Mutter schnallt ihr Baby im Reboarder an

Kindersitz-Gruppen

Bei dem Kauf eines Kindersitzes sprechen nicht umsonst viele Eltern von einem Kindersitz-Dschungel, in dem es sich erstmal zurechtzufinden gilt. Welcher Kindersitz ist der richtige für mein Kind? Bis zu welchem Alter nutze ich die Babyschale? Ab wann braucht mein Kind einen größeren Kindersitz? Eine Antwort auf diese Fragen bringen die einheitlich geregelten Kindersitz-Gruppen, die nach der ECE-Regelung Nr. 44 den passenden Kindersitz nach dem Gewicht eures kleinen Lieblings zuordnen. Darüber hinaus gibt es seit einigen Jahren auch die i-Size Norm, die sich – entgegen der vorherigen Orientierung am Körpergewicht – nun nach der Körpergröße des Kindes richtet. Wichtig bleibt nach wie vor, dass ihr ausreichend Zeit beim Kauf einplant und der Kindersitz zu eurem Kind und nicht zur Norm passt. Schließlich wächst jedes Kind unterschiedlich schnell, sodass die hier beschriebenen Gruppen lediglich als Richtwerte zu verstehen sind.

Unser Kindersitz-Berater hilft euch ebenfalls mit passenden Tipps bei der Entscheidung für einen Kindersitz.

Kindersitz-Gruppen Übersicht

An dieser Übersicht könnt ihr euch beim Kauf des Kindersitzes orientieren. Letztlich entscheiden aber die individuellen Maße eures Lieblings, welcher Sitz zu ihm passt.

Normgruppe

Die Normgruppe legt nur das Gewicht gest. Alter und Größe sind lediglich Anhaltspunkte. Da eure Kinder unterschiedlich schnell wachsen, können sie im selben Alter unterschiedlich schwer sein. Daher sollte der Autositz immer vorerst ausprobiert werden.

Gruppe Gewicht Alter Größe
Gruppe 0 bis 10 kg 0 – 1 Jahr bis 75 cm
Gruppe 1 9 – 18 kg 1 – 4 Jahre 75 – 100 cm
Gruppe 2 15 – 25 kg 4 – 7 Jahre 100 – 125 cm
Gruppe 3 22 – 36 kg 7 – 12 Jahre 75 – 150 cm

i-Size

Alle Kindersitze auf dem europäischen Markt werden auf Grundlage einer Norm zugelassen. I- Size ist eine neue Kindersitz-Norm ECE R 129. Sie bezieht sich auf Kindersitze und Babyschalen bis zu einer Körpergröße von 105 cm. Das Gewicht und Alter spielt dabei keine Rolle.

Gruppe Größe Info
i-Size Phase 1 40 – 105 cm Babys bis zum 15. Lebensmonat sollten rückwärtsgerichtet befördert werden
i-Size Phase 2 100 – 150 cm
i-Size Phase 3 40 – 105 cm Wird voraussichtlich 2019 in Kraft treten und richtet sich an Produkte, die mit dem Fahrzeuggurt befestigt werden.

Mitwachsende Sitze

Nicht selten kommt es vor, dass sich die Gruppen überschneiden. Dann sind die jeweiligen Kindersitze in ihrer Größe verstellbar, sodass sie über mehrere Jahre nutzbar sind und ihr somit bares Geld sparen könnt.

Gruppe Gewicht Alter Größe
Gruppe 0 + 0 – 13 kg 0 – 15 Monate 0 – 90 cm
Gruppe 0 +/ 1 0 – 18 kg 0 – 4 Jahre 0 – 100 cm
Gruppe 1/ 2 9 – 25 kg 1 – 7 Jahre 72 – 125 cm
Gruppe 1/ 2/ 3 9 – 36 kg 1 – 12 Jahre 75 – 150 cm
Gruppe 2/ 3 15 – 36 kg 2,5 bis 12 Jahre 95 – 150 cm
  • Achtet beim Kauf stets auf das Prüfsiegel der ECE 44/03 oder 44/04, das am Kindersitz befestigt sein muss. Ältere Prüfzeichen wie ECE 44/01 oder 44/02 sind nicht mehr gültig.

