Spermium dring tin die Eizelle ein

Ach, das ist doch alles Quatsch, oder doch nicht? – Der Zeugungsmythen-Check

Ihr wollt einen Jungen bekommen? Kein Problem, lasst nur bloß die Socken beim Geschlechtsverkehr an! Oder soll es doch lieber ein Mädchen sein? Dann achtet darauf, dass ihr genügend Schokolade vor der Zeugung esst!

Diese und viele andere, teilweise sehr skurile Mythen zum Thema Zeugung haben sich bereits seit dem Mittelalter im Volk verbreitet. Aber was ist denn nun dran an den Zeugungsmythen? Kann man das Geschlecht des Ungeborenen tatsächlich beeinflussen? Dieser Beitrag soll Licht ins Dunkle bringen und überprüft neun Mythen rund um das Thema Zeugung eines Babys:

Mythos 1: Frauen sind an ihren fruchtbaren Tagen hübscher und riechen besser

An diesem Mythos ist tatsächlich etwas dran. Und natürlich ist der Grund dafür, wie so oft bei Frauen, die Hormone. In der fruchtbaren Zeit steigt der Östrogenspiegel im Körper der Frau an. Das Ergebnis dieses Hormonanstiegs lässt die Frau wortwörtlich strahlen: Die Haut ist ebenmäßig  glatt, die Laune steigt und die Ausstrahlung ist positiv. Außerdem bildet die Frau zu diesem Zeitpunkt den Sexuallockstoff Pheromon. Dieser sorgt für einen Eigenduft der Frau, der für Männer tatsächlich besser duftet als der Geruch einer Frau außerhalb ihrer fruchtbaren Zeit.

  • Wahr

Mythos 2: Die Fruchtbarkeit der Frau sinkt nach jahrelanger Pilleneinnahme

Richtig ist, dass der Körper sich nach jahrelanger Antibabypilleneinnahme vorerst hormonell regulieren muss. Wie lange dieser Regulierungsprozess dauert ist aber von Frau zu Frau unterschiedlich. Gewiss ist nur, dass die Hormone der Pille die Fruchtbarkeit nicht negativ beeinflussen. In manchen Fällen steigt die Fruchtbarkeit nach dem Absetzen der Pille sogar erheblich an.

  • Falsch

Mythos 3: Besonders gesund ernähren und viel Sport treiben, um schwanger zu werden

Natürlich tragen eine gesunde Ernährung und Bewegung zum Wohlbefinden bei und sorgen zudem für ein hormonelles Gleichgewicht sowohl im Frauen- als auch im Männerkörper. Für die Frau wird eine zusätzliche Folsäureeinnahme empfohlen. Diese steigert aber nicht die Fruchtbarkeit, sondern vermindert das Risiko von Fehlbildungen am Nervensystem des Ungeborenen. Die zusätzliche Einnahme von zahlreichen Vitaminen und Mineralien ist bei ausgewogener Ernährung aber unnötig. Auch beim Sport gilt: Übertreibt es nicht! Zu viel Sport oder die falsche Sportart können im Körper der Frau oder des Mannes zu einer Steigerung der Stresshormone führen.

Eine eindeutige Einschränkung der Fruchtbarkeit ist starkes Unter- oder Übergewicht:

Starkes Untergewicht:

Bei Frauen

Starkes Untergewicht kann zu einem fehlenden Zyklus führen. Dabei lassen die Eierstöcke keine Eier mehr reifen und es kann somit nicht zu einer Befruchtung kommen.

Bei Männern

Stark untergewichtige Männer haben eine circa 38% geringere Spermienkonzentration als normalgewichtige Männer. Das begründet sich mit der Vermutung, dass ein Untergewicht die Testosteronproduktion in den Hoden stark beeinträchtigt.

Starkes Übergewicht:

Bei Frauen

Bei stark übergewichtigen Frauen werden im Fettgewebe männliche Hormone produziert. Diese können dazu führen, dass die Periode und der Eisprung ausbleiben und es somit zu keiner Befruchtung kommen kann.

Bei Männern

Bei übergewichtigen Männern wurde eine Verminderung der Spermienkonzentration um bis zu 24% im Vergleich zu Normalgewichtigen festgestellt. Aber nicht nur die Anzahl, sondern auch die Qualität der Spermien wird bei Übergewicht beeinträchtigt.

  • Wahr

    (solange man es nicht übertreibt)

Mythos 4: Nikotin, Alkohol und Koffein ganz vermeiden, da es die Fruchtbarkeit verringert

Rauchen wirkt sich negativ auf das Wachstum und die Einnistung der Eizellen aus. Das Rauchen vermindert die Produktion der Hormone Östradiol und Progesteron, die genau für das Wachstum und die Einnistung der Eizelle verantwortlich sind. Bei Männern verringert das Rauchen die Wahrscheinlichkeit ein Kind zu bekommen um bis zu 30%.

Gemäßigter Alkoholgenuss wirkt sich jedoch nicht so stark wie Nikotin auf die Fruchtbarkeit aus. Lediglich der exzessive Alkoholkonsum vor der Schwangerschaft kann nicht nur zu Fehlbildungen des Kindes führen, sondern beeinträchtigt auch die Empfängnis. Auch auf die Spermienproduktion kann Alkohol Einfluss nehmen. Durch den Alkohol sinkt der Testosteronspiegel des Mannes, was zu einer verminderten Spermienproduktion und -qualität führen kann.

