Führt schwer heben in der Schwangerschaft zur Fehlgeburt?

Julia
Julia27.01.2017Lesezeit ca. 8 Minuten
Schwangere mit Wäschekorb

Ein Kind zu erwarten stellt die schönste Vorfreude dar. Die neun Monate, in denen der Bauch immer weiter wächst und die Planungen für die gemeinsame Zeit immer weiter voranschreiten, sind für Mama und Papa besonders aufregend. Nicht zuletzt, weil eine Vielzahl an Veränderungen auf das junge Familienglück zukommt und gerade die werdende Mama muss sich in ihrem Alltag ziemlich umstellen. Plötzlich erscheinen sonst leichte Aufgaben als riesige Hürden, die sich nicht mal eben erledigen lassen. Die runde Kugel ist im Weg, die Füße kaum mehr sichtbar und sowieso tut der Rücken weh. Darüber hinaus verfolgen Schwangere Weisheiten wie „Du sollst nicht schwer heben!“. Doch was ist an diesen Warnungen dran? Sollten Schwangere wirklich keine schweren Sachen tragen? Wir haben uns mit diesem Thema beschäftigt und euch die wichtigsten Informationen zusammengetragen.

Was bedeutet schwer heben in der Schwangerschaft?

Ein Gesetz, wie viel eine Schwangere tragen darf, gibt es leider nicht. Das wäre aber auch nicht gut. Jede Frau, und insbesondere jede werdende Mutter, empfindet anders. So kann die Einkaufstüte schon zu schwer werden, andere tragen ihre Kinder noch durch die Gegend. Achtet einfach darauf, was euch euer Körper sagt. Er gibt euch Zeichen, sobald eine Last zu schwer wiegt und euch nicht mehr gut tut. Seid aber vorsichtig bei euch unbekannten Gewichten. Wenn ihr nicht einschätzen könnt, wie viel die Tüte wiegt, lasst euch lieber helfen. Bei eurem eigenen Kind hingegen wisst ihr vermutlich, ob euch das Tragen zu anstrengend wird oder nicht.

Definitionssache

Was schwereres Heben und Tragen bedeutet, lässt sich nicht klar definieren. Dennoch gibt es eine allgemeine Richtlinie, an der ihr euch orientieren könnt. Dinge, die ihr regelmäßig heben müsst, sollten ein Gewicht von 5 kg nicht überschreiten. Ab und zu dürfen es aber auch Lasten sein, die um die 10 kg wiegen. Hier solltet ihr aber darauf achten, dass sich die Belastung in Grenzen hält und ihr nicht zu lange beansprucht werdet.

Rechtlich abgesichert

Wenn ihr aufgrund eures Jobs oft schwer heben müsst, solltet ihr eurem Arbeitgeber umgehend mitteilen, wenn ihr schwanger seid. An dieser Stelle greift der Arbeitsschutz, der es schwangeren Frauen verbietet, schwere Lasten zu heben. Falls ihr euch, warum auch immer, nicht traut, eurem Chef von eurer Schwangerschaft zu berichten, hilft auch ein klärendes Gespräch mit eurem Frauenarzt.

Was bewirkt schweres Heben in der Schwangerschaft?

Bislang gibt es keine konkreten Studien, inwiefern sich schweres Heben auf Mama und Kind auswirkt. Solche Forschungen sind aber auch in Zukunft kaum zu erwarten, da sie zu gefährlich für die Schwangere und ihr Baby sein können. Dennoch gibt es bislang keinen festgestellten Zusammenhang zwischen schwer heben und einer Früh- oder Fehlgeburt

Den Ball flach halten

Generell solltet ihr euch während eurer Schwangerschaft darauf einstellen, dass immense, körperliche Anstrengungen für euch zunächst tabu sind. Ein erhöhter Stress-Level kann sich negativ auf euer Baby auswirken, sodass ihr versuchen solltet, entspannt zu bleiben.

Straff oder schlaff?

Eine Schwangerschaft ist eine körperliche Belastungsprobe für jede Frau. Die Muskeln und Bänder werden stark beansprucht. Vor allem im Bereich um den Rücken und Bauch ist nicht mehr alles so stramm und straff, wie es mal war. Daher kann schweres Tragen in der Schwangerschaft die ohnehin schon überlasteten Bänder weiter dehnen, sodass Rückenschmerzen auftauchen und sich verschlimmern können. Zudem ist auch der Beckenboden angegriffen. Schwangere, die häufig schwere Sachen heben, laufen Gefahr, eine Beckenbodenschwäche zu bekommen, die sich in Form von Inkontinenz bemerkbar machen kann.

Mutter trägt Tochter auf dem Rücken

Ab wann nicht mehr schwer heben?

Für gewöhnlich solltet ihr während eurer gesamten Schwangerschaft versuchen, euch nicht zu verheben. Natürlich solltet ihr aber umso mehr Acht auf euch geben, je vorangeschrittener eure Schwangerschaft bereits ist, um keine unnötigen Gefahren für euch und das Kind zu provozieren.

Die Technik macht’s

Schwangere, die bereits Mütter sind und ein kleines Kind zuhause haben, wissen, dass es sich manchmal nicht vermeiden lässt, den Nachwuchs hochzuheben. Ganz darauf verzichten müsst ihr auch nicht. Schließlich ist die Bindung, die durch das Tragen auf dem Arm zu eurem Sprössling entsteht, genauso wichtig. Achtet aber sowohl bei eurem Kind als auch bei anderen schweren Lasten darauf, dass ihr stets aus den Knien hebt. Lasst euren Rücken gerade – so kann es auch nicht passieren, dass ihr euer Kind einklemmt. Geht in die Knie und stoßt euch dann langsam mit den Beinen nach oben ab. Haltet dabei euer Kind oder den Gegenstand eng an eurem Körper. Auf diese Weise schont ihr euren Rücken.

Kein falscher Stolz

Scheut euch nicht davor zurück, bei anderen nach Hilfe zu fragen. Ihr tragt schon etwas ganz Wichtiges in eurem Bauch, da müsst ihr euch nicht auch noch schweren Einkaufstüten und Getränkekisten annehmen. Sprecht mit eurem Partner ab, dass er in Zukunft das Kind aus dem Bettchen heben soll. Wenn zum Einkaufen mal kein Helfer da ist, kann euch ein Trolley das Tragen erleichtern. Seid nicht zu stolz, auf Hilfsmittel zurückzugreifen, sondern denkt stets an die Gesundheit eures kleinen Lieblings.

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Wir wünschen euch für eure Schwangerschaft alles Gute!

Eure Team von babymarkt.de