Von Störchen, Hebammenmangel und einem ganz besonderen Job: Unsere Hebammen stellen sich vor

Wiebke
Wiebke04.05.2021Lesezeit ca. 14 Minuten
Babyfüße liegen in den Händen einer Frau

Gerade in der ersten Schwangerschaft fühlen sich werdende Eltern oft unsicher und ratlos. Unsere Hebammen können diese Unsicherheit beseitigen und bei wichtigen Fragen Unterstützung anbieten – sei es bei Fragen rund um die Schwangerschaft und Entwicklung des Familiennachwuchses oder bei Fragen zu Produkten. Mit Nadja und Vera stehen wir Familien trotz unterschiedlichster Bedürfnisse mit unserem vielseitigen Fachwissen stets kompetent zur Seite. Zum internationalen Hebammentag möchten wir den beiden einen eigenen Beitrag widmen und einfach Danke sagen!

Wie kamt ihr auf die Idee, Hebamme zu werden?

Nadja
Meine Patentante war mit Leib und Seele Hebamme und hat mir als Kind erzählt, dass sie dem Storch hilft und ab und zu sogar mitfliegen darf. Als Kind war sie für mich damit eine absolute Heldin und ich habe schon im Kindergarten erzählt, dass ich auch Hebamme werde, damit ich mit dem Storch mitfliegen darf. Als ich erfahren habe, wie die Kinder wirklich zur Welt kommen, war ich etwas geschockt. Aber das Interesse war trotzdem riesig. Nachdem ich meine Schwester acht Monate ihrer Schwangerschaft genervt habe, durfte ich mit 14 Jahren die Geburt meiner Nichte miterleben. Meine Tante war die Hebamme und diese unbeschreibliche Stimmung im Kreißsaal, diese Kraft meiner Schwester und dieses wahnsinnige Glücksgefühl haben mir gezeigt, dass ich auch ohne Storch Hebamme werden möchte.
Vera
Mein Wunsch war es, etwas im medizinischen Bereich machen. Alles rund um das Thema Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett hat mich sehr gereizt. Nach einem langen Praktikum in einem Kreißsaal stand mein Entschluss dann fest

Was findet ihr an eurem Job besonders spannend?

Vera
Die Vielfältigkeit! In kaum einem anderen Beruf gibt es so viele Möglichkeiten, in verschiedenen Bereichen zu arbeiten. Zudem finde ich es super spannend und wunderschön, die Paare auf dem Weg ins und dann im Familienleben zu begleiten.
Nadja
Die Abwechslung macht den Job so spannend. Man hat ein sehr großes Spektrum: vom Kinderwunsch bis zum Abstillen begleiten wir die Familien. Es wird wirklich niemals langweilig.
Zur Übersicht: Unsere Beratungsangebote

Was war eure schönste Geschichte als Hebamme?

Nadja
Das kann ich gar nicht so genau sagen, weil es so viele schöne Geschichten gab. Und auch nach 15 Jahren als Hebamme kommen mir bei einigen Geburten die Tränen. Etwas Besonderes ist natürlich immer, wenn man Familienmitglieder oder Freunde begleiten darf.
Vera
Es gibt viele sehr schöne, aber natürlich auch traurige Geschichten, an die ich mich in den über 20 Jahren meines Berufslebens zurück erinnere. Ich erinnere mich auch noch genau an die erste Geburt, die ich als Praktikantin miterleben durfte. Das kleine Mädchen hieß Madita. Mittlerweile freue ich mich am meisten darüber, wenn eine Familie, die ich bereits beim ersten Kind begleitet habe, sich beim nächsten Kind wieder bei mir meldet. Dann weiß ich, dass ich einen guten Job mache und bin sehr zufrieden.
Zu den Hebammentipps

Was zeichnet eure Arbeit bei babymarkt aus?

Nadja
Auch hier liebe ich die Abwechslung und vor allem den Kundenkontakt. Die aufgeregten und wissbegierigen Eltern in der Erstausstattung, die jungen Familien in der Trageberatung, ein Ansprechpartner mit viel Fachwissen zu sein. Besonders gut gefällt mir die wertschätzende Zusammenarbeit mit den vielen Teams. Die Kollegen machen den Alltag so wertvoll.
Entdecke unsere Filialen
Vera
Mittlerweile bin ich seit über zwei Jahren bei babymarkt und ich finde die Vielfältigkeit hier so toll. Ich habe meinen Horizont sehr erweitern können und fühle mich in allen Sparten meiner Tätigkeit bei babymarkt sehr wohl. Zum einen liebe ich natürlich den Menschenkontakt bei meinen Beratungen in den Filialen. Zum anderen fühle ich mich mittlerweile aber auch im Social Media Bereich sehr wohl und finde den interaktiven Austausch mit den Familien toll. Diese Art der Arbeit hätte ich in meinem „früheren“ Hebammenalltag wohl eher nicht kennengelernt.