Kindersitz Gruppe 0+ (0 – 18 kg)

Die Kindersitze der Gruppe 0+ sind für Babys ab der Geburt und sind daher eher Babyschalen als richtige Sitze. Da die Kleinsten in diesem Alter nur rückwärtsgerichtet transportiert werden dürfen, findet ihr an dieser Stelle auch häufig die Bezeichnung Reboarder. So reduziert ihr das Verletzungsrisiko bei einem Unfall enorm, da die Kräfte, die beim Aufprall auf das Baby einwirken, auf den Sitz umgeleitet und der Kopf und Nacken geschützt werden. Das Gewicht des Kopfes macht bei einem Kleinkind etwa 25% seines gesamten Körpergewichts aus. Im Vergleich: bei einem Erwachsenen sind es nur noch 6%. Daher ist es besonders wichtig, dass die Partie um den Kopf gut geschützt ist. Lasst euren Nachwuchs daher so lange wie möglich in der Babyschale bzw. im Reboarder. Es wird erst Zeit für ein neues Modell, wenn der Kopf eures Babys über die Kante der Babyschale hinausragt. Übrigens: Marken wie Chicco oder Maxi Cosi bieten auch Kindersitze Gruppe 0+ als praktische Travel-Systeme an. So könnt ihr die Babyschale im Handumdrehen aus dem Auto herausholen und auf einem Kinderwagen montieren – dies ist besonders hilfreich, wenn euer Liebling schläft und ihr ihn nicht aufwecken möchtet.

  • Denkt bitte immer daran, den Beifahrer-Airbag auszuschalten, wenn ihr auf diesem Sitz die Babyschale montieren möchtet. In vielen Autos lässt sich der Airbag mittlerweile manuell ausstellen. So ist euer kleiner Schatz rundum geborgen.

Kindersitz Gruppe 1 (9 – 18 kg)

In dieser Kategorie findet ihr verschiedene Arten, wie ihr den Kindersitz befestigen könnt. Einige Kindersitze montiert ihr mit dem fahrzeugeigenen Drei-Punkt-Gurt, während ihr euer Kind mit dem Fünf-Punkt-Gurt des Kindersitzes sichert.

Oder ihr setzt auf die Kindersitze Gruppe 1 mit Fangkörper in Form einer Art Tischchen vor dem Bauch des Kindes. Diese gepolsterte Stütze hält euren Schatz gerade bei einem Unfall sicher in seinem Kindersitz, was viele Tests bereits bewiesen haben. Auch die Belastung auf den Körper des Kindes ist in diesen Kindersitzen geringer. Manche Kinder fühlen sich jedoch eingeengt durch das Tischchen und schwitzen darunter.

Falls euer Fahrzeug über so genannte Isofix-Haken zwischen Lehne und Sitz der Rücksitze verfügt, könnt ihr die entsprechenden Modelle mit Isofix auf diese Weise sicher mit dem Auto verankern. Diese Befestigung gilt als äußerst sicher, da der Kindersitz auch bei einem Unfall an seiner Position bleibt.

Wie bei den Kindersitzen Gruppe 0 kommen auch die Kindersitze der Gruppe 1 in Form von Reboardern daher. Bis zum vierten Lebensjahr ist es ratsam, euer Kind in einem Reboarder zu befördern. Auch wenn die Befestigung etwas länger dauert, so ist euer Schatz hier dennoch am besten geschützt. Erfahrt mehr über Reboarder in unserer Infografik im Ratgeber.

Kindersitz Gruppe 2 (15 – 25 kg)

Ab der Gruppe 2, also etwa ab einem Alter von 4 Jahren, sind die Kindersitze wieder nach vorne gerichtet. Achtet darauf, nach einem Kindersitz mit einer Rückenlehne und einem Seitenaufprallschutz sowie mit einer in der Höhe und Neigung verstellbaren Kopfstütze zu schauen. Vor allem die Stütze des Kopfes ist für die Sicherheit und Stabilität sehr wichtig. Selbst wenn euer kleiner Liebling einmal einschläft, kippt sein Köpfchen nicht direkt nach vorne. Beim Anschnallen ist zu beachten, dass der Gurt über die

Schulter führt und nicht am Hals einschneidet. Zudem muss er über die Beckenknochen laufen – nicht über den Bauch. Versichert euch, dass der Gurt sich immer wieder automatisch aufrollt und somit straff bleibt.

