Der Milchstau – Ursachen & Behandlung

Laura
Laura03.03.2017Lesezeit ca. 9 Minuten
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Kann die Milch nicht ausreichend abfließen oder liegt eine höhere Milchproduktion vor als das Kind braucht, so kommt es, wie das Wort schon sagt, zu einer Anstauung der Milch in der Brust der Mutter. Da die Milchproduktion in den ersten Wochen nach der Geburt meist höher ist, besteht auch zu dieser Zeit eine höhere Wahrscheinlichkeit für einen Milchstau. Generell kann ein Milchstau aber während der gesamten Stillzeit auftreten.

Wie entsteht Milchstau?

Es kann ganz verschiedene Ursachen für einen Milchstau geben, aber oft ist der Grund eine unzureichende Entleerung der Brust. Das kann vorkommen, wenn das Baby nicht häufig genug angelegt wird. Außerdem kann es sein, dass das Baby zum Beispiel länger schläft als zuvor und die Stillpausen somit seltener vorkommen. Das Baby trinkt dabei trotzdem die benötigte Menge an Milch, jedoch nicht mehr so regelmäßig wie zuvor.  Achtet auch auf eine korrekte Stillposition. Wenn bei der Stillposition etwas nicht stimmt, kann die Milch nicht gleichmäßig abfließen und dies begünstigt einen Milchstau.

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Was sind die Anzeichen?

Diese Symptome deuten auf einen Milchstau hin:

Schüttelfrost

Fieber

Gliederschmerzen

Was tun bei Milchstau?

Hebamme kontaktieren:

Solltet ihr einen Milchstau bei euch bemerken, ist die erste Maßnahme, die ihr ergreifen solltet, eure Hebamme zu kontaktieren. Berichtet von euren Symptomen und anschließend kann eure Hebamme euch individuelle Tipps geben

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Den Milchstau lösen:

Besonders wichtig ist nun, dass die angestaute Milch aus der Brust gelassen wird. Dafür solltet ihr euer Baby möglichst häufig anlegen. Sollte dies nicht ausreichen, um die komplette überschüssige Milch loszuwerden, könnt ihr auch auch eine elektrische Milchpumpe verwenden. Versucht während des Abpumpens die verhärteten Stellen der Brust sanft zu massieren.

Kühlende Beruhigung:

Nach dem Stillen oder Abpumpen kann Quark oder Kohl sehr hilfreich sein. Klingt absurd, ist es aber ganz und gar nicht. Denn meist ist die schmerzhafte Brust zudem noch leicht erwärmt. Quark oder Kohl haben dabei eine kühlende Wirkung und lindern Spannungsgefühle

Die Sache mit dem Kohl:
Im Fall eines Kohlwickels nehmt ihr einfach ein großes, gekühltes Weißkohlblatt und legt dieses in euren BH. Nach circa 20 Minuten sollte das Kohlblatt wieder warm sein und sollte dann entfernt werden. Bei Bedarf wiederholt ihr diesen Vorgang einfach.
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Die Sache mit dem Quark:
Ein Quarkwickel hat neben dem kühlenden Effekt auch weitere Vorteile. Die Inhaltsstoffe des Quarks sind besonders hautfreundlich und pflegen zugleich die Haut. Sie können die Quarkwickel schon fertig kaufen oder auch einfach selbst machen. Nehmt dafür gekühlten Quark und schmiert diesen großzügig auf zum Beispiel Küchenrollenpapier oder Stofftücher. Legt diese anschließend mit der Quarkseite auf die Brust, wobei ihr die Brustwarzen aussparen solltet. Auch diesen Wickel könnt ihr dann circa 20 Minuten auf der Brust lassen, bis er nicht mehr kühlt. Alternativ könnt ihr natürlich auch Kühlpads auf die Brust legen, diese erfüllen auch ihren kühlenden Zweck, haben aber nicht die hautpflegenden Eigenschaften des Quarks.

Natürliche Heilmittel:

Es gibt einige homöopathische Mittel und Kräuter, die die Milchmenge und damit auch den Milchstau reduzieren. Pfefferminze und Salbei wird eine solche Wirkung zugeschrieben. Ihr könnt dafür auch einfach Tees oder Bonbons dieser Kräuter zu euch nehmen. Aber übertreib es nicht mit dem Konsum dieser Mittel. Denn eine übertriebene Einnahme kann sogar dazu führen, dass ihr unbeabsichtigt abstillt.

Wie lange dauert ein Milchstau?

Nach spätestens drei Tagen sollte der Milchstau mithilfe dieser Maßnahmen dann von der Welt bzw. von der Brust sein. Achtet aber unbedingt auf die Reduktion der Stressfaktoren, denn ein Milchstau kann immer und immer wieder auftreten. Schaut deshalb zu, dass ihr euch nicht überbelastet und euch ordentlich Zeit fürs Stillen nehmt. Stillzeit sollte keine Stresszeit sein, sondern eher das Gegenteil. Genießt die Ruhe und Nähe zu eurem Baby.

Wann muss man zum Arzt?

Sollte der Milchstau nicht innerhalb von drei Tagen vorbei sein, müsst ihr dringend einen Arzt kontaktieren. Tritt dazu noch (hohes) anhaltendes Fieber auf und die anderen Grippensymptome klingen nicht ab, kann dies ein Anzeichen für eine Brustentzündung sein. Der Milchstau bietet eine ideale Grundlage für Keime und Bakterien, die zu einer Brustentzündung führen können. Diese muss dringend ärztlich und meist unter Einsatz von Antibiotika behandelt werde

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Wir wünschen euch eine entspannte und schmerzfreie Stillzeit.

Euer Team von babymarkt.de