukunft und hoffen, dass sich euer Adoptivwunsch bald erfüllt!

Euer Team von babymarkt.de

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