Wie gefährlich ist eine Schwangerschaftscholestase?

Jessica
Jessica15.08.2018Lesezeit ca. 7 Minuten
Schwangere Frau hat Unwohlsein und liegt auf der Couch

Starker Juckreiz in der Schwangerschaft ist keine Seltenheit, häufig steckt etwas Harmloses dahinter. Jedoch kann es sich auch um eine Schwangerschaftscholestase handeln. Was das genau ist, woran ihr sie erkennen könnt und warum sie besonders gefährlich für euer ungeborenes Baby sein kann, erfahrt ihr im Folgenden.

Was ist Schwangerschafscholestase?

Unter einer Cholestase versteht man, einen Rückstau von Gallensäure und anderen Gallenbestandteilen in der Leber. Die Schwangerschaftscholestase ist demnach eine seltene Lebererkrankung, die etwa 1-2 Mal bei 1000 Schwangere vorkommt. Die Krankheit macht sich typischerweise erst in der Spätschwangerschaft bemerkbar: Die Konzentration von Gallensäuren im Blut steigt und die werdende Mutter leidet unter starkem Juckreiz.

Ursachen einer Schwangerschaftscholestase

Die Ursachen einer Schwangerschaftscholestase sind noch nicht vollständig erforscht. Ein wesentlicher Faktor kann die erbliche Veranlagung sein, die zusammen mit der hormonellen Veränderung während der Schwangerschaft die Schwangerschaftscholestase hervorruft.

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Symptome einer Schwangerschaftscholestase

Doch woran erkennt ihr, ob ihr an einer Cholestase leidet? Wir zeigen euch die Symptome auf:

Juckreiz
Es gilt als das Hauptsymptom, jedoch kann dieser in der Schwangerschaft auch von etwas Harmlosen verursacht werden. Wenn ihr unter einer Schwangerschaftscholestase leidet, dann beginnt der Juckreiz erst im letzten Schwangerschaftsdrittel, besonders sind die Handflächen und Fußsohlen betroffen. Der Juckreiz tritt ohne Hautausschlag auf.
Gelbsucht
Neben dem Juckreiz entwickeln manche Leute Gelbsucht. Dies könnt ihr an einer gelblich verfärbten Haut erkennen. Der Urin kann sich verdunkeln und der Stuhlgang heller erscheinen.
Müdigkeit
Häufig tritt der Juckreiz nachts stärker auf, sodass er euch sogar wach halten kann. Am nächsten Tag fühlt ihr euch deswegen müde und erschöpft.
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Folgen einer Schwangerschaftscholestase

In der Regel schadet eine Schwangerschaftscholestase der Mutter nicht. Schwerwiegende Folgen kann aber euer Baby erleiden, denn die Gallensäuren können in den Blutkreislauf eures ungeborenen Kindes übertreten. Dies kann zu vorzeitigen Wehen oder zur Totgeburt führen. Aus diesem Grund werden betroffene Frauen engmaschiger und genauer von ihrem Arzt kontrolliert. Eventuell wird die Geburt auch früher eingeleitet – je nachdem, wie es eurem Baby geht, was eure Blutwerte sagen und wie ihr mit dem Juckreiz zurechtkommt.

Behandlung einer Schwangerschaftscholestase

Wenn ihr unter den oben genannten Symptomen leidet, so solltet ihr euren Arzt oder eure Hebamme aufsuchen. Mittels einer Blutuntersuchung kann eine Schwangerschaftscholestase festgestellt werden. Sollte der Verdacht bestätigt werden, so wird in der Regel versucht, die Symptome wie beispielsweise den Juckreiz zu lindern. Außerdem kann der Wirkstoff Ursodeoxycholsäure den Blutspiegel der Gallensäuren normalisieren und so euer Baby schützen.

Hinweis
Wenn die Schwangerschaft der Grund für die Cholestase war, so werden sich euer Werte nach der Geburt schnell wieder normalisieren. Besprecht zudem mit eurem Arzt, welche Verhütungsmethoden künftig für euch geeignet sind, da hormonelle Mittel eine weitere Cholestase begünstigen können.

Weitere Informationen zum Thema Schwangerschaftsvorsorge erhaltet ihr hier.

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Wir wünschen euch eine komplikationslose Geburt!

Euer Team von babymarkt.de