Frau mit Schal und Handschuhen am Meer

Babyblues – Das Stimmungstief nach der Geburt

Nach einer glücklichen Schwangerschaft, voller Vorfreude und Spannung erwarten die meisten Eltern euphorische Glücksgefühle, wenn sie ihr Kind endlich in den Armen halten. 84 % aller Mütter fallen jedoch zwischen dem zweiten und sechsten Tag nach der Geburt in ein Stimmungstief. Hierfür gibt es sehr viele Faktoren. Es ist wichtig, dass Mütter schon vor der Geburt informiert sind, dass der Baby Blues normal ist und keiner ein schlechtes Gewissen haben muss, wenn man nach der Geburt erst einmal nicht in Glücktaumel fällt.

Denn leider sind immer noch viele Frauen und besonders Männer mit der Situation überfordert. Die Tränen laufen, sie fühlen sich hilflos und der ganzen Verantwortung nicht gewachsen. Vieles wird falsch interpretiert und sie sind sehr sensibel und einfach traurig.

Ursachen für das Stimmungstief und Gegenmaßnahmen

  • Ihr habt euer kleines Kind auf dem Arm und jetzt wird euch erst richtig bewusst wie hilflos dieses Kind ist und dass ihr wirklich die nächsten Jahre ohne Unterbrechung die absolute Verantwortung für dieses Menschlein habt. Ihr wisst es zwar schon in der Schwangerschaft, aber besonders beim ersten Kind können es sich die meisten Paare vorher gar nicht vorstellen.

  • Die Nachgeburt (Placenta) ist nicht nur zuständig für die Versorgung des Kindes, sondern ist auch eine Hormonbildungsstätte. Ein bis zwei Tage nach der Geburt sind noch Reste der Hormone in der Blutbahn, diese werden aber immer weniger. Durch das starke Absinken der Hormone und der neuen Stillhormone kommt ihr als Frau in ein richtiges Hormonchaos.

  • Durch den Milcheinschuss schmerzen die Brüste, die Brustwarzen sind noch sehr empfindlich und das Anlegen klappt noch nicht gut. Zudem kommt die normale Gewichtsabnahme des Kindes hinzu. Dies macht den Müttern Angst und der Gedanke, dass sie ihr Kind nicht ernähren können, kommt belastend dazu. Dies ist purer Stress für eine frischgebackene Mama. Hier ist eine gute fachmännische Beratung durch die Schwestern auf der Station oder der Hebamme ganz wichtig.

  • Die Erschöpfung nach der Geburt steckt einem noch in den Knochen, dazu kommt ein Schlafmangel. Nur selten können Mütter zwei bis drei Stunden am Stück schlafen. Dies ist der Körper nicht gewohnt.
    Hinzu kommt, dass ihr euch häufig auch tagsüber nicht erholen könnt, sondern meistens ein Besucheransturm im Krankenhaus herrscht. Ihr habt euer eigenes Kind kaum kennengelernt und schon werdet ihr im Krankenhaus überhäuft mit Familie und Freunden. Hier kann besonders euer Mann oder Partner Abhilfe schaffen. Versucht die Besucher auf die ersten Wochen nach der Geburt zu Hause zu verteilen und nehmt euch, wenn möglich, im Krankenhaus ein Familienzimmer. Dies ist eine Riesenhilfe für die Mama.

  • Durch den Schlafentzug ist der Körper viel schmerzempfindlicher als zuvor. Geburtsverletzungen nehmt ihr jetzt auch intensiver wahr.

  • Am dritten bis vierten Tag können erschwerend Probleme beim Kind hinzukommen. Die Unreife der Leber kann beispielsweise zu einer Gelbsucht führen, die behandelt werden muss. Auch treten zumeist die ersten Bauchschmerzen bei eurem kleinen Schatz auf. Überfordert von der Situation und dem Babygeschrei, fühlt euch hilflos. Dies drückt auf eure Stimmung.

  • Auch kann das Stimmungstief durch andere Mütter ausgelöst werden. In vielen Krankenhäusern gibt es Frühstückbuffets oder Wickelräume, wo die Mütter nebeneinander ihre Kinder versorgen. Hier hört man dann Geschichten von traumhaften Geburten und ach so lieben Kindern. Dies kann ganz schön frustrierend und anstrengend sein. Lasst euch davon nicht unterkriegen.

Wie lange dauert der Baby Blues an?

Der normale Baby Blues dauert in der Regel nicht länger als zehn Tage und hat nichts mit einer Postpartalen Depression (Wochenbettdepression) zu tun. Er gehört einfach bei fast allen Geburten dazu. Die Gefühle und Ängste sollen auf keinen Fall unterdrückt werden. Lasst euren Tränen freien Lauf, redet mit eurem Mann oder Partner offen über eure Ängste und Sorgen.

Als Mann könnt ihr eurer Frau nur Unterstützung bieten, indem ihr einfach da seid und sie bestärken. Gönnt eurer Frau ein wenig Ruhe und nehmt ihr die möglichen Sachen ab. Ruhe ist jetzt ganz wichtig!!!
Eine gute fachmännische Betreuung durch die Krankenschwester/ Kinderkrankenschwester oder durch die Hebamme in der Klinik und auch im Wochenbett zu Hause ist enorm wichtig. Der Frau müssen die Ängste genommen werden und sie sollte bestärkt werden.

Bei jeder Frau und bei jeder Schwangerschaft ist diese Phase der Traurigkeit individuell. Ganz wichtig ist es für die Frauen auf sich selber Acht zu geben. Wenn das Stimmungstief nach 10 Tagen nicht vorbei ist, die Gefühle immer negativer werden und die Laune immer schlechter, solltet ihr offen mit eurem Mann und eurer Hebamme sprechen.

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