Kindersitz Gruppe 3 (22 – 36 kg)

Die Kindersitze Gruppe 3 richten sich an die kleinen Großen unter 150 cm Körpergröße und einem Gewicht bis zu 36 kg. Wenn euer Kind größer als 150 cm ist, reicht das alleinige Anschnallen mit dem Gurt. Bis dahin ist ein Kindersitz oder mindestens ein Sitzerhöher unerlässlich. Vielleicht interessiert ihr euch auch dafür, direkt einen Kindersitz Gruppe 1/2/3 anzuschaffen, der euer Kind ab dem 1. bis zum 12. Lebensjahr begleitet. Somit müsst ihr euch nicht nach einiger Zeit einen neuen Kindersitz besorgen und spart Geld und Nerven. Trotzdem muss der Kauf des Kindersitzes 9-36 kg umso wohler überlegt sein. Schließlich soll er lange genutzt werden und muss daher perfekt auf euren Liebling abgestimmt sein. Gleiches gilt für Kindersitze der Gruppe 2/3 von 15 – 36 kg.

Drehbare Kindersitze: Praktisch im Alltag

Drehbare Kindersitze sind total praktisch – ihr braucht euch nicht mehr verrenken um euren kleinen Schatz sicher in den Kindersitz zu platzieren. Mit einem Griff ist der Kindersitz seitlich zur Tür gedreht und ihr könnt euer Kind problemlos anschnallen. Zudem könnt ihr bei den 360 ° Kindersitzen gemeinsam mit eurem Kind entscheiden, wann es zeit für den Fahrtrichtungswechsel ist.

Weitere Informationen rund um den Kindersitz

  • Vorher im eigenen Auto testen

    Es empfiehlt sich, den Kindersitz in eurem Auto direkt einmal probeweise zu montieren. So seht ihr, ob er hineinpasst, ob er sich gegebenenfalls mit den Isofix-Haken befestigen lässt und ob euer Kind noch genügend Platz findet.

  • Testberichte lesen

    Bevor ihr euch für einen Kindersitz entscheidet, schadet es nicht, Bewertungen von anderen Kunden oder Berichte aus Crash-Tests zu lesen. Gleicht eure Ansprüche mit den Testurteilen und Bewertungen ab. Vielleicht bemängeln die Tester Eigenschaften, die euch wichtig sind oder loben Funktionen, die ihr noch gar nicht bedacht habt.

  • Neuer Kindersitz

    Das Anschaffen eines neuen Kindersitzes ist nicht billig, lohnt sich aber. Nehmt Abstand von bereits gebrauchten Kindersitzen. Selbst wenn der Sitz äußerlich heil aussieht, können sich in seinem Innern Risse oder andere Schäden befinden, die die Sicherheit erheblich beeinträchtigen. Habt ihr schon von unserem Sicherheitsversprechen gehört? Im Falle eines Unfalls sind wir für euch da und ersetzen euren geschädigten Kindersitz im Nu.

  • Zubehör

    Um das Erlebnis des Autofahrens perfekt zu machen, solltet ihr über weiteres Kindersitz-Zubehör nachdenken. So wehrt eine Kindersitzunterlage alle Flecken auf dem Autositz ab. Eine Nackenrolle mit niedlichen Farben und Mustern verhilft zu einem noch angenehmeren Nickerchen im kuscheligen Kindersitz. Wenn die Kleinen wach sind und beschäftigt werden möchten, kann das passende Kindersitz-Spielzeug Abhilfe schaffen. Dank kleiner Spiegel könnt ihr euren Schatz auch von den Vordersitzen gut beobachten.

Mehr zum Thema Kindersitzpflicht und Sicherheit findet ihr hier.

Wir wünschen eurem Kind und euch stets eine gute Fahrt!

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