Streptokokken in der Schwangerschaft

Vera
Vera30.03.2021Lesezeit ca. 4 Minuten
Schwangere fasst sich am nackten Bauch

Bei Streptokokken handelt es sich um Bakterien, die im Normalfall ungefährlich sind. Hat eine Schwangere aber eine Infektion mit Streptokokken der Gruppe B (GBS) in der Scheide und/oder dem Enddarm, kann diese vor oder während der Geburt auf das Baby übertragen werden. Beim Baby können dadurch eine Blutvergiftung (Neugeborenensepsis), Hirnhautentzündung oder Lungenentzündung die Folge sein. Besonders gefährdet sind hierfür Frühgeborene. Streptokokken der Gruppe B sind der häufigste Erreger für Infektionen bei Neugeborenen.

Wie kann sich euer Baby mit Streptokokken anstecken?

GBS lassen sich vor allem in der Scheide und im Enddarm nachweisen. Diese Art der Infektion ist weit verbreitet. Bei etwa 5 bis 30 % aller Schwangeren lassen sich diese Erreger nachweisen. Bei der Geburt können die Gruppe B-Streptokokken über das Fruchtwasser oder die Scheide auf euer Kind übertragen werden.

Eine Infektion tritt bei etwa 1-5 Neugeborenen auf 1.000 Geburten vor. Frühgeborene und Kinder mit einem geringen Geburtsgewicht sind hierbei am häufigsten betroffen.

Man unterscheidet zwischen zwei Arten der Infektionen. Die frühe und die späte Form.

Bei der frühen Form findet die Übertragung der Erreger bereits im Mutterleib statt. Die Infektion tritt dann innerhalb der ersten sieben Lebenstage, oft schon direkt nach der Geburt, auf. Diese Form betrifft etwa 90 % aller Infektionen. Sie löst meist eine Neugeborenensepsis (Blutvergiftung) oder Lungenentzündung aus.

Bei folgenden Faktoren ist das Risiko einer Übertragung besonders hoch:

Bei der späten Form tritt eine Infektion meist zwischen der zweiten und sechsten Lebenswoche des Babys auf. Hier kommt es in den häufigsten Fällen dann zu einer Hirnhautentzündung als Folge.

Wie kann ich eine Infektion mit GBS feststellen?

Der Erreger kann mit Hilfe eines Abstrichs aus der Scheide und dem Enddarm festgestellt werden. Dieser Abstrich sollte zwischen der 35. und 37. Schwangerschaftswoche erfolgen. Droht eine Frühgeburt sollte der Test schon früher gemacht werden.  Die Kosten hierfür werden nur bei Risikoschwangerschaften oder drohenden Frühgeburten von der Krankenkasse übernommen. Sonst handelt es sich um eine sogenannte IGeL-Leistung, bei der die Kosten von euch selbst getragen werden müssen. Erkundigt euch am besten vorab bei eurer Krankenkasse, ob sie diese Kosten im Rahmen von zusätzlichen Schwangerschafts-Leistungen übernehmen.

Wie wird eine Infektion mit Gruppe B-Streptokokken behandelt?

Wird bei euch am Ende der Schwangerschaft eine Infektion mit Streptokokken der Gruppe B festgestellt, werdet ihr während der Geburt mit Antibiotika behandelt. Eine Behandlung in der Schwangerschaft hat keinen Nutzen, da über 70 Prozent der Keime dann nicht endgültig beseitigt werden können. Euer Kind wäre dann bei der Geburt trotzdem einer hohen Infektionsgefahr ausgesetzt.

Euer Baby wird in der ersten Zeit nach der Geburt gut beobachtet. Sollte es zu Fieber oder anderen Symptomen kommen, wird auch euer Kind mit Antibiotika behandelt.

Alles Gute.

Eure Hebamme Vera