Was macht euch besonders stolz?

Nadja
Meine Tochter macht mich jeden Tag stolz!
Vera
Besonders stolz macht es mich, dass ich selber zwei wunderschöne Hausgeburten in Begleitung von tollen Kolleginnen erleben durfte.
Zum Beitrag: Vor- und Nachteile einer Hausgeburt

Ihr habt beide die Vielfältigkeit eurer Arbeit angesprochen, aber was genau zählt bei babymarkt zu euren Aufgaben?

Nadja
Ein Großteil ist die Arbeit in den Filialen. Hier bieten wir die Erstausstattungs- und Trageberatungen für die Kunden an. Zusätzlich sind wir auch Ansprechpartner, wenn es um Schulungen der Mitarbeiter und neue Produkte geht. Hier öffnet sich auch ein weiterer Bereich mit dem Produktmanagement: Wir geben Feedback zu neuen Produkten oder sagen auch, wo noch Bedarf ist. Und das dritte Feld ist das Marketing. Hier bieten wir die Sprechstunden auf Facebook an und sind am Ratgeber beteiligt.
Vera
Auch meine Aufgaben bei babymarkt sind sehr vielfältig. Zum einen biete ich in den Filialen in Duisburg, Düsseldorf und Essen Trageberatungen und Erstausstattungsberatungen an. Auch die Schulung der Mitarbeiter in diesen Bereichen fällt in mein Aufgabengebiet. Zusätzlich ist ein Teil meiner Arbeit der Bereich Social Media. Die Hebammensprechstunde im Babytalk oder der Hebammentalk, unsere Live-Beratung auf Facebook und Instagram, sind feste Bestandteile für mich bei babymarkt. Ebenso findet ihr hier in unserem Ratgeber zahlreiche Texte aus meiner Hand.
Infos zu unserer Hebammensprechstunde

Beschreibt eure Arbeit in drei Hashtags:

Nadja
#individuell #spannend #besonders
Vera
#vielfältig #abwechslungsreich #spassig

Wie empfindet ihr die Entwicklung des zunehmenden Hebammenmangels?

Nadja
Ein sehr schwieriges Thema, bei dem es mehr als Zeit ist, dass sich die Politik einschaltet und man eine gemeinsame Lösung findet. Es wird immer schlimmer und wenn ich in meiner Stadt die Anzahl der Hebammen zu meinem Berufsstart zu jetzt vergleiche, sind es weniger als die Hälfte. Von Beleghebammen brauchen wir gar nicht zu sprechen. Das ist so schade, da es mehr Geburten gibt und viele werdende Eltern unbetreut bleiben. Als ich angefangen habe, haben sich die Frauen zwischen der 12. und 16. SSW angemeldet. Heute ist eine Anmeldung vor der 6. Woche notwendig, damit man noch eine Hebamme findet. Dies ist natürlich regional unterschiedlich, aber in den Städten oft Realität. Solange die Bezahlung und die Versicherungshöhe so bleibt, wird sich leider nichts ändern!
Vera
Es ist schon erschreckend, wie viele Familien in der heutigen Zeit ohne Hebammenhilfe auskommen müssen. Zudem finde ich sehr traurig, dass die Frauen und Paare heute oft nicht mehr den für sie passenden Geburtsort wählen können, weil viele Hebammen keine Geburtshilfe mehr anbieten können. Viele Geburtshäuser haben leider auch schon schließen müssen, weil die Hebammen die Kosten nicht mehr tragen. Hierdurch sind außerklinische Geburten in manchen Regionen Deutschlands nahezu unmöglich.

Euer bester Tipp für alle jungen Hebammen?

Vera
Macht vor der Ausbildung oder dem Studium Praktika in verschiedenen Bereichen der Hebammenarbeit, damit ihr euch sicher seid, dass „Hebamme sein“ das Richtige für euch ist. Lebt dann euren Traum und lasst euch nicht verunsichern.
Nadja
Wenn du wirklich Hebamme werden möchtest, dann ziehe es durch! Egal wie viele Stimmen im Moment dagegen sprechen und was die Presse sagt, es ist ein Herzensberuf – Viele sagen auch Berufung dazu. Und wenn du es möchtest, dann wirst du deinen Weg gehen. Die Familien werden es dir danken!

Wir bedanken und von Herzen bei Nadja und Vera und wünschen euch allen so tolle Hebammen wie die beiden es sind!

Euer Team von babymarkt.de