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Selbstzahlerleistungen in der Schwangerschaft

Laura
Laura28.04.2017Lesezeit ca. 14 Minuten
Arztbesuch einer Schwangeren.

IGel ist der Begriff, den kein Patient gerne hört. Denn IGel bedeutet individuelle Gesundheitsleistungen und umfasst alle medizinischen Leistungen, die nicht von der Krankenkasse übernommen werden. Und neben den zahlreichen Untersuchungen im Rahmen der Schwangerenvorsorge gibt es auch für Schwangere einige Selbstzahlerleistungen, die angeboten werden. Welche Tests zu diesen Selbstzahlerleistungen gehören und wie sinnvoll oder notwendig diese sind, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Eine Schwangere und ihre Ärztin schauen sich ein Ultraschall an.

Welche Leistungen gibt es und was soll das Ganze kosten?

Windpocken Antikörpertest
Bei diesem Test wird nachgewiesen, ob die Schwangere schon Antikörper gegen den Windpocken-Virus besitzt.Kosten: Zwischen 15 und 30 Euro
Ringelröteln Antikörpertest
Auch gegen diese relativ verbreitete Krankheit sind die meisten Menschen bereits immun. Mit Hilfe des Tests kann nachgewiesen werden, ob die werdende Mutter ebenfalls Antikörper gegen Ringelröteln besitzt.Kosten: Zwischen 15 und 30 Euro
Zytomegalie Infektionstest
Mit diesem Test kann gemessen werden, ob die Schwangere Antikörper gegen den Zytomegalievirus besitzt. Ein Großteil der Menschen ist bereits immun gegen den Virus. Sollte eine Frau sich aber während der Schwangerschaft neu anstecken, kann es zu gewissen Schäden am Ungeborenen kommen.Kosten: Um die 15 Euro
Toxoplasmosetest
Der Toxoplasmosetest ermittelt lediglich, ob die Mutter Antikörper gegen die Toxoplasmose Erreger im Blut hat. Diese Erreger können nämlich gefährlich für das Ungeborene sein. Bei Verdacht auf eine Toxoplasmose-Infektion wird die Krankenkasse die Kosten der Untersuchung übernehmen.Kosten: Um die 15 Euro
Streptokokken B Test
Auch Streptokokken können eine enorme Gefahr für das Ungeborene darstellen. Diese Bakterien können mithilfe eines Abstriches der Mundschleimhäute nachgewiesen werden. Sollte der Test positiv ausfallen, werden oft Antibiotika zur Vorbeugung einer Infektion verschrieben. Bei einem erhöhtem Frühgeburtsrisiko ist der Test eine Krankenkassenleistung.Kosten: Um die 50 Euro
(Zusätzlicher) Glukosetest
Bei dem Blutzucker-Test muss die werdende Mutter eine Glukose-Flüssigkeit zu sich nehmen. Anschließend misst der Arzt den Blutzuckerspiegel und kann erkennen, ob dieser zu hoch ist. Der Glukose-Test mit 50 Gramm Glukose wird von der Krankenkasse gezahlt. Es besteht aber auch die Möglichkeit eines umfassenderen Tests mit 75 Gramm Glukose.Kosten für den 75 Gramm Test: Um die 20 Euro
Zusätzlicher Ultraschall
Eine zusätzliche Ultraschall-Untersuchung kann jederzeit vorgenommen werden. Außerdem besteht die Möglichkeit eine 4-D-Untersuchung vornehmen zu lassen.Kosten: Ab ungefähr 35 Euro (4-D-Ultraschall: um die 200 Euro)

Eine Ärztin zeigt einer Schwangeren Informationen.

Welche der Zusatzleistungen sind sinnvoll?

Diese Frage lässt sich natürlich nicht für alle Schwangeren gleich beantworten. Sollte eure Schwangerschaft aber völlig normal und ohne Komplikationen verlaufen, kann die folgende Einteilung eventuell hilfreich sein:

Nicht sinnvoll:

Ringelröteln
Dieser Test zeigt nur, ob Antikörper vorhanden sind.
Toxoplasmose- test
Dieser Test zeigt ebenfalls nur an, ob die Schwangere immun gegen Toxoplasmose ist. Bei Verdacht auf eine Toxoplasmoseinfektion sollte der Test jedoch unverzüglich gemacht werden, damit eine schnelle Behandlung erfolgen kann.
Zytomegalie Infektions- test
Dieser Test ist nicht sinnvoll, da eine Therapie der Zytomegalie-Infektion während der Schwangerschaft nicht möglich ist
Glukosetest
Der 50 Gramm Glukosetest ist völlig ausreichend.
Zusätzlicher Ultraschall
Diese zusätzliche Untersuchung ist aus medizinischer Sicht nicht nötig.

Sinnvoll:

Strepto- kokken B Test
Dieser Test wird empfohlen, da man gezielt gegen die Streptokokken vorgehen und Schäden am Ungeborenen somit vermeiden kann. Von vielen Ärzten wird empfohlen diesen Test erst im späten Schwangerschaftsverlauf durchzuführen.
Windpocken Antikörper- test
Dieser Test ist besonders dann sinnvoll, wenn die Schwangere mit Windpocken-Erkrankten in Kontakt gekommen ist und selbst noch nie Windpocken hatte. Sollte die Schwangere aber vorher gegen Windpocken geimpft worden sein, ist dieser Test unnötig.

Im Falle einer Risikoschwangerschaft kann diese Einteilung aber auch ganz anders aussehen und häufig werden dann auch zusätzliche Kosten von der Krankenkasse übernommen. Allgemein solltet ihr euch aber immer vorher fragen, was genau euch dieser Test nun bringt. Sprecht offen mit eurem Arzt über sinnvolle Zusatzleistungen. Solltet ihr euch danach trotzdem unsicher sein, empfiehlt es sich eine zweite Meinung bei einem anderen Arzt oder einer Hebamme einzuholen.

Verunsicherung statt Sicherheit?

Natürlich scheuen gerade werdende Eltern keine Kosten und Mühen, damit es dem Kind gut geht. Besonders wenn es dabei um das Kostbarste überhaupt geht: Die Gesundheit des Sprösslings. Bedenkt aber, dass die reguläre Schwangerenvorsorge alle notwendigen Leistungen enthält. Macht euch also nicht zu verrückt, besonders wenn ihr keinerlei Auffälligkeiten bemerkt. Sollte eure Schwangerschaft normal verlaufen, können die zusätzlichen Untersuchungen eher verunsichern, als euch Sicherheit bieten. Genießt stattdessen jede Sekunde der Schwangerschaft und lasst die Vorfreude die Verunsicherung überbieten.

In unserem Ratgeberbeitrag zur “Schwangerenvorsorge” erfahrt ihr alles über die Untersuchungen und Krankenkassenleistungen, die jeder Schwangeren zustehen:

Zum Beitrag

Wir wünschen euch eine sorgenfreie und entspannte Schwangerschaft.

Euer Team von babymarkt.de