Bereit für den Kindergarten? – Die Kindergartenvorsorgeuntersuchung

Julia
26.09.2018Lesezeit ca. 4 Minuten
Mädchen schaut durch Lupe

Die Kindergärten und Kitas verlangen vor dem ersten Besuch der Einrichtung ein ärztliches Attest vom Kinderarzt. Damit soll sichergestellt werden, dass die Kleinen gesund sowie auch geistig und motorisch gut entwickelt sind. Welche Untersuchungen anstehen und wann ihr einen Termin vereinbaren solltet, erfahrt ihr hier.


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    U-Untersuchungen für die ganz Kleinen

    Wenn ihr euer Kind vor dem 30. Lebensmonat in eine Kita geben möchtet, braucht ihr nur einen Nachweis über die Gesundheit eures Kindes. Durch eine Untersuchung vom Kinderarzt wird festgestellt, ob eine ansteckende Krankheit vorliegt und ob das Kind körperlich gesund ist. Dies findet meist außerhalb der U-Untersuchungen statt und sollte spätestens zwölf Wochen vor dem ersten Tag in der Einrichtung attestiert werden.

    Kindergartenvorsorgeuntersuchung für die Großen

    Wenn euer Kind über 33. Monate alt ist, fällt die Kindergartenvoruntersuchung auf die U7a. Diese sollte spätestens bis zum 38. Lebensmonat stattfinden. Hier wird durch verschiedene Tests kontrolliert, ob euer Kind gesund ist und wie die geistige und körperliche Entwicklung ausgereift ist.

    Die Untersuchung umfasst:

    • Größe, Gewicht und Kopfumfang werden vermessen und in der Tabelle vermerkt.
    • Die Haut wird untersucht. Besonderes Augenmerk liegt auf Hautveränderungen, Allergien oder entzündete Stellen.
    • Milz und Leber werden abgetastet. Bei Besonderheiten wird auch ein Ultraschall gemacht.
    • Die Entwicklung der Geschlechtsorgane wird überprüft.
    • Das Herz wird abgehört. Die Herzfrequenz sollte in dem Alter bei 70-120 Schlägen pro Minute liegen. Der Kinderarzt hört nach Herzgeräuschen oder anderen Besonderheiten.
    • Auch die Lunge wird mit dem Stethoskop kontrolliert. Wichtig ist es zu schauen, ob ein Kind Nasen- oder Mundatmer ist. Kinder, die durch den Mund ein- und ausatmen, haben oft Probleme mit vergrößerten Polypen. Die Nasenatmung ist gesünder, da die eingeatmete Luft gesäubert und erwärmt wird, bevor sie in die Lunge strömt. Kinder, die durch den Mund atmen, sind anfälliger für Infekte. Hier wird der Kinderarzt euch über Behandlungsmöglichkeiten informieren.
    • Ein Augenscreening wird durchgeführt. Wenn in eurer Familie gehäuft Sehstörungen vorkommen, solltet ihr euer Kind von einem Augenarzt untersuchen lassen.
    • Die Wirbelsäule, das Becken, die Beine und die Füße werden abgetastet und auf Fehl- oder Haltungsschäden untersucht.
    • Die Milchzähne werden angeschaut und auch die Mundhygiene wird kontrolliert.
    • Die Motorik wird anhand von spielerischen Tests überprüft. Kann das Kind auf einem Bein stehen oder sogar hüpfen? Kann es auf einer geraden Linie balancieren? Wird ein leichtes Puzzle aus sechs Teilen gelöst? Passendes Motorikspielzeug zur Förderung findet ihr bei uns im Shop.
    • Zur Untersuchung der Sprachentwicklung gibt es in Deutschland standarisierte Tests, die auch die nonverbale Konversation mit einschließen. So haben auch Kinder, die sehr spät anfangen zu reden, eine Möglichkeit zu beweisen, dass sie das Gefragte verstehen und umsetzen können. Ein Kind, das sprachlich gut entwickelt ist, kann drei bis fünf Wörter in einem Satz ausdrücken. Die Aussprache ist oft noch nicht perfekt ausgereift, da die Kinder einzelne Buchstaben oder Silben verschlucken.
    • In einem Elterngespräch erkundigt sich der Arzt über das Sozialverhalten des Kindes und klärt alle wichtigen Fragen der Eltern.

    Macht euch selbst und eurem Kind keinen Druck. Auch wenn Kinder in einigen Bereichen kleine Defizite aufweisen, ist es nur förderlich, dass man sie entdeckt und daran zusammen arbeiten kann. Niemand wird verurteilt. Mit Hilfe von Lernspielzeug könnt ihr die Kleinen spielerisch fördern und unterstützen. Auch euer Kinderarzt kann euch Tipps geben und wird euch unterstützen. Nach dem Test stellt der Kinderarzt euch in der Regel ein Attest aus. So steht dem ersten Kindergartentag nichts im Weg.

    Die Diskussion zum Thema Impfen

    Die Akademie für Kinder- und Jugendmedizin in Deutschland fordert für Kinder, die einen Kindergarten, eine KiTa oder die Schule besuchen, eine Impflicht nach den Empfehlungen der STIKO (Ständige Impfkommission). Als Argumente nennen sie besonders die Problematik, wie zum Beispiel in KiTas kleine Kinder betreut werden. Nicht geimpfte Kinder seien nicht nur eine Gefahr für sich selbst, sondern auch besonders für andere. Diese Impfpflicht besteht in Deutschland nicht! Viele Einrichtungen weigern sich aber, ungeimpfte Kinder aufzunehmen. Eltern, die sich also gegen das komplette Impfschema entschieden haben, sollten sich auf jeden Fall vorher erkundigen, wie es die Einrichtung in der Nähe sieht und ob eine Möglichkeit besteht, sein Kind dort unterzubringen.

    Wir wünschen eurem Liebling eine wunderbare Kindergartenzeit!

    Euer Team von babymarkt.de