Kaffeekonsum ist bei Frauen in Maßen erlaubt, aber auch hierbei bloß nicht übertreiben. Denn ein extrem hoher Koffeinkonsum kann tatsächlich die Fruchtbarkeit mindern. Bei Männern soll Koffein in manchen Fällen die Spermien sogar erst so richtig in Schwung setzen.

  • Wahr

    für Nikotin und Alkohol

  • Falsch

    Koffein für Frauen in Maßen, für Männer unbedenklich

Mythos 5: Die Frau kann nur während des Eisprungs schwanger werden

Das stimmt nicht ganz, denn die Spermien können bis zu fünf Tage in der Gebärmutter überleben. Das bedeutet, um die Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden hoch zu halten, ist es von Vorteil auch vor und nach dem Eisprung Geschlechtsverkehr zu haben. Die Eizelle selbst überlebt nur circa 24 Stunden in der Gebärmutter. Mit der langen Lebensdauer der Spermien kann die fruchtbare Zeit aber auf bis zu eine Woche erhöht werden.

  • Falsch

Mythos 6: Der Zeitpunkt der Befruchtung entscheidet, ob es ein Mädchen oder Junge wird

Auch an diesem Mythos ist etwas dran. Bewiesen wurde, dass weibliche und männliche Spermien sich in einigen Punkten voneinander unterscheiden. Weibliche Spermien sind strapazierfähiger als männliche und überleben somit länger in der Gebärmutter. Dafür sind die empfindlichen männlichen Spermien jedoch schneller. Wenn man also am Tage des Eisprungs oder kurz danach Geschlechtsverkehr hat und es zur Befruchtung kommt, haben die flinken männlichen Spermien einen Vorteil. Die Wahrscheinlichkeit, dass man dann einen kleinen Burschen zur Welt bringt, ist höher. Hat man einige Tage vor dem Eisprung Sex, warten die weiblichen Spermien geduldig auf die zu befruchtende Eizelle. Erwartet aber nicht zu viel, denn Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel.

  • Wahr/ Falsch

    Geschlecht eindeutig beeinflussen ist nicht möglich

Mythos 7: Der weibliche Orgasmus fördert die Befruchtung

Dieser Mythos besagt, dass die durch den Orgasmus ausgelösten Kontraktionen der Frau, die Spermien besser in die Gebärmutter befördern. Das mag zwar sein, ist aber noch lange keine Garantie dafür, dass man schwanger wird. Es ist wohl eher ein angenehmer Nebeneffekt des Aktes zur Befruchtung. Oft wurde das Hormon Oxytocin bei Frauen eingesetzt, die sich sehnsüchtig ein Kind wünschen. Dieses Hormon löst im Körper der Frau die gleichen Kontraktionen aus, wie sie beim Orgasmus der Fall sind. Die behandelten Frauen wurden allein dadurch jedoch nicht schwanger.

  • Falsch

Mythos 8: Bestimmte Sex-Stellungen fördern die Befruchtung

Die Missionarsstellung und der Doggy Style steigern die Wahrscheinlichkeit einer Befruchtung, besagt dieser Mythos. Man solle Abstand halten von Sex-Positionen im Stehen oder im Sitzen, denn so würden die Spermien nicht tief genug in die Gebärmutter gelangen. Das ist Quatsch! Für diesen Mythos gibt es keinerlei Belege. In jeder vaginalen Stellung kann die Frau schwanger werden.

Oft stößt man auch auf Tipps, bei denen die Frau nach dem Geschlechtsverkehr die Beine in die Luft strecken soll, oder nicht unmittelbar nach dem Sex auf Toilette oder duschen gehen soll. Auch diese Tipps sind völlig unbelegt.

  • Duschen oder auf die Toilette gehen nach dem Geschlechtsverkehr ist sogar wichtig, denn dadurch werden die Bakterien im sensiblen Genitalbereich beseitigt. Die Gefahr einer Blasenentzündung wird dadurch verringert.

  • Falsch

Mythos 9: Zu viel Sex vermindert die Spermienqualität

Besonders entscheidend für die Befruchtung ist die Beweglichkeit der Spermien, nicht die Menge. Innerhalb von 24 Stunden erholen sich die Spermien jedoch wieder vollkommen. Zu viel Sex gibt es also nicht. Ab und zu solltet ihr aber auch mal eine Nacht Pause machen, das reicht absolut aus. Solange ihr weiterhin Spaß am Sex habt und es nicht nur als Mittel zum Zweck seht, könnt ihr und euer Partner euch austoben so viel ihr wollt.

  • Zu wenig Sex ist schädlich für die Spermien. Wenn diese nämlich zu lange im Hoden verbleiben, werden sie teilweise vom Körper zerlegt und es beginnt die Wiederaufnahme. Dieser Prozess wirkt sich negativ auf die Spermienqualität aus.

  • Falsch

Wir wünschen euch viel Spaß beim Testen. 🙂

Euer Team von babymarkt.de

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